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Tierfilmer Andreas Kieling im SZ-Interview
Die weite, wilde Welt

Andreas Kieling ist seit 30 Jahren Natur- und Tierfilmer aus Leidenschaft. Hier ist er mit seiner Hündin Cleo auf der Suche nach dem „wilden“ Deutschland. In der ersten der neuen „Terra-X“-Folgen von „Kielings wilde Welt“ geht es „Zurück zur Natur“. Sie läuft an diesem Sonntag um 19.30 Uhr im ZDF.
  • Andreas Kieling ist seit 30 Jahren Natur- und Tierfilmer aus Leidenschaft. Hier ist er mit seiner Hündin Cleo auf der Suche nach dem „wilden“ Deutschland. In der ersten der neuen „Terra-X“-Folgen von „Kielings wilde Welt“ geht es „Zurück zur Natur“. Sie läuft an diesem Sonntag um 19.30 Uhr im ZDF.
  • Foto: ZDF/Andreas Kieling
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

juch Mainz.  Vorsichtig hat er sich in den Wald geschlichen, im Dickicht verkrochen und wartet auf den perfekten Augenblick. Als sich die Katze auf einmal ganz nah an die Kamera herantraut, drückt er auf den Auslöser und hat das Tier im Kasten. – Andreas Kieling zählt zu den bekanntesten Natur- und Tierfilmern Deutschlands. An diesem Sonntag, 19.30 Uhr, läuft im ZDF die erste Folge der dreiteiligen Dokumentationsreihe „Kielings wilde Welt“ auf dem „Terra-X“-Sendeplatz.
Glückliche Jahre mit den BraunbärenMit seiner Arbeit hat er vor gut 30 Jahren begonnen. „Schon als kleines Kind interessierte ich mich für die Natur und war gerne im Wald unterwegs.

juch Mainz.  Vorsichtig hat er sich in den Wald geschlichen, im Dickicht verkrochen und wartet auf den perfekten Augenblick. Als sich die Katze auf einmal ganz nah an die Kamera herantraut, drückt er auf den Auslöser und hat das Tier im Kasten. – Andreas Kieling zählt zu den bekanntesten Natur- und Tierfilmern Deutschlands. An diesem Sonntag, 19.30 Uhr, läuft im ZDF die erste Folge der dreiteiligen Dokumentationsreihe „Kielings wilde Welt“ auf dem „Terra-X“-Sendeplatz.

Glückliche Jahre mit den Braunbären

Mit seiner Arbeit hat er vor gut 30 Jahren begonnen. „Schon als kleines Kind interessierte ich mich für die Natur und war gerne im Wald unterwegs. Nach und nach wurde meine Leidenschaft immer größer, vor allem durch das Lesen von Büchern zu verschiedenen Naturthemen, aber auch durch Dokumentationen anderer bekannter Tierfilmer“, sagt Andreas Kieling im Gespräch mit der Siegener Zeitung.
Im Laufe der Jahre sind zahlreiche beeindruckende Filme entstanden. Er reiste u. a. unzählige Male nach Alaska, lebte dort mehrere Monate mit bei den Braunbären,  dokumentierte ihren Alltag bis ins kleinste Detail. Unterm Strich seien dies seine „glücklichsten Jahre“ gewesen, so Kieling. Insbesondere das Wiedererkennen der Braunbären nur anhand seines Geruchs und seiner Stimme nach Monaten zählt für ihn bislang zu den „emotionalsten Momenten“.
„Wer Tierfilmer werden möchte, der sollte vor allem von Grund auf schon eine gewisse Neugierde auf die Natur mitbringen und darüber hinaus gerne Dinge ergründen wollen“, sagt er. Natürlich seien aber auch eine besonders gute Beobachtungsgabe sowie Kenntnisse im Filmbereich wichtig.

Schöne Natur auch in der Heimat

Jedoch haben die aktuelle Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen auch vor Andreas Kieling nicht Halt gemacht. So stammt z. B. ein Großteil seiner Filmaufnahmen für die aktuelle ZDF-Reihe noch aus der Zeit vor Corona. Im vergangenen Jahr konzentrierte sich der 61-Jährige deshalb ausschließlich auf das Umherreisen und Filmen innerhalb Deutschlands. Auch in unserer Heimat gebe es vielfältige Möglichkeiten und wunderschöne Natur. Corona stellt für ihn also gar kein so großes Problem dar.

Folgen des Klimawandels für die Tiere

Die Drehzeit für die aktuelle dreiteilige Dokumentationsreihe betrug ca. zweieinhalb Jahre. Jeder der Filme ist einem bestimmten Oberthema gewidmet. Bei der Auswahl orientiert sich Kieling neben seinen eigenen Vorlieben auch immer an dem möglichen Interesse der potenziellen Zuschauer. So widmet er sich im ersten Teil („Zurück zur Natur“) verschiedenen Tierarten, die sich die Natur zurückerobern oder in anderen Bereichen ansiedeln. Er geht aber auch der Frage nach, welche Folgen der Klimawandel für bestimmte einheimische Tiere hat. Dafür reiste Kieling u. a. in den Yellowstone-Nationalpark. Dort zeigt er, welche positiven Auswirkungen die Rückkehr der Wölfe auf die Flora und Fauna hat. Außerdem erkundigt sich der Tierfilmer in Australien, wie es der Koala-Population nach den verheerenden Waldbränden geht.
Der zweite Teil („Kreislauf des Lebens“, 18. April, 19.30 Uhr) handelt davon, wie das Zusammenleben unterschiedlicher Tierarten funktioniert und welche wichtige Rolle jedes einzelne Tier dabei spielt. Er widerlegt z. B. den schlechten Ruf der Tüpfelhyänen in Tansania und zeigt, wie intelligent und sozial diese Tiere sind.

Ruhe bewahren in brenzligen Situationen

Dass die Arbeit als Tierfilmer nicht immer ganz ungefährlich ist, wird vor allem bei den Aufnahmen aus Island deutlich. Allerdings sind nicht wie, vielleicht vermutet, riesige Wale der Auslöser dafür, sondern die kleinen Küstenseeschwalben. Gerade während der Brutzeit haben die eigentlich harmlosen Vögel einen besonders ausgeprägten Beschützerinstinkt … Doch im Allgemeinen gehe er mit brenzligen Situationen ruhig um und lasse sich nicht davon beeindrucken, sagt der Tierfilmer. So erklärt Kieling, welche unglaublichen Strapazen diese Vögel jedes Jahr auf sich nehmen um zu ihrem Winterquartier zu gelangen. Damit sind sie ganz besondere Weltrekordhalter.

Klimagewinner Alpensteinbock

Der dritte und letzte Teil der Reihe („Wilde Nachbarn“, 25. April, 19.30 Uhr) ist ausschließlich mit Filmaufnahmen aus Deutschland bestückt. Dabei hebt Kieling u. a. hervor, mit welch einfachen Methoden gefährdete Fledermausarten geschützt werden können, und weist auf einen möglichen Gewinner des Klimawandels hin: den Alpensteinbock. Im Gespräch mit Experten erfährt Andreas Kieling zudem interessante Informationen zu den einzelnen Tierarten.
Er versorgt die Zuschauer aber natürlich auch selbst mit spannenden Fakten aus dem Tierreich. So sind die aktuellen Filme gerade auch in Zeiten von Corona eine ausgezeichnete Möglichkeit, um ganz bequem von zu Hause aus in entfernte Urlaubsgebiete zu reisen oder die eigene Heimat vielleicht noch einmal ganz neu zu entdecken – in atemberaubenden Bildern von wunderschöner, unberührter Natur oder wilden Tieren, bei denen vor allem die beeindruckenden Nahaufnahmen besonders hervorstechen.

"Die Verwundbarkeit der Natur zeigen"

Ein Grund, warum sich Kieling bei seinen Dokumentationen auch immer selbst zeigt, ist übrigens, dass die Informationen für den Zuschauer dadurch viel „präsenter sind und die Botschaft besser ankommt“. Denn natürlich verfolgt er mit seinen Filmen ein ganz besonderes Ziel: Andreas Kieling möchte „(noch) intakte Lebensräume, aber auch gleichzeitig die Verwundbarkeit der Natur zeigen“. Die Aufnahmen der wunderbaren Landschaft sollen verblüffen und dem Zuschauer vor Augen führen, welche Lebensräume erhalten bleiben sollten. Und das ist Kieling bei seinen aktuellen Filmen wieder hervorragend gelungen.
                    Julia Chojetzki

Autor:

Redaktion Kultur

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