SZ

Nijole Schaffmeister stellt ab Sonntag "Schwarzmalerei“ im virtuellen Raum aus
Die Welt und das Schwarz bei "POOOLmag"

„Rosa“, „Blau“ und „Gelb“ heißen drei der großformatigen Arbeiten, die Nijole Schaffmeister zusammen mit Drucken virtuell präsentiert. Das ebenso dominierende wie fast irisierende Schwarz ist dabei Ausgangspunkt für eine sensible Zeitdiagnose.
  • „Rosa“, „Blau“ und „Gelb“ heißen drei der großformatigen Arbeiten, die Nijole Schaffmeister zusammen mit Drucken virtuell präsentiert. Das ebenso dominierende wie fast irisierende Schwarz ist dabei Ausgangspunkt für eine sensible Zeitdiagnose.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pebe Weidenau. Schwarz. Irritierend – wie die Welt, die sich manchmal kaum begreifen, kommunikativ verarbeiten lässt. Wie die Schatten dieser Welt im eigenen Geist. Diese Schwärze, der Nijole Schaffmeister auf der Leinwand Raum gibt, irritiert, weil sie – glänzt! Das Licht des Winters vor den Fenstern, die Himmelsbläue und das Weiß der Wolken über dem Brauhaus spiegeln sich in diesem Schwarz. Bewegungen der Betrachter im Raum werden eingefangen und freigelassen. Wer die Blickrichtung ändert, kann auch ein sattes Schwarz sehen, das sich über die in den „Bonbontönen“ Rosa, Blau und Gelb eingefärbten Leinwände wälzt und dreht, das ebenso quillt wie statisch verharrt.

pebe Weidenau. Schwarz. Irritierend – wie die Welt, die sich manchmal kaum begreifen, kommunikativ verarbeiten lässt. Wie die Schatten dieser Welt im eigenen Geist. Diese Schwärze, der Nijole Schaffmeister auf der Leinwand Raum gibt, irritiert, weil sie – glänzt! Das Licht des Winters vor den Fenstern, die Himmelsbläue und das Weiß der Wolken über dem Brauhaus spiegeln sich in diesem Schwarz. Bewegungen der Betrachter im Raum werden eingefangen und freigelassen. Wer die Blickrichtung ändert, kann auch ein sattes Schwarz sehen, das sich über die in den „Bonbontönen“ Rosa, Blau und Gelb eingefärbten Leinwände wälzt und dreht, das ebenso quillt wie statisch verharrt.

Gruppe 3/55 präsentiert Schaffmeister online

„Schwarzmalen“ präsentiert Nijole Schaffmeister, die Lehramtsstudentin für Kunst und Sozialwissenschaft, aber auch in der virtuellen Welt von „POOOLmag“, dem digitalisierten Ausstellungs- und Diskussionsforum der Gruppe 3/55 aus Siegen. Dort wird Nijole Schaffmeister von Sonntagmittag an (bis 14. März) mit ihren „Schwarzmalereien“ und Druckgrafiken zu sehen sein, am 28. Februar ist um 17 Uhr eine virtuelle Diskussionsrunde mit ihr geplant. Mit der SZ sprach sie jetzt an ihrem Arbeitsort, dem Brauhaus in Weidenau, über diese sehr spezielle Form der Darstellung.

"Zu gesellschaftlichen Phänomenen äußern"

„Ich möchte mich zu gesellschaftlichen Phänomenen äußern“, sagt die 25-Jährige und runzelt überlegend die Stirn, „weil ich wie viele andere auch immer mit Horrornachrichten konfrontiert werde“: Menschenunwürdige Lebensbedingungen auch in der EU, das Leid von Kindern, die mangelnde Hilfe für Geflüchtete, Lebensmittelvernichtung, Klimagefährdung – die Konfrontation mit den Nachrichten und sich selbst wolle sie in ihren Arbeiten aber „ohne erhobenen Zeigefinger“ aufnehmen, also auch nicht einfach „schwarzmalen“. „Natürlich ist das Schwarz sehr metaphorisch“ und sei in der Kunst sehr verbreitet, zum Beispiel in der Popmusik – man denke nur an „Paint It Black“ von den Rolling Stones, überlegt sie.

Betrachtende sehen sich selbst gespiegelt

Das Schwarz glänzt, denn Nijole Schaffmeister hat Lackfarbe benutzt, die sie mittels einer schablonenartigen Pappform überlagert und verdichtet auf die Leinwand aufgetragen hat. Die reproduktive Wiederholung und Neuanordnung der immer gleichen Form auf der Fläche nimmt Raum ein, wächst. „Dieser Arbeitsvorgang legt mich fest, zeigt aber auch neue Dynamiken“, stellt Schaffmeister fest. Es sind Dynamiken, die sich nur schlecht definieren lassen, sie haben etwas Amöbenartiges, dabei bleiben die einzelnen, sehr exakten Arbeitsschritte in der Überlagerung sichtbar. Das lackglänzende Schwarz changiert, offenbart undefinierbare Bewegungen und fordert zu einem Verstehen jenseits eigener Projektion auf: Die Betrachtenden sehen sich selbst gespiegelt, sie werden zu Mitakteuren der schwarzen Farbe – und der Umstände, wie sie auch seien.

"Kunst als Antithese zur Hoffnungslosigkeit"

„Kaugummiwelt“ und „Kinderzimmerfarben“ nennt Schaffmeister die drei gewählten Farben der 1,90 mal 1,40 Meter großen, selbst gebauten und bespannten Leinwände. So einfach wie „früher“ geht Welt eben nicht mehr, die vermeintliche Sicherheit wird gestört. Aber, so sagt Schaffmeister selbst, zugleich hätten die Formen etwas fast Leichtes, Veränderliches. Nichts muss so bleiben, wie es ist: „Ich bin nicht hoffnungslos. Kunst machen ist eine Antithese zur Hoffnungslosigkeit.“

Sammartino: "Schwarz ist sakrale Farbe"

Damit findet sie Zustimmung bei Jule Sammartino von der Gruppe 3/55, die Nijole Schaffmeister für „POOOLmag“ gewonnen hat und ihre Arbeiten kennt und schätzt. Sie gewinnt dem Schwarz noch eine ganz andere Bedeutung ab: „Schwarz ist auch eine sakrale Farbe“ – und längst nicht nur mit Trauer konnotiert. Für Sammartino ergibt sich der Reiz der Bilder aus der neuen Ebene, die sich durch die Spiegelungen der Künstlerin wie der Betrachtenden darüber legt – und in der genauen Beobachtung der übereinander gelegten Farbflächen fast filigran wirkt.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen