Bruchwerk-Theater legt Spielplan vor
"Fische" - ein Stück über die Nähe

Das Stück „Beben“ – mit Irina Ries (r.) und Lisa Sophie Kusz – soll im November im Siegener Bruchwerk-Theater wieder aufgenommen werden. Auch „All das Schöne“ steht auf dem Spielplan der nächsten Saison erneut auf dem Programm. Dazu gibt es Premieren,
Konzerte und Workshops.
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  • Das Stück „Beben“ – mit Irina Ries (r.) und Lisa Sophie Kusz – soll im November im Siegener Bruchwerk-Theater wieder aufgenommen werden. Auch „All das Schöne“ steht auf dem Spielplan der nächsten Saison erneut auf dem Programm. Dazu gibt es Premieren,
    Konzerte und Workshops.
  • Foto: Bruchwerk/Bernd Dreseler
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

sz/pebe Siegen.  „Alles andere als unbefangen“ schaut das Siegener Bruchwerk-Theater zurzeit in die Zukunft. Nach dem vorsichtigen Rückblick auf das angestrengte Überleben in der Lockdown-Phase Ende Mai (die SZ berichtete) wagen die Macher nun mit dem Spielplan von September bis Dezember einen Blick nach vorn. Die Lockdown-Zeit habe gezeigt, „dass das Bruchwerk ohne Präsenz-Publikum nicht überleben kann“. Denn auf die Dauer sei ein Theater ohne Menschen, ohne den „abendlichen Schmelztiegel persönlicher Energien, nicht möglich“, heißt es im Anschreiben.Die neue Planung, die wieder auf Zuschauer und direkte Begegnung hofft, werde durch die neuen geltenden Corona-Auflagen möglich. Das Theater wolle sich aber zu Beginn der Spielzeit 2020/21 „ganz besonders bewusst machen, wie wichtig menschliche Nähe ist“. Die Macher hoffen, „dass sie möglich bleibt, wieder möglich wird und die Pandemie unsere Ängste davor nicht nachhaltig geschürt hat“. „Wir können das Theater wieder füllen“, sagte Geschäftsführer Tim Lechthaler dazu auf Nachfrage der SZ. Durch die Umstellung des Ticket-Systems sei eine „eindeutige Sitzplatzzuordnung“ möglich. 

Pešl: Zweisamkeit von Fisch und Mensch

Um die Nähe, aber auch den Aspekt einer künstlerischen Untersuchung des gesellschaftlichen Miteinanders zu betonen, eröffnet das Theater die Spielzeit mit einer offenen Probe (am Donnerstag, 10. September, um 19.30 Uhr mit anschließendem Austausch) zur neuen Produktion „Fische“.
Gerade dieses Stück, ergänzte Milan Pešl, werde sich intensiv mit dem Thema Nähe auseinandersetzen. „Hier geht es um Zweisamkeit, um die Abhängigkeit zweier Individuen – Fisch und Mensch –, die nicht zueinander passen und nicht in einem gemeinsamen Umfeld miteinander existieren können.“ Obwohl deutlich vor derCorona-Zeit ausgewählt, passe es doch sehr genau in die geschärfte Wahrnehmung der veränderten gesellschaftlichen Realität. „Sie machen deutlich, dass es eine unfassbare Not gibt, unter Menschen zu sein“, fuhr Pešl  fort. „Die Menschen brauchen diese Nähe. Was geschieht, wenn man sie nicht hat?“ 

"All das Schöne" kehrt zurück

Pešl ging sogar noch weiter: Der existenzielle Zugang zu Nähe und ihre coronabedingte Infragestellung gelte auch fürs Theater. So sei zum Beispiel im Oktober die Wiederaufnahme der Produktion „All das Schöne“ (Ducan Macmillan) geplant, eine Solorolle für Pešl. „Das Stück geht auf Tuchfühlung mit dem Publikum“, sagte er und ergänzte: „Wenn ich als Schauspieler das Publikum nicht umarmen kann, werden wir das nicht spielen.“Aber die Hoffnung auf den Spielbetrieb ist größer. „Fische“ hat am 18. September um 19.30 Uhr Premiere, weitere Aufführungen sollen am 19. September, am 3. und 16. Oktober folgen. Am 9. Oktober wird dann laut Plan „All das Schöne“ wieder aufgenommen, das nach der zweiten Vorstellung am 10. Oktober einmal im November und zweimal im Dezember auf dem Plan steht. Am 7. Oktober gibt es ein Konzert mit dem Jazz Band Ball Orchester (Zakopane) und Kiçik Bazar (Siegen), am 30. Oktober erneut ein Konzert mit Sound.Labor V_0.2.

Ziegler liest "Keltenkind", Henning Neuser spielt

Im November steht neben je zwei Aufführungen von „Fische“ und „All das Schöne“ noch einmal „Heute Abend: Lola Blau“ (14. und 15. November), aber auch die Wiederaufnahme von „Beben“ (20. November) auf dem Programm. Außerdem gibt es am 11. November eine szenische Lesung des Romans „Keltenkind“ von Steffen Ziegler. Im Dezember sind weitere Vorstellungen von „Beben“, „Fische“ und „All das Schöne“ vorgesehen. Henning Neuser will am 11. Dezember zu einem Konzert mit neuen Songs ins Bruchwerk kommen.Der Spielplan gibt bis zum Jahresende auch mehrere kürzere und längere Workshops an – darunter auch ein Vorsprechen in der Tollmut-Werkstatt für ein noch namenloses, partizipatives Tollmut-Stück, das am 19. Januar 2021 Premiere haben soll.  Weitere Infos: hier.

Das Stück „Beben“ – mit Irina Ries (r.) und Lisa Sophie Kusz – soll im November im Siegener Bruchwerk-Theater wieder aufgenommen werden. Auch „All das Schöne“ steht auf dem Spielplan der nächsten Saison erneut auf dem Programm. Dazu gibt es Premieren,
Konzerte und Workshops.
„Bruchwerker“ (v. l.): Geschäftsführer Tim Lechthaler, Künstlerischer Leiter Schauspiel Milan Pešl und Künstlerischer Leiter Werkstatt David Penndorf.
Autor:

Redaktion Kultur

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