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Claudia Michelsen mit Marlene-Dietrich-Lesung im Lÿz
Ein Weltstar privat

Claudia Michelsen eröffnete am Samstagabend mit der Lesung „Sag mir wo die Blumen sind …“ die Herbst-Saison im Kulturhaus Lÿz. Es war ein Abend, der eine andere, private Facette des Weltstars Marlene Dietrich zeigte.
  • Claudia Michelsen eröffnete am Samstagabend mit der Lesung „Sag mir wo die Blumen sind …“ die Herbst-Saison im Kulturhaus Lÿz. Es war ein Abend, der eine andere, private Facette des Weltstars Marlene Dietrich zeigte.
  • Foto: Jörg Langendorf
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

la Siegen. Am Ende ihres glamourösen Lebens lag Weltstar Marlene Dietrich einsam und krank in ihrer Pariser Wohnung und war sicher: Wenn ich sterbe, wird das zwei Tage die Welt interessieren, und dann werde ich vergessen sein. Ein Irrtum.
Bildhaft und mit feinen NuancenAuch 28 Jahre nach ihrem Tod sind ihre Lebenserinnerungen einen Abend wert, besonders dann, wenn eine Kollegin so bildhaft und mit feinen Nuancen aus ihrer Autobiografie „Nehmt nur mein Leben …“ liest: Claudia Michelsen (vgl. auch das Interview vom Samstag) eröffnete am Samstagabend im gut besuchten Schauplatz des Lÿz die Herbst-Saison im Zeichen der Corona-Krise mit den Erinnerungen einer Frau, die zur Legende wurde und als „Der blaue Engel“ Anfang der 30er Jahre die Filmwelt eroberte.

la Siegen. Am Ende ihres glamourösen Lebens lag Weltstar Marlene Dietrich einsam und krank in ihrer Pariser Wohnung und war sicher: Wenn ich sterbe, wird das zwei Tage die Welt interessieren, und dann werde ich vergessen sein. Ein Irrtum.

Bildhaft und mit feinen Nuancen

Auch 28 Jahre nach ihrem Tod sind ihre Lebenserinnerungen einen Abend wert, besonders dann, wenn eine Kollegin so bildhaft und mit feinen Nuancen aus ihrer Autobiografie „Nehmt nur mein Leben …“ liest: Claudia Michelsen (vgl. auch das Interview vom Samstag) eröffnete am Samstagabend im gut besuchten Schauplatz des Lÿz die Herbst-Saison im Zeichen der Corona-Krise mit den Erinnerungen einer Frau, die zur Legende wurde und als „Der blaue Engel“ Anfang der 30er Jahre die Filmwelt eroberte.
Die Dietrich galt als Sex-Symbol im prüden Amerika, die Erich Maria Remarque, Gary Cooper, Joseph P. Kennedy und ihre große Lebensliebe Jean Gabin, der sie verließ und dem sie Jahre hinterher trauerte, zu ihren Liebhabern zählte. Sie war eine Frau, die mit ihrem Mann Rudolf Sieber eine offene Ehe führte, wie man es heute bezeichnet, und die sich nie von ihm scheiden ließ. Die ihre Tochter Maria abgöttisch liebte und sie gegen die Widerstände der US-Filmbosse von Deutschland nach Amerika holte. Die sich Joseph  Goebbels'  Werben widersetzte und zur US-Truppenbetreuung durch die Welt zog.

Zeitlebens konsequent in ihrer Haltung

Marlene Dietrich, sagte Claudia Michelsen zu Beginn der eineinhalbstündigen Lesung, war eine unfassbar faszinierende Frau und zeit ihres Lebens konsequent in ihrer Haltung. „Und das bewundere ich. Sicher, es gibt auch sehr viele negative Berichte über die Dietrich, doch die möchte ich heute Abend nicht berühren.“
Und dann nahm sie ihre Zuhörerinnen und Zuhörer mit auf eine Reise des Dietrich-Lebens, spannte den Bogen von der Kindheit in einer preußischen Offiziersfamilie, dem Verhältnis zu ihrer Mutter, über ihre Zeit als Schauspiel-Anfängerin in Deutschland und den USA, ihre  Welttourneen als Sängerin und Entertainerin bis hin zu ihrem tragischen Ende, als sie auf der Bühne in ihrem eingenähten, fast durchsichtigen Kleid stolperte und sich den Oberschenkel brach.

Ein Mysterium bleibt sie

Die gebürtige Dresdenerin Claudia Michelsen, ganz in Schwarz gekleidet und als einziges Accessoire ihre randlose Brille, mischte in ihrer Lesung die Memoiren der Dietrich, die ihrer Tochter Maria Riva und des Regisseurs Josef von Sternberg, dem Regisseur des Filmklassikers „Der blaue Engel“, der in der Dietrich, der blutjungen Schauspiel-Elevin, die Idealbesetzung seiner Lola sah und der insgesamt sieben Filme mit ihr drehte, darunter auch „Shanghai Express“ und „The Devil Is A Woman“. Nach diesem Abend mag der Zuschauer eine neue Facette der Dietrich, die in Berlin-Friedenau begraben ist, kennengelernt haben, ein Mysterium bleibt sie trotzdem.
Landrat Andreas Müller hatte zu Beginn die Besucher zur Eröffnung der Saison begrüßt zur ersten kulturellen Präsenz-Veranstaltung seit März mit einem ausgeklügelten Sicherheitssystem, das hoffen lässt, dass auch die weiteren geplanten Veranstaltungen die Resonanz finden, die sich die Veranstalter wünschen.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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