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Die Kulturgemeinden stehen vor einer herausfordernden Spielzeit – ein Überblick
„Es bleibt spannend“

Die Bühnen in der Region wollen (und sollen) wieder bespielt werden. Zum Beispiel mit dem Stück „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“, mit dem das Neue Globe Theater aus Potsdam am 18. September ins Pädagogische Zentrum nach Meggen kommen möchte.
  • Die Bühnen in der Region wollen (und sollen) wieder bespielt werden. Zum Beispiel mit dem Stück „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“, mit dem das Neue Globe Theater aus Potsdam am 18. September ins Pädagogische Zentrum nach Meggen kommen möchte.
  • Foto: Philipp Plum
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

ciu/aww Siegen. „Vorhang auf!“ heißt es in der kommenden Theater- und Konzert-Saison in der Region vielerorts, mancherorts aber nur in eingeschränktem Maße. Corona macht’s nötig, dass die Kulturveranstalter noch genauer überlegen müssen, was sie wie und wo und für wie viele Menschen sowie zu welchen Bedingungen von Herbst 2020 bis Sommer 2021 anbieten können. Einige Kommunen bzw. Kulturgemeinden haben ihre Programme bereits vorgestellt, andere verzichten eine Zeit lang komplett auf ein Angebot. Dort, wo Veranstaltungen angesetzt sind, wird in der Regel empfohlen, Tickets bereits im Vorverkauf zu erwerben, inklusive der Angabe persönlicher Daten (wegen einer möglichen Rückverfolgbarkeit im Falle einer Infektion).

ciu/aww Siegen. „Vorhang auf!“ heißt es in der kommenden Theater- und Konzert-Saison in der Region vielerorts, mancherorts aber nur in eingeschränktem Maße. Corona macht’s nötig, dass die Kulturveranstalter noch genauer überlegen müssen, was sie wie und wo und für wie viele Menschen sowie zu welchen Bedingungen von Herbst 2020 bis Sommer 2021 anbieten können. Einige Kommunen bzw. Kulturgemeinden haben ihre Programme bereits vorgestellt, andere verzichten eine Zeit lang komplett auf ein Angebot. Dort, wo Veranstaltungen angesetzt sind, wird in der Regel empfohlen, Tickets bereits im Vorverkauf zu erwerben, inklusive der Angabe persönlicher Daten (wegen einer möglichen Rückverfolgbarkeit im Falle einer Infektion). Immer gilt auch, dass manche Regelung sich je nach der dann geltenden Corona-Schutzverordnung wieder ändern kann. Zum gegenwärtigen Planungsstand gibt die Kulturredaktion einen Überblick – in alphabetischer Reihenfolge.

Bad Berleburg: „Schön vorsichtig auf Sicht“

„Wir werden weiter ganz schön vorsichtig auf Sicht fahren“, sagte Andreas Wolf, Vorsitzender der Kulturgemeinde Bad Berleburg, Anfang Juli im Gespräch mit unserer Kulturredaktion (wir berichteten ausführlich). Die Planungen an der Odeborn sehen zunächst eine gute Handvoll Veranstaltungen noch in diesem Jahr vor, angefangen mit dem Schlosshof-Open-Air mit einer kleinen Besetzung der Philharmonie Südwestfalen. Freilich hat die Kulturgemeinde auch schon für das nächste Jahr die eine oder andere Veranstaltung im Blick, hält aber noch hinter dem Berg. Denn: Man will in Bad Berleburg keine weiteren „Scherben ansammeln“, also nicht noch weitere Absagen in Kauf nehmen müssen. So ganz hat das indes nicht geklappt, denn die zunächst für 27. November angekündigte Show „We Rock Queen“, bei der die Kulturgemeinde allerdings lediglich Mitveranstalter war, wurde bereits wieder gecancelt. Für Indoor-Veranstaltungen hat die Kulturgemeinde einzig den großen Saal des Bürgerhauses am Markt für praktikabel befunden – 140 der 440 Plätze können, Stand jetzt, genutzt werden. Was die Internationale Musikfestwoche auf Schloss Berleburg betrifft, die in diesem Jahr ausfallen musste: Möglichst viel davon soll in die nächste Ausgabe, also ins nächste Jahr gerettet werden.

