TV-Kritik: „Der Zürich-Krimi: Borchert und der Tote im See“ (Das Erste)
Feine Zwischentöne mit Christian Kohlund

Borchert (Christian Kohlund) und Dominique (Ina Paule Klink) setzen sich für Borcherts Patentocher Jenny ein, die unverschuldet in Schwierigkeiten geraten ist.  „Der Zürich-Krimi – Borchert und der Tote im See“, der im Milieu der albanischen Mafia angesiedelt war, lief am Donnerstagabend im Ersten.
  • Borchert (Christian Kohlund) und Dominique (Ina Paule Klink) setzen sich für Borcherts Patentocher Jenny ein, die unverschuldet in Schwierigkeiten geraten ist. „Der Zürich-Krimi – Borchert und der Tote im See“, der im Milieu der albanischen Mafia angesiedelt war, lief am Donnerstagabend im Ersten.
  • Foto: ARD Degeto/Florian Froschmayer
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

aww Frankfurt. „Der Zürich-Krimi“ mit dem Titel „Borchert und der Tote im See“ (Donnerstagabend, Das Erste) war ein ruhiger Vertreter – verglichen etwa mit dem packenden Geiseldrama „Borchert und die tödliche Falle“ aus derselben Reihe vor zwei Wochen. Der neueste Fall mit Christian Kohlund in der Titelrolle war im Milieu der albanischen Mafia angesiedelt, baute wenig auf Spannung oder darauf, die Handlung voranzutreiben, sondern vielmehr auf das erzählerische Moment, das feine Zwischentöne einschloss, und nahm sich viel Zeit für nachdenkenswerte Dialoge, die intensive Stimmungen erzeugten. Dabei verzichtete der Film auf die sonst im TV-Krimi so gerne für den atmosphärischen Hintergrund genutzte bleiern-graue Tristesse. Geschossen und gemordet wurde zwar auch hier, und Borchert durfte auch mal körperliche Aktion zeigen – beim Hechtsprung in den Müllcontainer oder bei der Flucht in Unterhosen. Aber das war alles wohldosiertes Beiwerk in einem angenehm leisen Film, in dem Kohlunds samten knarrender Bass wunderbar zur Geltung kam.

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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