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raumlaborberlin macht aus Un-Orten Kunst
Die HTS - ein "heiliger Tempel"?

Kunst-Raum im Entstehen: Eva Schmidt, Lousie Nguyen und Jennifer Cierlitza präsentierten das Projekt „Holy Temple Siegen“. ⋌
  • Kunst-Raum im Entstehen: Eva Schmidt, Lousie Nguyen und Jennifer Cierlitza präsentierten das Projekt „Holy Temple Siegen“. ⋌
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pebe Siegen. Na, das ist doch was: Endlich wird klar, was „HTS“ wirklich bedeutet. Das Team von „raumlaborberlin“ hat die Lösung parat und zeigt sie unter der Hüttentalstraße an einem „Un-Ort“: vor der Einfahrt zum Parkhaus der City-Galerie. „Holy Temple of Siegen“, also der Heilige Tempel oder Bezirk Siegens, das ist die Auflösung der Abkürzung – jedenfalls wenn es nach „raumlaborberlin“ geht. Eine Vertreterin des international renommierten Kollektivs, das Architektur, Städteplanung und Kunst zu verbinden versucht, und Vertreterinnen des Kunstvereins Siegen (er hat die Berliner eingeladen) stellten das Projekt im Rahmen des Urban Art Festivals sowie des Kunstsommers 2022 am Freitag nahe dem anderen Tempel, der dem Konsum gilt, vor.

pebe Siegen. Na, das ist doch was: Endlich wird klar, was „HTS“ wirklich bedeutet. Das Team von „raumlaborberlin“ hat die Lösung parat und zeigt sie unter der Hüttentalstraße an einem „Un-Ort“: vor der Einfahrt zum Parkhaus der City-Galerie. „Holy Temple of Siegen“, also der Heilige Tempel oder Bezirk Siegens, das ist die Auflösung der Abkürzung – jedenfalls wenn es nach „raumlaborberlin“ geht. Eine Vertreterin des international renommierten Kollektivs, das Architektur, Städteplanung und Kunst zu verbinden versucht, und Vertreterinnen des Kunstvereins Siegen (er hat die Berliner eingeladen) stellten das Projekt im Rahmen des Urban Art Festivals sowie des Kunstsommers 2022 am Freitag nahe dem anderen Tempel, der dem Konsum gilt, vor.

Räume ins Stadtbewusstsein bringen

Die Idee, so erzählt Architektin Louise Nguyen, sei, diesen eigentlich fast verlorenen Raum nicht nur aufzuwerten, sondern insgesamt ins Bewusstsein der Stadt zu bringen. Ihre Mitstreiter und sie hätten im Winter eine Ortsbesichtigung gemacht und sich unter anderem über die Geschichte der neuen Mitte Siegens und der HTS informiert – eine stadtraumverändernde Architektur, die Autos heraushebe und ihnen einen besonderen Raum zubillige.

Herz des "Tempels": Begegnung

Dann seien sie auf den Platz an der City-Galerie gestoßen und seien von der Gestaltung der Säulen, die sich immer noch an den griechischen Ursprüngen orientiere, begeistert gewesen. „Wir haben gesagt: Wir machen hier einen Tempel“, erzählt Louise Nguyen in das Rauschen des Verkehrs auf der Morleystraße hinein. Das Herz dieses „Tempels“ solle als Gegenstück zu einem Ort der Kontemplation die Begegnung sein: zwischen Kunst und Stadtgesellschaft, Künstler/-innen und Siegener/-innen.
Vom übrigen Stadtraum optisch getrennt werden soll der Raum durch zwölf mit Stoff umspannte Baustützen, die einen Raum definieren. Zwischen diese „Säulen“ würden Insektenschutz-Netze gehängt, die den Raum weiter eingrenzten, ohne ihn undurchlässig zu machen. Im „Tempelbezirk“ selbst sollen aus Recylingmaterial zusammengezimmerte Stühle und Tische zu Aktion und Verweilen einladen. Die Stoffe für die Stützenverkleidung kommen Nguyen zufolge übrigens aus der Ausstellung „Resist!“ im Kölner Rautenstrauch-Joest-Museum, in der es um 500 Jahre Kolonialismus und Widerstand ging. Ein Hinweis auf Widerständiges? Nguyen lässt es offen.

Bewusst einen "Raum im Raum" schaffen

„Wir wollen mit dieser Aktion Kunst in den öffentlichen Raum bringen, aber auch Leute an andere Orte bringen, die so nicht im Bewusstsein sind“, erklärt Jennifer Cierlitza, die Geschäftsführerin des Kunstvereins Siegen. Es werde bewusst „ein Raum im Raum“ geschaffen, der wieder neue Räume öffne: Möglichkeitsräume, Begegnungs- und Erfahrungsräume …  „Diese temporäre Installation wird an einzelnen Tagen von Künstlerinnen und Künstlern mit Präsentationen, Video- und Soundinstallationen, Vorträgen, Ausstellungen und Performances bespielt“, so Cierlitza weiter. Die Veranstaltungen seien frei zugänglich.

Verschiebung der Wahrnehmung

Zugleich sei es die Möglichkeit, Kunst im öffentlichen Raum neu zu reflektieren. Dieser Akt der Sichtbarmachung sei Kunst, betont sie auf Nachfrage: „Es geht darum, den Blick auf etwas zu lenken, das nicht im Vordergrund steht, und so eine Verschiebung der Wahrnehmung zu erreichen.“ So könne der Raum etwa für Konzerte genutzt werden und so Akustik im Spannungsfeld der akustisch ebenfalls sehr präsenten HTS neu erlebbar machen.
Erst einmal muss der „Holy Temple Siegen“ aber noch entstehen. Nguyen, ihr Kollege Olof Duus, der beim Pressetermin nicht anwesend war, und viele Freiwillige mussten den Freitag über noch intensiv arbeiten, um die Baustützen zu „umgarnen“, die geplanten LEDs anzubringen und nach und nach den „Raum im Raum“ entstehen zu lassen. Den Eingang bilden die großen Lettern „HTS“ und die Betonpfeiler der Hüttentalstraße.
Bis zum heutigen Samstag soll alles fertig sein, da laden die Veranstalter um 19 Uhr zu einem Gespräch mit „raumlaborberlin“ ein. Am 26. Juni soll ein gemeinsames Abendessen erfolgen, am 1. Juli werden Videoaufführungen zu sehen sein.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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