"Woche der Brüderlichkeit": Ausstellung über historische jüdische Gotteshäuser
Eva Maria Kraiss dokumentiert Synagogen in Osteuropa

Werner Stettner, kath. Vorsitzender der CJZ Siegerland, stellv. Landrätin Jutta Capito, Eva Maria Kraiss, Siegens Bürgermeister Steffen Mues und Jersika Grindel (CJZ Siegerland, v. l.) eröffneten zur „Woche der Brüderlichkeit“ die Fotodokumentation zerstörter und wiedererrichteter Synagogen im Haus Seel.
  • Werner Stettner, kath. Vorsitzender der CJZ Siegerland, stellv. Landrätin Jutta Capito, Eva Maria Kraiss, Siegens Bürgermeister Steffen Mues und Jersika Grindel (CJZ Siegerland, v. l.) eröffneten zur „Woche der Brüderlichkeit“ die Fotodokumentation zerstörter und wiedererrichteter Synagogen im Haus Seel.
  • Foto: Olaf Neopan Schwanke
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

ne Siegen. Geschehnisse können Geschichte werden – und wer aus der Geschichte nichts lernt, läuft Gefahr, sie zu wiederholen. Eine Floskel mittlerweile, aber eine ermahnende, die immer aktuell bleiben wird. Alle Laudatoren der vergangenen Sonntagnachmittag in der Städtischen Galerie Haus Seel eröffneten Fotodokumentation „Verwüstet, verfallen, wiederbelebt – Ehemalige Synagogen in Polen und der Ukraine“ bezogen sich in ihren Grußworten zur Vernissage und der damit für die Region initiierten, bundesweit begangenen „Woche der Brüderlichkeit“ auf die aktuellen gesellschaftlichen wie politischen Tendenzen der ethischen und sprachlichen Verrohung, der forcierten antidemokratischen Hetze und Verleumdung, der antisemitischen und xenophoben Populismen. Sie appellierten an alle Bürgerinnen und Bürger, sich aktiv den Demokratie- und Menschenfeinden entgegenzustellen.

"Woche der Brüderlichkeit" seit 1952

„Tu deinen Mund auf für die anderen“ lautet denn auch das diesjährige Motto der seit 1952 bundesweit ausgerichteten "Woche der Brüderlichkeit", die von den Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) getragen wird. Bürgermeister Steffen Mues verwies ebenso wie Werner Stettner, kath. Vorsitzender der CJZ Siegerland und Jutta Capito, die als stellv. Landrätin Schirmherr Andreas Müller vertrat, auf die letzten Anschläge in Hanau oder Kassel – und forderte in bewegender Emotionalität alle Demokraten auf, eindeutig Haltung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus, Antisemitismus und Nationalismus zu zeigen.

Ehemalige Synagogen in Osteuropa dokumentiert

Die schwäbische Fotokünstlerin und ehemalige Geschichts- und Geographiepädagogin Eva Maria Kraiss entwickelte nach den Begrüßungsworten vor einem großen wie interessierten Publikum Grundzüge einer historischen Einordnung ihrer von 2016 bis 2019 entwickelten Dokumentation, rund 200 ehemalige Synagogen in der Ukraine und Polen zu recherchieren, zu besuchen und deren Geschichte zu skizzieren. Der Bogen reichte vom Stetl der frühen Neuzeit über barocke Kriege und politische Pogrome, die Weltkriege, bis zur postsowjetischen Vernachlässigung und Umnutzung.
Über hundert Fotos von Innenräumen und Außenansichten einst mächtiger Wehrsynagogen der Renaissance, verfallener Historismusbauten und wenigerrenovierter Bethäuser, die wieder von neuen, kleinen jüdischen Gemeinden genutzt werden, dokumentieren die ästhetische Vielfalt wie die individuellen Schicksale der Gebäude, die Gesicht sind für ihre Zeit, ihre Glaubensvorstellungen und den Umgang der Gesellschaft mit dem baulichen Erbe der ausgelöschten jüdischen Gemeinschaften.

Eva Maria Kraiss: „Verwüstet, verfallen, wiederbelebt – Ehemalige Synagogen in Polen und der Ukraine“. Bis 22. März, Städt. Galerie Haus Seel, Siegen, Dienstag bis Samstag 14 bis 18 Uhr,
Sonntag 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr.
Mit Begleitprogramm.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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