Bad Laasphe: „Wir gehen ganz vorsichtig vor“

Auch beim Kulturring Bad Laasphe heißt es: „Wir gehen ganz vorsichtig vor“, so Vorsitzender Wolfgang Gerber. So startet der Verein am Samstag, 29. August, mit einem Open-Air-Konzert im Kräutergarten hinter dem Haus des Gastes (das die Stadt Bad Laasphe gerade erst wieder für einen Betrieb geöffnet hat). Im Garten – wo Raum und Luft ist – feiert die Band Yazzmine mit Freunden ihr 20-jähriges Bestehen. Freilich, so Gerber, könne die Veranstaltung nur unter freiem Himmel stattfinden; ein spontaner Umzug ins Haus des Gastes sei nicht möglich. „Indoor“, wo sich die Räumlichkeiten je nach Bedarf vergrößern lassen (großer Saal plus kleiner Saal plus Foyer), gibt es im September einen „Männer“-Rezitationsabend mit Dr. Burkhard Engel, der voraussichtlich ein überschaubares Publikum interessieren wird, und am 3. Oktober das Sinfoniekonzert zum Tag der Deutschen Einheit – mit der Philharmonie Südwestfalen (in kleiner Besetzung) und einem Publikum auf Abstand. Dazu kommen Filme der Reihe „Kirche & Kino“. Neben dem Neujahrskonzert mit dem Hilchenbacher Orchester soll es 2021 weitere Veranstaltungen geben. Doch: „Wir wissen noch nicht so genau, wie man sich da rantastet.“

Betzdorf: Abonnenten gehen vor

Die VHS-Kulturgemeinde Betzdorf steht vor einer „eigentlich“ ganz normalen Saison. Sechs Veranstaltungen stehen an, gestartet werden soll am 27. Oktober mit dem „Tatortreiniger“ in der Stadthalle. Abonnenten würden zunächst bevorzugt behandelt, hieß es aus dem Rathaus, aus der Zahl der so vergebenen Plätze ergebe sich dann die Möglichkeiten eines zusätzlich freien Ticketverkaufs.

Dahlbruch: Hoffen und Abwarten

Der Gebrüder-Busch-Kreis (inklusive der Erndtebrücker Kulturinitiative) wird sein komplettes Programm am 18. August in einem Pressegespräch vorstellen. Startschuss für die neue Saison ist am 10. September. Dann soll das wegen Corona verschobene Konzert des Duos Franziska Heinen und Benjamin Mead im Gebrüder-Busch-Theater Dahlbruch stattfinden. Voraussichtlich werden hier in den Sitzreihen zunächst jeweils benachbarte Plätze frei gehalten. Dass sämtliche internationalen Künstler im Laufe der Saison anreisen könnten, sei zu hoffen, aber auch abzuwarten, so Busch-Kreis-Geschäftsführerin Dörthe Müller. „Es bleibt spannend.“

„Hai-Wi“: kleines Angebot hier, Planungen dort

Die Stadt Haiger, die im Verbund mit der Gemeinde Wilnsdorf für „Hai-Wi-Kultur“ verantwortlich zeichnet, hat das Glück, mit ihrer Stadthalle eine recht große Spielstätte nutzen zu können. Dennoch geht Kulturmacher Andreas Rompf eher vorsichtig zu Werke, startet die neue Spielzeit mit einem kleinen, feinen Angebot: am 11. September mit dem musikalischen Act „Oper Légère“, einem Duo (Gesang/Piano), das Beethovens „Fidelio“ unterhaltsam auf die Bühne bringen will. 112 Menschen könnten dieses Programm, das Teil des Mittelhessischen Kultursommers ist, potenziell anschauen. Am 25. September hat Haiger dann den „Hundeversteher“ Holger Schüler zu Gast. In Wilnsdorf und damit auf der Siegerländer Seite der Kalteiche laufen die Planungen für die neue Saison noch.

Herdorf: Hüttenhaus bis Jahresende geschlossen

Im Hüttenhaus wird sich in diesem Jahr kein Vorhang mehr öffnen. Das war Ende Juni, wie berichtet, unterm Strich das Ergebnis einer Pressekonferenz, zu der die Stadt und die beiden kulturveranstaltenden Vereine, der Kulturring Herdorf und der Kreis der Kulturfreunde Herdorf, eingeladen hatten. Damit ist klar, das die Spielzeit 2020/21 nur eine halbe werden wird – und auch nur eine für 2021. Bürgermeister Uwe Erner äußerte damals die Hoffnung, dass ein normaler Spielbetrieb zu den üblichen Rahmenbedingungen zum 1. Januar 2021 wieder möglich sein werde. 60 mögliche Besucher (Saalkapazität: ca. 430) bei 180 Kulturring-Abonnenten würden gar eine Auswahl erfordern – das geht für die Verantwortlichen gar nicht. Konkret sieht die Planung nun den Start mit „Exit Casablanca“ mit dem N. N.-Theater Köln am 20. Januar vor. Hinzu kommen im nächsten Frühjahr vier weitere Theaterabende. Der Kreis der Kulturfreunde bietet noch ein Konzert am 28. März mit dem Flex Ensemble an.

