Die drei besten Vorschläge zur Erweiterung des Siegerlandmuseums wurden am Donnerstag gekürt
Ein Entwurf aus Bielefeld kommt auf den ersten Platz

Mit einem Sheddach versehen könnte die Erweiterung des Siegerlandmuseums (sprich: Die beiden Bunker in der Burgstraße) ein „Hingucker“ werden.
4Bilder
  • Mit einem Sheddach versehen könnte die Erweiterung des Siegerlandmuseums (sprich: Die beiden Bunker in der Burgstraße) ein „Hingucker“ werden.
  • Foto: Büro Wannenmacher & Möller
  • hochgeladen von Redaktion Kultur

gmz - Von Wannenmacher & Möller kam ein Vorschlag mit einem stadtbildprägenden Sheddach und einem Umbau, der Spuren der Vergangenheit sichtbar bleiben lässt.
gmz Siegen. Mit 16:1 Stimmen wählte gestern die Jury unter dem Vorsitz von Heiner Farwick, Architekt und Stadtplaner aus Ahaus, in einer Mammutsitzung von elf Stunden einen Entwurf aus Bielefeld auf den ersten Platz im Verfahren um die Erweiterung des Siegerlandmuseums. Die beiden Bunker in der Burgstraße sollen, wie mehrfach berichtet, künftig das Siegerlandmuseum „vergrößern“. Zu diesem Zweck sind sie bereits von der Stadt Siegen erworben worden.
Die Bunker bilden, so heißt es in der städtischen Broschüre zur Ausschreibung des Wettbewerbs, „weißen Flecken“ in der Oberstadt, die städtebaulich aufgewertet und zugänglich gemacht werden sollten. Und gleichzeitig sollen sie die Ausstellungsfläche des Museums mit Hauptsitz im Oberen Schloss um 1000 Quadratmeter erweitern.
In den beiden Bunkern aus dem Zweiten Weltkrieg sollen u. a. die Wirtschafts- und die Stadt- sowie Regionalgeschichte Siegens und seines Umfeldes Platz finden und Flächen für Sonderausstellungsräume und museumspädagogische Angebote (gedacht ist an eine multimediale Lern- und Lehrwerkstatt) geschaffen werden (wir berichteten). Die Maßnahme gehört zum förderungswürdigen Projekt „Rund um den Siegberg“.

Jury beriet über anonymisierte Entwürfe

 Der Vorschlag des Büros Wannenmacher & Möller aus Bielefeld überzeugte die Jury im anonymisierten Verfahren (erst nach der Stimmauszählung wurden die mit Nummern versehenen Projekte mit den Namen der einreichenden Architekturbüros verbunden), so Jury-Vorsitzender Farwick bei der Vorstellung der Entwürfe für die Presse, hat durch den sensiblen Umgang mit der Bausubstanz der Bunker überzeugt und der geschickten, variablen Nutzung der vorhandenen Flächen. Auch der stattliche Baum im Hof vor den Bunkern ist Teil der Planungen …!
Der kleine Bunker soll dem Vorschlag zufolge als Eingang genutzt werden, er soll das Café und die Räume für die museumspädagogische Arbeit aufnehmen und alle Serviceräume enthalten. Unterirdisch gelangt man in den größeren der beiden Bunker, in den einige Fenster geschnitten werden sollen, um Tageslicht hineinzulassen, den Blick ins und aus dem Museum zu ermöglichen.

Spuren der herausgeschnittenen Decken und Wände bleiben sichtbar

Zwei der Bunkerdecken sollen herausgeschnitten werden, um die für ein Museum nötige Raumhöhe zu erreichen (die Bunkerdecken waren niedrig, die Räume eng). Die Spuren der Decken und Räume aber werden bleiben, so dass die historische Funktion des Gebäudes ablesbar bleibt. Somit hätte der Bunker dann zwei Etagen. Eine dritte wird oben auf das Bunkerdach gesetzt, mit großen (variablen) Fenstern.
Im Sheddach sind Dachluken-Fenster (ähnlich wie in den vielen Industriehallen der Region) vorgesehen, die den Ausstellungsraum auch von oben beleuchten, Und zudem, so Farwick, dem Gebäude ein charakteristisches, unverwechselbares Aussehen verleihen, das weithin sichtbar ist. Vorgeschlagen wird auch ein Logo auf dem Turm.

Berliner und Düsseldorfer Büros kamen auf Platz 2 und 3

Den zweiten Platz belegt der Vorschlag des Büros Bruno Fioretti Marquez aus Berlin, der in den großen Bunker einen neuen Eingang schneidet, den kleinen Bunker völlig entkernt, so dass ein sehr großzügiger Raumeindruck entsteht, und ein Satteldachgeschoss auf den großen Bunker setzt. Verbunden sind beide Bunker ebenfalls durch einen unterirdischen Gang. Der drittplatzierte Entwurf (Thörner Kaczmarek Architekten, Düsseldorf) sieht vor, den großen Bunker völlig von Decken zu befreien und neue Räume zu schaffen, gekrönt von einem Glasgeschoss auf der oberen Decke.
Die ersten drei der 18 Entwürfe (125 Büros hatten sich beworben, 21 wurden eingeladen, einen Entwurf einzureichen, 18 haben eingereicht) erhalten Preisgelder in Höhe von 20 000, 12 000 und 8000 Euro (Farwick schätzt die Kosten für die Büros auf 30 000 Euro pro Vorschlag).

Die Entwürfe werden jetzt "verfeinert"

Jetzt, so Siegens Bürgermeister Steffen Mues, geht es weiter mit den konkreten Verhandlungen mit allen drei Preisträgern. Die Entwürfe bilden ja nur den „Herbstmeisterstand“ ab, so Farwick. Auf ihrer Basis werden die Umsetzung der statischen, energetischen, bau- und feuerpolizeilichen und musealen Anforderungen geplant, die Umsetzungsmöglichkeiten geprüft, um eine seriöse Kostenschätzung zu ermöglichen. Was gebaut werde, so Farwick, könne anders aussehen.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen