Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) Siegerland
Förderung für Woche der Brüderlichkeit

Das Porträt „Gali“, in Acrylfarben gemalt von Tal Preger Galili mit 17 Jahren (heute ist sie ausgebildete Industriedesignerin, so die Sammler), ist Teil der Ausstellung in Siegen zur Woche der Brüderlichkeit.
  • Das Porträt „Gali“, in Acrylfarben gemalt von Tal Preger Galili mit 17 Jahren (heute ist sie ausgebildete Industriedesignerin, so die Sammler), ist Teil der Ausstellung in Siegen zur Woche der Brüderlichkeit.
  • Foto: Anat und Ehud Shamai/CJZ
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

sz/pebe Siegen/Köln. Ausstellungen, Konzerte, Theatervorführungen, Workshops und Diskussionsforen sollen im nächsten Jahr innerhalb des bundesweiten Veranstaltungsprogramms „2021 – Jüdisches Leben in Deutschland“ die kulturelle Landschaft auch in Nordrhein-Westfalen prägen. Dazu haben sich die beiden Landschaftsverbände Rheinland (LVR) und Westfalen-Lippe (LWL) zusammengetan. Am Dienstag gaben sie einen Ausblick auf ihre Beiträge. Mit dabei ist auch die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland (CJZ). 

800000 Euro für 24 Kulturprojekte

Der LVR habe mit „MiQua. LVR-Jüdisches Museum im Archäologischen Quartier Köln“, dem LVR-Institut für Landeskunde und Regionalgeschichte sowie dem LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen eine Projektfamilie gebildet, die die 1700-jährige Geschichte jüdischen Lebens im Rheinland sichtbar mache, so die Pressemitteilung. Der LWL mit seiner Kulturstiftung bringe sich in die Kooperation mit dem LVR ein und unterstütze 24 Kulturprojekte fast aller Kultursparten in Westfalen-Lippe mit rund 800000 Euro.

Programm in 14 Städten geplant

Mit ihrem Förderprogramm rief die LWL-Kulturstiftung im Sommer „erprobte“ Akteurinnen und Akteure sowie neue Kooperationspartnerinnen und -partner wie jüdische Kultusgemeinden zur Beteiligung auf: 24 Projekte in 14 Städten, darunter Bochum, Siegen, Gronau, Bielefeld, Münster und Minden sowie in digitalen Formaten formen daraus ein Veranstaltungsprogramm mit Lesereisen, Film- und Konzertreihen, Tanz- und Theaterperformances, Medienprojekten, Klanginstallationen und Ausstellungen. Neben bekannten Kulturorten gebe es dabei auch ungewöhnliche Plätze zu entdecken, die auch acht der elf in Westfalen-Lippe beheimateten jüdischen Gemeinden sowie die jüdische Gemeinde in Enschede (Niederlande) eingebracht hätten.

In Siegen: Woche der Brüderlichkeit

In Siegen ist die hiesige Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (CJZ) mit dem Projekt beschäftigt: „Wir, als Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Siegerland, freuen uns riesig über die Förderung, die wir vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe für die Durchführung unserer Ausstellung zur Woche der Brüderlichkeit 2021 bewilligt bekommen haben“, hieß es von dort auf Anfrage der SZ. Und weiter: „Gemeinsam mit Kultur Siegen und dem Kreisjugendring Siegen-Wittgenstein haben wir ein abwechslungsreiches Begleitprogramm erarbeitet und hoffen sehr darauf, dass wir es im Rahmen von Präsenzveranstaltungen durchführen können. Sollte dies nicht möglich sein, dann werden wir versuchen, virtuelle Ersatzangebote zu machen, um wenigstens etwas von den Ideen und Inhalten weitertragen zu können.“ Gefördert werde das Projekt mit 5475 Euro.

Kinder- und Jugendkunst aus Israel

Geplant ist demnach, anlässlich der Woche der Brüderlichkeit, diese am 28. Februar 2021 mit Kinder- und Jugendkunst aus Israel unter dem Titel „Speaking Art“ zu eröffnen – mit Arbeiten, die Gedanken, Erfahrungen, Freuden und Sorgen transportieren. Das Künstlerehepaar Anat und Ehud Shamai, das die Werke über 33 Jahre gesammelt hat, komme aus dem israelischen Partnerkreis Emek Hefer. Begleitend zur Ausstellung sollen Kunstworkshops mit Kindern und Jugendlichen aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein und Emek Hefer stattfinden, deren Ergebnisse dann in einer Finissage am 28. März vorgestellt werden.

Erinnerung an Komponisten Bachrich

Am 7. März gibt es mit dem Pianisten Alexander Breitenbach (Köln) ein Porträt des Pianisten und Komponisten Ernst Bachrich, einem Schüler von Arnold Schönberg, der aufgrund seiner jüdischen Herkunft 1942 deportiert und in Majdanek ermordet wurde.

Aspelmeier über "Erinnerung und Holocaust"

Am 18. März wird Jens Aspelmeier über „Erinnerung und Holocaust – Chancen, Grenzen, Grenzüberschreitungen“ sprechen. Wie entstehen unsere Geschichtsbilder, und was beeinflusst unser Geschichtsbewusstsein? Welchen Zusammenhang gibt es zwischen Politik und Geschichte? Welche kontroversen Formen der Erinnerungskultur entstehen dabei? Und welche Aufgabe haben Schulen und Geschichtswissenschaft angesichts einer bisweilen provokanten Auseinandersetzung mit der Vergangenheit? Diesen Fragen gehe Aspelmeier, Historiker und Seminarleiter für Gymnasium und Gesamtschule am Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Siegen, nach.

Oliver Vrankovic: "Nie wieder!"

„Nie wieder“ ist der Abend mit Oliver Vrankovic (Tel Aviv) betitelt, der am 25. März stattfinden soll. Er zeige anhand von Lebensgeschichten auf, was „Nie wieder!“ für Israel bedeute, so die Gesellschaft in ihrer Info. Der Vortrag mache deutlich, wie die Erinnerung an die Shoah und das Eintreten für die Sicherheit Israels zusammengehörten, heißt es weiter.

Steinmeier ist Schirmherr

In ganz Deutschland wird 2021 zum Deutsch-Jüdischen Jahr aufgerufen, initiiert von dem Verein „321-2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ in Köln, der das bundesweite Programm unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bündelt und sichtbar macht.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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