Kreuztal: volles, sattes Programm

Ganz anders gehen Holger Glasmachers und sein Team vom städtischen Kulturamt Kreuztal-Kultur vor: Auch wenn bei der offiziellen Programmvorstellung Anfang Juli viele Fragezeichen im Raum standen (die SZ berichtete), ist bei den Kreuztalern das volle, satte Programm geplant. Das heißt: An die 40 Veranstaltungen soll es nach Möglichkeit geben – mehr als ursprünglich geplant, denn es werden noch ein paar in diesem Frühjahr ausgefallene Veranstaltungen zusätzlich in die Saison 2020/21 (die erste komplette Spielzeit ohne Stadthalle, die umgestaltet wird) herübergerettet. Glasmachers, auch Vorsitzender des Kulturrings Siegerland-Wittgenstein, möchten den Menschen „ein Stück Normalität und etwas Vertrautes zurückgeben“, weiß aber auch: „Kommt eine zweite Welle, werden wir vermutlich alles eintüten können.“ Doch bekanntlich stirbt die Hoffnung zuletzt, und so ist derzeit auf der Kreuztal-Kultur-Website das folgende Mutmachende zu lesen: „Derzeit erreichen uns viele Anfragen, ob die kommenden Veranstaltungen im Rahmen der Spielzeit 20/21 auch wirklich stattfinden. Dies können wir zum gegenwärtigen Zeitpunkt bestätigen. Stand heute finden alle Veranstaltungen wie geplant statt.“

Lennestadt: 27 Veranstaltungen geplant 

Nicht wie zuvor voll besetzen, sondern auf 200 Sitzplätze beschränken will die Kulturgemeinde Hundem-Lenne das Pädagogische Zentrum in Meggen, wie es aus dem Rathaus Lennestadt hieß. Zunächst, so Karin Seidenstücker, die für das Organisatorische verantwortlich zeichnet, sollten die Abonnenten berücksichtigt werden, derzeit knapp 400 Personen, die sich auf zwei Abo-Reihen verteilten; dazu kämen Sondervorstellungen. Los geht es mit den insgesamt 27 geplanten Veranstaltungen am 18. September mit dem Schauspiel „Der tollste Tag oder Figaros Hochzeit“.

Neunkirchen: keine leichte Entscheidung

Im Freien Grund soll die Reihe „Kultur. Am Ort“ in ihre neunte Spielzeit starten – geplant für den 10. Oktober mit der Kabarettistin Esther Münch im Neunkirchener Otto-Reiffenrath-Haus. „Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, erklärt die zuständige Mitarbeiterin im Rathaus, Nicole Morgenschweis, in einer Mitteilung. Man habe sich aber „schließlich entschlossen, ein wenig Normalität einkehren zu lassen und die Saison 20/21 zu planen“. Die Zahl der Zuschauer müsse begrenzt werden, um die notwendigen Abstandsregeln einhalten zu können. Maximal 60 Personen könnten an den Veranstaltungen im Otto-Reiffenrath-Haus teilnehmen. Für die Kopernikusschule und die Aula des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums sollen nach den Ferien entsprechende Konzepte erarbeitet werden; diese bezögen sich auch auf den Ausschank. So werde eine Theke im kleinen Saal des Otto-Reiffenrath-Hauses aufgebaut und nicht im Foyer. Insgesamt würden statt Chören und großer Gruppen vorwiegend Einzelkünstler oder Duos zu Gast sein, heißt es aus dem Neunkirchener Rathaus.

Olpe: Saison „in gewohnter Form“

Mit einer Vorstellung des Klassikers „Nathan der Weise“ startet die Kreisstadt Olpe am 29. Oktober ihre Saison 2020/21, die, wie Klarissa Hoffmann aus der Kulturabteilung sagte, „in gewohnter Form“ stattfinden soll. Die Stadthalle biete in normalen Zeiten rund 850 Personen einen Sitzplatz; somit sei es möglich, den 280 Abonnenten (die ja nicht alle bei jedem Stück dabei seien) Theatererlebnisse zu ermöglichen.

Siegen: Apollo erst im Herbst am Start

Das Apollo – das in der Corona-Zeit ja mit seinem „Festival der Abstände“ ein außerordentliches Programmangebot gemacht hat – öffnet seine Theaterkasse erst nach dem 7. Oktober, Saisonstart wäre dann, Stand jetzt, erst im Herbst. Im Kulturhaus Lÿz geht es Mitte September wieder los; hier soll das komplette Programm in 14 Tagen öffentlich gemacht werden. Das Bruchwerk-Theater eröffnet seine Spielzeit mit dem Schauspiel „Fische“.

Autor:

Claudia Irle-Utsch (Redakteurin) aus Siegen

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