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Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin vorm Apollo
Eleganz und Poesie

Sie hatten ihren Applaus vorm Apollo-Theater mehr als verdient, die Absolventinnen und Absolventen der Staatlichen Artistenschule in Berlin.
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  • Sie hatten ihren Applaus vorm Apollo-Theater mehr als verdient, die Absolventinnen und Absolventen der Staatlichen Artistenschule in Berlin.
  • Foto: Johanna Schirmacher
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

jon Siegen. Bald fängt in NRW die Schule wieder an. Für die acht jungen Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin ist sie gerade vorbei, die Schulzeit. Der Ernst des Lebens beginnt mal wieder, und zwar am Scheinerplatz vorm Apollo-Theater. Das Leben liegt nach einer jahrelangen Ausbildung zum staatlich geprüften Artisten mit Abitur vor ihnen, wie ein Maiskorn im Topf ploppt der Karriereweg auf. Aber ernst war es nicht – voller Tatendrang und Spaß ging es auf der Bühne zur Sache. Runter vom rollenden Sofa, rauf auf die Bühne mit „Popcorn“ – so der Titel des Programms am Freitag und der zweiten Vorstellung am Samstag.

jon Siegen. Bald fängt in NRW die Schule wieder an. Für die acht jungen Absolventen der Staatlichen Artistenschule Berlin ist sie gerade vorbei, die Schulzeit. Der Ernst des Lebens beginnt mal wieder, und zwar am Scheinerplatz vorm Apollo-Theater. Das Leben liegt nach einer jahrelangen Ausbildung zum staatlich geprüften Artisten mit Abitur vor ihnen, wie ein Maiskorn im Topf ploppt der Karriereweg auf. Aber ernst war es nicht – voller Tatendrang und Spaß ging es auf der Bühne zur Sache. Runter vom rollenden Sofa, rauf auf die Bühne mit „Popcorn“ – so der Titel des Programms am Freitag und der zweiten Vorstellung am Samstag.

Körperbeherrschung und Balance

Fünf Absolventinnen und drei Absolventen der 1956 gegründeten Artistenschule machten sich auf den Weg, das bis 2020 in der Ausbildung Gelernte zu zeigen, und das machten sie toll! Tanzszenen wechselten sich ab mit akrobatischen Höhenflügen mit Ring, Schlaufen und Trapezstange. Vollendete Körperbeherrschung und Balance waren dazu nötig, garniert mit Eleganz, Poesie und einer Leichtigkeit, die die viele Arbeit vergessen macht, bis man auf diesem Niveau Artistik betreiben kann.

Genussmomente für Auge und Ohr

Zum Staunen brachten die Künstlerinnen und Künstler das zahlreich erschienene Publikum auch mit Jonglage. Keulen wurden mit viel Geschick im Team jongliert, und Viola Schley war die Meisterin der weißen Bälle. Erst einen, zuletzt sieben balancierte und jonglierte sie mit einer unglaublichen Kunstfertigkeit und der „Bouncing“-Technik, bei der der Fußboden mit einbezogen wird. Das Musikstück dazu lieferte den Takt, den die Künstlerin mit ihren Bällen perfekt ausnutzte. Zu den „Private Investigations“ von den Dire Straits gab es eine wunderschöne Solo-Tanzakrobatik von Johanna Häußler zu bewundern – Genussmomente für Auge und Ohr.

Pop meets poets

Zwischen den einzelnen Akten spielte ein ellenlanges blaues Band aus Elastikstoff eine verbindende Rolle bei einem verwickelten Tanzstück. Pop meets poets – so könnte man die Show auch beschreiben. Zu funkigen, aber auch balladesken Popmusikstücken wechselten sich Tanzszenen mit Akrobatik ab. Und für zwischendurch hatte sich der Choreograph witzige Szenen mit großen Popcornbehältern ausgedacht, die als Ablenkung dienten, während im Hintergrund die nächste Szene vorbereitet wurde.
Der Tanz am Ring, der mal mehr, mal weniger hoch am Trapez schwang, verlangte Luzie Marschke eine außergewöhnliche Verbiegung ihres Körpers ab. Langsam sank die Dämmerung herab, und das stimmungsvoll beleuchtete Glitzerkostüm sorgte für glänzende Augen im Publikum. Larissa Reckter an den Zwillingsschlaufen und mit einem perfekten Pole-Dance verzauberte ebenso wie Lenya Lev, die am Tanztrapez Tanz und Artistik kombinierte.

Fetzige Musik, bunte Lichtblitze

Gesungen wurde auch! Drei der Artistinnen sangen ein Medley zur Mini-Gitarre aus Pop-Titeln, deren Texte kongenial miteinander verflochten waren. Wo früher brennende Fackeln wirbelten, schwingt man heute LED-Leuchtstäbe. Damit kann man ganz neue Lichterformen kreisen lassen, sogar das „Siegener-Sommer“-Logo leuchtete. Einer der vielen Höhepunkte war Tim Höfels Act mit seiner rasanten BMX-Fahrrad-„Dressur“. Mit fetziger Musik und bunten Lichtblitzen an der Apollo-Fassade machte das doppelt so viel Spaß. Physikalische Gesetze wurden scheinbar außer Kraft gesetzt; manche Szenen liefen so langsam ab, dass man dachte, man sähe eine Zeitlupensequenz. Wie man bei dem langsamen Tempo nicht vom Rad fällt? Tim weiß das, und dafür erntete er tosenden Applaus!

Popcorn-Show ging auf!

Nicht zu vergessen die Partnerakrobatik von Karim El Nakib und Raoul Rogula, die schon von klein auf gemeinsam im heimischen Kinder- und Jugendzirkus Erfahrung sammelten. Die Popcorn-Show unterm samtblauen Siegener Abendhimmelszirkuszelt ging auf! Die jungen Künstler sind jedenfalls mit dem Handwerkszeug gerüstet, das sie für eine Karriere als Artist benötigen. Kraft und Ausdauer dazu haben sie bereits bewiesen. Vielleicht hat diese Show ja bei den begeisterten Kindern vor der Bühne ein Körnchen in die Seele gepflanzt, auch mal Artist zu werden.

Sie hatten ihren Applaus vorm Apollo-Theater mehr als verdient, die Absolventinnen und Absolventen der Staatlichen Artistenschule in Berlin.
Der Tanz am Ring verlangte Luzie Marschke eine außergewöhnliche Verbiegung ihres Körpers ab.
Autor:

Johanna Schirmacher (Freie Mitarbeiterin)

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