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Das sechsstimmige A-cappella-Ensemble Rajaton begeistert in „Apollo vokal“
Finnisch, furios, fantastisch und grenzenlos gut

„Rajaton“ heißt „grenzenlos“, was sich auch im Repertoire des finnischen Vokal-Ensembles Rajaton widerspiegelt. Die sechs Mitglieder wurden am Sonntag im Apollo umjubelt.
  • „Rajaton“ heißt „grenzenlos“, was sich auch im Repertoire des finnischen Vokal-Ensembles Rajaton widerspiegelt. Die sechs Mitglieder wurden am Sonntag im Apollo umjubelt.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

lip Siegen. Wunderbar, sich wieder im fast ausverkauften Apollo-Theater zu treffen. Nur einer fehlte: Schmerzlich vermisst wurde der am Donnerstag so plötzlich verstorbene Leiter des Jungen Apollo und omnipräsente Mitarbeiter des Apollo-Theaters Werner Hahn (die SZ berichtete). An der Rückseite des Spiegelzeltes konnte man seine unzähligen Tätigkeiten und Engagements in einem Artikel nachlesen, und im Theater lag ein Kondolenzbuch aus. Eine große Hommage-Veranstaltung ist geplant, so war zu erfahren.
Volksgut, Popsongs und EigenkompositionenIm März 2019 unterhielt sich Werner Hahn bei „Apollo begrüßt“ mit der Altistin Soila Sariola, die erklärte, „Rajaton“ bedeute „grenzenlos“, was sich auch im Repertoire widerspiegele.

lip Siegen. Wunderbar, sich wieder im fast ausverkauften Apollo-Theater zu treffen. Nur einer fehlte: Schmerzlich vermisst wurde der am Donnerstag so plötzlich verstorbene Leiter des Jungen Apollo und omnipräsente Mitarbeiter des Apollo-Theaters Werner Hahn (die SZ berichtete). An der Rückseite des Spiegelzeltes konnte man seine unzähligen Tätigkeiten und Engagements in einem Artikel nachlesen, und im Theater lag ein Kondolenzbuch aus. Eine große Hommage-Veranstaltung ist geplant, so war zu erfahren.

Volksgut, Popsongs und Eigenkompositionen

Im März 2019 unterhielt sich Werner Hahn bei „Apollo begrüßt“ mit der Altistin Soila Sariola, die erklärte, „Rajaton“ bedeute „grenzenlos“, was sich auch im Repertoire widerspiegele. Finnisches Volksgut, Popsongs, Eigenkompositionen aller sechs Mitglieder waren auch am Sonntagabend zu erleben. Zwei Uraufführungen der Sopranistin Aili Ikonen umrahmten das 90-minütige Programm. Mit Pep und Drive sang sie ihr lebhaftes „Laulamahan“, unterstützt vom Beatboxing (Jussi Chydenius) und Wechselgesängen ihrer Mitsänger.
Auch in „Aino-neiti“, eine vom Bassisten Jussi Chydenius komponierte, mit Scatgesang und schrägen Harmonien gewürzte Klanggeschichte über eine junge Frau, die aus Verzweiflung über eine Zwangsehe mit einem alten Mann ins Wasser geht, glänzte Aili Ikonen mit tollen Kantilenen ebenso wie die perfekt alle rhythmischen und harmonischen Klippen meisternden Kollegen. Traditionell finnisch, aber sechsstimmig aufgemischt, durfte die „Säkkijärven polkka“ im Programm nicht fehlen.

"Uphill" erklingt für Werner Hahn

Trauer drückten die Sängerinnen und Sänger von Rajaton über den Tod von Werner Hahn aus. Sie widmeten ihm das nachdenklich-schöne, von Jussi komponierte „Uphill“. Die deutsch gesungene „Geschichte einer Mutter“ (arrangiert vom Bariton Hannu Lepola) mit klagenden Frauenstimmen und Klopfgeräuschen der beatboxenden Männer (der Tod holt das kleine Kind) beeindruckte ebenso wie „Surma“ (Soila Sariola: Komposition und Solo), in dem die herrlich-plastische, vokalreiche finnische Sprache mit Fingerschnipsen, Füßestampfen und Klatschen zu einem irrwitzig komplizierten, aber perfekt rhythmisch-melodischen Gebilde verschmolz.
„Under pressure“ (Queen/David Bowie, arr. Hannu Lepola) ließ den Song von 1985 frisch in wechselnden Soli erscheinen. „Vihainen mies“ (Soila Sariola) thematisierte die „angry white men“, die gegen alles Liberale und Minderheiten wettern.

Mitkomponist Morton Vinther im Publikum

Alle sechs Sänger wechselten sich in den Ansagen ab (auf Englisch), und für jeden Song gab es neue Aufstellungen. „Butterfly“ betörte mit sanftem, hell tönendem Gaukeln. Die beiden Volkslied-Sommergesänge aus Lappland und Finnland machten den Unterschied klar: kurze Sommer und heftige Kontraste im Norden, fröhliche und unbeschwerte gute Laune im Süden.
In „Friday I´m in Love“ und „Crazy“ (ebenso wie die vorigen Songs arrangiert von Jussi) glänzten Ahti Pauna und Hannu Lepola solistisch. Der Mitkomponist des nächsten Stückes, Morton Vinther, saß im Publikum und konnte für das mit viel Hall und wechselnden Soli (Essi Wuorela, Jussi Chydenius) performte Stück „Consider me Told“ den Applaus entgegennehmen.
Ahti Pauna gab Elton Johns „Your Song“ Stimme und softes Klanggewand. Mit der Weltpremiere von Aili Ikonens „Niin se saapuu“ verabschiedeten sich die sechs Gesangsartisten. Für das beschwingte Frühlingslied ernteten sie abermals Riesenapplaus.

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Redaktion Kultur

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