Studierende stellen im Haus Seel aus
„display and unfold“

Yannick Pütz, Anna-Lina Zimmermann, Carina Schmidt, Sabrina Diehl, Lara Velasquez Zuñiga, Uschi Huber, Mandy Lucht und Mustafa Kizilcay (v. l.) stehen vor dem räumlich größten Kunstwerk der Ausstellung, das von Marlena Guhlke stammt und die Vorder- und Rückseite des Haus Seels in einer neu arrangierten, dreidimensionalen Form zeigt. Ebenso wie die Künstlerinnen Jana Dönneweg, Nadine Kinzel und Luzie Pfeiffer konnte sie an diesem Abend nicht anwesend sein.
  • Yannick Pütz, Anna-Lina Zimmermann, Carina Schmidt, Sabrina Diehl, Lara Velasquez Zuñiga, Uschi Huber, Mandy Lucht und Mustafa Kizilcay (v. l.) stehen vor dem räumlich größten Kunstwerk der Ausstellung, das von Marlena Guhlke stammt und die Vorder- und Rückseite des Haus Seels in einer neu arrangierten, dreidimensionalen Form zeigt. Ebenso wie die Künstlerinnen Jana Dönneweg, Nadine Kinzel und Luzie Pfeiffer konnte sie an diesem Abend nicht anwesend sein.
  • Foto: Pauline Vollpert
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

pav Siegen. Was passiert, wenn ich eine Fotografie anders zeige? Genau dieser Frage gingen zwölf Kunststudierende der Universität Siegen zusammen mit ihrer Dozentin und Projektbetreuerin Prof. Uschi Huber nach. Kürzlich wurden die experimentierfreudigen Antworten, die im Brauhaus und auch unmittelbar am Präsentationsort Haus Seel entstanden sind, im Rahmen der Vernissage zur Ausstellung „display and unfold“ vorgestellt. Die Städtische Galerie dient dabei als eigenes potentielles Display (Schaustellung), das mit seiner White-Cube-Architektur eine neutrale Oberfläche bietet, die auf vielfältige Weise bespielt werden kann. Jede/r der zwölf Studierenden tat dies und fand dabei eine ganz eigene persönliche Interpretation von Display, die sich sowohl in der Verwendung verschiedener Materialien und Arbeitstechniken als auch in der Umsetzung minimalistischer sowie großflächiger Werke zeigte. Dabei kam besonders die spielerische Komponente in Bezug auf Raumeinnahme, Oberflächen, Formen, Farben und Objekten zum Ausdruck.  Das Display konnte bereits intendierte Gebrauchsspuren in Form von Fingerabdrücken und Kratzern aufweisen und sowohl digital als auch analog in Form von auf Zeitungspapier gedruckten Fotos, Bildcollagen, Spiegelungen, Wandprojektionen, die ein Display aus dem Spiel von Licht und Schatten schufen, verschiedenen Gegenständen und Diashows seine Wirkung und auch seinen Assoziationsspielraum entfalten.

Kaugummi- und Fotoautomaten

Zwischen einem von Künstler Yannick Pütz ausgestellten Kaugummiautomaten, der seine Displayform durch die Umfunktionierung in einen Fotoautomaten verändern kann, über wild wuchernden Löwenzahn von Jana Dönneweg, der sich entlang der Treppenstufen im Haus Seel sein eigenes Display sucht, und dem ganz persönlichen Display in Form von in Schrankschubladen ausgestellten und ausgemusterten Schuhen von Mustafa Kizilcay bis zu Sabrina Diehls Idee einer Raum-in-Raum-Situation, die mehrere Displays übereinander thematisiert, zeigte sich die intensive Beschäftigung mit den darstellerischen Möglichkeiten zu diesem Thema.

Kreatives Arrangement des Display-Motivs

Die Schaufenster-Fotografien von Lara Velasquez Zuñiga und Mandy Lucht stellen das Display auf verschiedene Weisen als undurchsichtigen Bildträger dar. Vivien Schneiders Display dient als Gestell für ihre Fotografien. Die Bilder mit Instagram- und Internetcharakter von Carina Schmidt und Anna-Lina Zimmermann schaffen ein aktuelles, aber auch bedenkliches digitales Display in Bezug auf eine zunehmende Blogger-Gesellschaft, die sich lieber mit der Ästhetik ihres Essens und weniger mit ihrem schädlichen Einfluss auf Natur und Umwelt (Beispiel Ederstausee) auseinandersetzt. All dies zeigt das kreative Arrangement des Display-Motivs.

Von André Malraux inspiriert

Ein weiteres Werk von Anna-Lina Zimmermann konnte außerhalb des Ausstellungsraumes durch das Schaufenster betrachtet werden. Es präsentiert auf dem Boden liegende und von ihr selbst aufgenommene „Selfies“ verschiedener Statuen, die aus unterschiedlichen Epochen stammen und an verschiedenen Plätzen der Welt zu finden sind. Inspiriert wurde sie dabei von André Malraux’ imaginärem Museum.

Spiel mit den Dimensionen

Bei allen jungen Kunstschaffenden zeigte sich ein neues, ganz individuelles Verständnis von der Art, wie ein Bild gezeigt werden kann. Es ist ein Spiel mit verschiedenen Dimensionen und Bildebenen sowie neuen Maßstäben und Interaktionsmöglichkeiten zwischen Kunstwerk und Betrachter, die dabei zum Ausdruck kamen. Ein Display wird zum vielseitigen Bildträger und gewinnt auch abseits der Wand einen neuen Charakter, der sowohl Illusion als auch Innovation verspricht.

Künstlergespräch im Haus Seel

Zum Vormerken: Am Donnerstag, 27. Juni, findet um 19 Uhr ein Künstlergespräch mit anschließender Führung im Haus Seel statt. Außerdem wird die Ausstellung während der „Nacht der 1000 Lichter“ geöffnet sein und dann besonders illuminiert erscheinen. Die Ausstellung läuft bis zum 14. Juni. Sie ist zu sehen dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonn- und feiertags von 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr.

Autor:

Pauline Vollpert (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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