12. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule stellt sich Herausforderung
Die Taten Oskar Schindlers

Schindlers jüdische Arbeiter gratulieren ihm zum Geburtstag.
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jen Weidenau. „Wir sind Zeitzeugen eines großkotzigen, lügnerischen Potus, dessen plumper, reflexhafter Aktionismus die Welt gerade an den Rand des Atomkrieges bringt.“ Mit diesen Worten über den „President of the United States“ (kurz: Potus) begründet Regisseurin Lou Simard die Theaterstück-Auswahl der 12. Klasse der Rudolf-Steiner-Schule Siegen. Als Reaktion auf das europaweite Erstarken von Rechtspopulisten, auf das für die Menschheit lebensbedrohende, signifikant zunehmende Artensterben und auf den sich exponentiell beschleunigenden Klimawandel war die Wahl auf das Stück „Schindlers Liste“ gefallen, das die Schülerinnen und Schüler am Freitag- und Samstagabend im Festsaal der Schule präsentierten.

Rasante Wechsel der Kostüme

Mit diesem Stück sollte den Zuschauern das Verwerfliche, aber auch das Rettende aufgezeigt werden. Um dem Vorhaben gerecht zu werden und die anspruchsvolle Handlung des Theaterstückes gekonnt in Szene zu setzen, hatten die Schülerinnen und Schüler die detailreichen Kostüme selber genäht und die passenden Bühnenbilder gebaut und gezimmert. Auch ein Tanzkurs stand bei der Vorbereitung auf dem Plan. Jede Schülerin und jeder Schüler schlüpfte an den beiden Abenden gleich in mehrere Rollen. Das bedeutete nicht nur einen Kostümwechsel innerhalb von 30 Sekunden, sondern auch eine starke, emotionale Betroffenheit für jeden einzelnen.

Schindler lernt Itzhak Stern kennen

Das Stück begann mit Frau und Herrn Staehr (Freitag: Charlotte Fellner/Carla Strehlau; Samstag: Antonia Vitt/Antonia Stukenbröker), die auf ihrem Dachboden einen Koffer mit Berichten, Meldungen und Dokumenten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs finden, die die Taten Oskar Schindlers bezeugen. Oskar Schindler (Freitag: Jannis Weber; Samstag: Finn Wilden), deutscher Unternehmer, erwirbt 1939 in Krakau die insolvente Firma „Rekord Emailwaren“ und gründet daraus die DEF, die „Deutsche Email Fabrik“, eine Fabrik, die Töpfe, Pfannen und Kochgeschirr für den Kriegsbedarf produzieren soll. Aufgrund seiner mangelnden administrativen Fähigkeiten begrüßt Schindler den Kontakt zu Itzhak Stern (an beiden Tagen: Robin Stähler), einem Funktionär des lokalen Judenrats. Durch ihn stellt Schindler Juden als Arbeiter in seiner Fabrik ein, und die Produktion unter Miteigentümer Abraham Bankier (Freitag: Livia Mötz; Samstag: Eva Schmied) läuft gut. Schindlers jüdische Arbeiter erhalten zudem einen sogenannten „Blauschein“, eine Arbeitskarte, wodurch sie dank Oskar Schindler von der SS verschont werden.

Oskar Schindler rettet rund 1000 Menschen

Schindler genießt seinen neuen Reichtum und seine Affären mit Eva-Martha (an beiden Tagen: Ada Mösler) und Sekretärin Viktoria Klonvska (Freitag: Leonie Pfennig; Samstag: Selma Müller), die er neben seiner Ehefrau Emilie Schindler (Freitag: Eva Schmied; Samstag: Livia Mötz) hat.Doch Schindlers Freude hält nicht lange an. Amon Göth (Freitag: Aenne Becher; Samstag: Noah Kromer) lässt als neuer SS-Offizier das Krakauer Ghetto räumen und massenweise Juden erschießen. Schindler wird Augenzeuge dieser Barbarei und ist zutiefst erschüttert. Als er zudem mitbekommt, dass Göth die Juden nach Auschwitz bringen will, stellt Schindler eine Liste zusammen, um seine Arbeiter vor der Deportation und somit vor dem Tode zu bewahren. Er siedelt mit seiner Firma in seine alte Heimat Brünnlitz – und rettet somit 781 Männern und 297 Frauen das Leben!

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