Apollo-Theater stellt neue Spielzeit vor
Eröffnung mit Dieter Hallervorden

„Gottes Lebenslauf“ bringen Dieter Hallervorden (l.) und Peter Bause vom 21. bis 24. Oktober zur Eröffnung der Spielzeit 2020/21 ins Siegener Apollo-Theater. Es ist eine Spielzeit, die im Zeichen von Corona stehen wird.
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  • „Gottes Lebenslauf“ bringen Dieter Hallervorden (l.) und Peter Bause vom 21. bis 24. Oktober zur Eröffnung der Spielzeit 2020/21 ins Siegener Apollo-Theater. Es ist eine Spielzeit, die im Zeichen von Corona stehen wird.
  • Foto: DERDEHEMEL/Urbschat
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

aww Siegen. 13 Jahre war sie – zumindest für die Öffentlichkeit – kein nennenswertes Thema, jetzt kommt sie ganz groß raus: Apollos Lüftung! Eigentlich sollte es bei der Presserunde, zu der das Siegener Theater am Freitagnachmittag geladen hatte, um Rückblicke auf eine coronabeschädigte vergangene Saison und einen inhaltlichen Ausblick auf die ebenfalls im Zeichen des Virus stehende Spielzeit 2020/21 gehen. Ging es auch, aber der Star der Veranstaltung war die riesige Apparatur, die dafür sorgt, dass stets Frischluft in den Saal gelangt – unter jedem einzelnen Sitz mittels Lüftungsschlitzen frisch gefiltert ausgestoßen und dann (hoffentlich samt aller unliebsamer Krankheitserreger) Richtung Bühnenturm wieder abgeführt. „Keine Umluft, keine Verwirbelung“, verspricht das selbst ernannte „Frischluft-Theater Siegen“. In Zahlen bedeutet das übrigens: rund 18 800 Kubikmeter Frischluft bzw. zweimal kompletter Luftaustausch pro Stunde – mehr als 50 Kubikmeter für jeden der maximal 365 Besucher. 365 deshalb, weil die Apollo-Verantwortlichen sich, wie berichtet, dafür entschieden haben, jeden dritten Platz leer zu lassen (obwohl sie das nicht müssten). Bei einer Theaterbestuhlung bietet das Haus normalerweise 521 Plätze, bei Konzerten mit zusätzlichen Stuhlreihen 582.

Bürgermeister Mues: „Gefühl der Sicherheit geben“

Mit dieser Entscheidung, auch im Saal einen gewissen Abstand sicherzustellen, will Intendant Magnus Reitschuster nicht zuletzt den Sorgen des Abo-, also des schon etwas älteren „Stammpublikums“ Rechnung tragen. Gut so, findet Siegens Bürgermeister Steffen Mues: „Man muss den Leuten auch ein Gefühl der Sicherheit bieten, damit sie ins Theater kommen.“ Zur Sicherheit weiter beitragen soll eine Maskenpflicht, die bis zum Beginn der jeweiligen Vorstellung und beim Verlassen des Platzes herrscht. Außerdem wird es zu jedem Ticket einen Anhang geben, auf dem die Kontaktdaten der Besucherinnen und Besucher erfasst werden.

Apollo-Zeitung gibt Überblick

Ein Spielzeitbuch, wie es Apollo-Freunde gewohnt sind, wird für die kommende Theater- und Konzertsaison, die ja coronabedingt mit allerlei Fragezeichen versehen ist, nicht herausgegeben. Stattdessen bietet eine 32-seitige Apollo-Zeitung (Druck: Vorländer, sie liegt der Print-Ausgabe am Samstag bei) einen Überblick über die rund 100 Veranstaltungen, die das Apollo in einer quantitativ – aber nicht qualitativ, so die Ambition – reduzierten Spielzeit im Programm hat. Eine normale Saison, so Reitschuster, habe etwa 180 Vorstellungen. Zu den derzeit geplanten könnten allerdings, „wenn’s gut läuft“, noch zusätzliche Termine hinzukommen. Vorverkaufsbeginn ist am 8. Oktober, Tickets gibt es u. a. an der SZ-Konzertkasse.

Apollo will Kernpublikum erreichen

Wichtig ist Intendant Reitschuster: das Abo-Publikum, das Kernpublikum anzusprechen, ihm zu zeigen, dass es wahrgenommen wird. Und mehr denn je will das Apollo mit seinem Publikum in einen Dialog treten. Das schon beim „Festival der Abstände“ erprobte Nachgespräch soll die Regel werden. Heißt: „Apollo begrüßt“, danach Vorstellung und danach „Miteinander reden“.Die Zeiten, in denen die Besucherzahlen des Theaters Höhenflüge absolvierten, sind aufgrund der Pandemie wohl auf unabsehbare Zeit vorbei. Nach mehr als 97 000 Gästen in der Saison 2018/19 waren es in der vergangenen (2019/20), die wegen Corona abgebrochen werden musste, rund 65 000 – ein Drittel weniger

„Festival der Abstände“ wichtig wie Biennale

„Die Pandemie muss uns Demut lehren“, sagt Reitschuster, der nicht mehr so sehr auf die „Quote“ schauen mag. „Ich habe mir für die nächste Spielzeit vorgenommen, nicht zu fragen, wer nicht kommt, sondern die zu beachten, die da sind.“ Das „Festival der Abstände“, nach eigenen Worten das erste in Deutschland nach dem Lockdown, sei für ihn so wichtig gewesen wie jede Biennale. Es habe gezeigt, dass man die gesellschaftliche, die mentale Lähmung überwinden könne. Und wenn es um die Bedeutung des Theaters als „Lebensmittel“ gerade auch „in der Stunde der Not“ geht, wird Reitschuster leidenschaftlich: „Gerade jetzt wollen wir zeigen, was Theater kann“, und: „Theater ist jetzt essenzieller, als es war.“

„Menschenfeind“ von Molière mit Matthes

Eröffnet wird die Saison von Dieter Hallervorden mit der Komödie „Gottes Lebenslauf“ (21. bis 24. Oktober). Große Bühnenkunst verspricht im November das Deutsche Theater Berlin mit Molières „Menschenfeind“ und Ulrich Matthes. Die Philharmonie Südwestfalen wird manches Mal zu Gast sein, auch Dieter Falk und Guildo Horn etwa, es wird Masken-/Figurentheater geben, Konzerte in der Reihe „Apollo vokal“, und bei diversen Komödien „darf gelacht werden“, verspricht das Apollo. Neben dem Weihnachtskinderstück „Die Bremer Stadtmusikanten“ unter der Regie von Werner Hahn, Leiter des Jungen Apollo (JAp), wird es weitere Angebote für junge Theaterfans geben und, und, und. Die Apollo-Zeitung mit allen Terminen ist auch im Internet zu finden unter www.apollosiegen.de.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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