SZ

Abundzu und The Rogues From County Hell reißen Streaming-Publikum mit
Folkrockiger Doppelschlag bei Der virtuelle Hut

Es war dem Publikum ein Fest. Die heimische Irish-Folk-Band The Rogues From County Hell machte auch im Livestream eine ausnehmend gute Figur.
2Bilder
  • Es war dem Publikum ein Fest. Die heimische Irish-Folk-Band The Rogues From County Hell machte auch im Livestream eine ausnehmend gute Figur.
  • Foto: Der virtuelle Hut
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

anwe Siegen. An diese schon fast irgendwie traditionell gewordenen Virtueller-Hut-Abende vorm Laptop in Zeiten von Corona und mit bester Mucke auf dem Screen kann man sich immer mehr und besser gewöhnen, auch wenn man eigentlich kulturell momentan keine andere Wahl hat. Aber wenn zwei Folk-Truppen, die eine eher getragene Songs, die andere das volle Programm an Speed- und Irish-Folk-Nummern abliefernd, die virtuelle Bühne auf dem Bildschirm betreten, wird auch das Wohnzimmer wieder zum beglückenden Mitsing- oder auch fetzig-bebenden Abrock-Saal.

anwe Siegen. An diese schon fast irgendwie traditionell gewordenen Virtueller-Hut-Abende vorm Laptop in Zeiten von Corona und mit bester Mucke auf dem Screen kann man sich immer mehr und besser gewöhnen, auch wenn man eigentlich kulturell momentan keine andere Wahl hat. Aber wenn zwei Folk-Truppen, die eine eher getragene Songs, die andere das volle Programm an Speed- und Irish-Folk-Nummern abliefernd, die virtuelle Bühne auf dem Bildschirm betreten, wird auch das Wohnzimmer wieder zum beglückenden Mitsing- oder auch fetzig-bebenden Abrock-Saal.

Veritables Wohnzimmerkonzert von Abundzu

So ließ sich auch Matthias Ebertz, der ab und zu auch mal mit Abundzu unterwegs ist, zusammen mit Natalie Puchelt (Violine) und Marion Puchelt (Gesang, Gitarre) von Sebastian Zimmermann vom Verein Der virtuelle Hut nicht lange bitten und war nur allzu gern bereit, mit seinem Auftritt das Spenden-Motto „Support Your Local Artists“ mit Songs von Rock bis Irish Folk live-haftig im Siegener Lÿz zu unterstützen. Von den Emotionen der Erinnerung an Live-Auftritte lebend, bediente er am Freitagabend sein virtuelles Publikum mit Gitarre, Harp und markanter Gesangsstimme im heimischen Pantoffel-„Schauplatz“ - ein veritables Wohnzimmerkonzert.

Wie wahr: "Wish You Were Here"

Unvergängliche Klassiker vom Opener „Freedom“ über das gerade in den heutigen Zeiten des "Social Distancing" mega-aktuelle „Wish You Were Here“ und „Comfortably Numb“ von Pink Floyd bis hin zu David Bowies „Heroes“, dem Song, den Abundzu allen ihren „Alltagshelden“ in systemrelevanten Bereichen gewidmet haben, waren es allesamt Songs mit einer „Message“ - wie auch Citys „Am Fenster“ oder Pinks „Mr. President“. Matthias Ebertz im Duett mit Marion Puchelt am Mikro und besonders auch Natalie Puchelt mit virtuos gespielten Violinen-Riffs wussten als Abundzu ihre Cover-Songs einfühlsam und emotional zu performen. Die beiden Musikerinnen trugen einen erheblichen Teil zum musikalischen Gelingen des ersten Sets bei, bevor sie mit „I Remember“ als Retrospektive aus der Zukunft auf die heutige Zeit und mit einem Irish-Folk-Instrumental als Zugabe den Weg für die Rogues bereiteten.

Umbauphase wie Konzertpause genutzt

Die Umbauphase wurde wie in einer richtigen Konzertpause schnell für die dringend erforderliche Fan-Versorgung mit den bekannten lukullischen Notwendigkeiten genutzt.  Sessel, Fernsehtisch und Nuss-Schalen waren bereits für ausgiebige tänzerische Parkett-Einlagen vorm Bildschirm gewichen. Mit Dolby-Suround-Verstärkung gab man dem Stream des, freilich irgendwie etwas surreal anmutenden, Gigs der heimischen Speed-Folker und Irish-Folkpunker The Rogues From County Hell genügend Sound auf die Ohren - oder auch Kopfhörer.

Dem Vorbild Pogues ganz nah gekommen

Check, check, Vorbereitungen erledigt, Stream-Übertragung läuft weiter, und man realisiert: Auch trotz fehlenden Live-Publikums war das Konzert gefühlt ausverkauft, und Frontmann Acci wusste von Menschenschlangen vorm Lÿz zu berichten, die alle „nicht mehr reinkommen“. Und so stand die „allergeilste Streaming-Band“ ihren irischen Vorbildern, den Pogues um Mastermind Shane MacGowan, auch virtuell in punkrock-technischer Vermittlung deren 80er-Jahre-Lebensgefühls in nichts nach. Die Rogues um Frontmann Acci (Frank Büdenbender) brachten ihre virtuelle Fangemeinde – das wurde aus den Dauer-Posts während des Streams nur allzu deutlich – gehörig in Wallung.

Grüße an den Sonnenhof

Aber auch druckvolle Stücke von Folkrock-Institutionen wie den US-amerikanischen Folk-Punkrockern von Dropkick Murphys oder Flogging Molly balsamierten die Gehörgänge ordentlich ein, und die bewährte Rogues-Truppe ließ es im Schauplatz ordentlich mit Songs wie „Streams Of Whiskey“, „Devil’s Dance Floor“ und „Young Net On the Hill“, „Leaving Of Liverpool“ oder auch „A Pair Of Brown Eyes“ und „Greenland Whale Fisheries“ krachen. Sogar aus dem Fenster geworfene Sofas – man brauchte ja Platz zum Tanzen - wurden im Stream gemeldet, und Grüße wurden siegerland- und weltweit und zur Familie nach Breitenbach zum Sonnenhof rausgeschickt.

"Dirty Old Town" und "Bella Ciao"

Mit irischen Gassenhauern wie „Dirty Old Town“, „What Shall We Do With the Drunken Sailor“, “Irish Rover”, „Johnny I Hardly Knew Ya“ und so manchen weiteren speedigen Folk-Krachern ging dieser berauschende Gig mit dem italienischen Partisanenlied „Bella Ciao“ und „Streams Of Whiskey“ als Schlussraketen „mit Aussage“ viel zu schnell vorbei. Selbstredend „können die Rogues wirklich alles“: Sogar auch fernab von Festivals, Kneipen oder Stadtfesten, im nicht luft-, aber dafür menschenleeren Raum nicht nur einfach auftreten, sondern auch hier einfach alles geben, und vor allem alles „für die gute Sache und ohne Gage“ – und so mancher aus dem virtuellen Publikum musste sich sicher nach der schweißtreibenden Wohnzimmer-Abrock-Fete erst einmal zum Möbelkauf aufmachen.

Es war dem Publikum ein Fest. Die heimische Irish-Folk-Band The Rogues From County Hell machte auch im Livestream eine ausnehmend gute Figur.
Matthias Ebertz, Natalie Puchelt
(Violine) und Marion Puchelt (Gesang,
Gitarre) traten für den guten Zweck auf: „Support Your Local Artists“ heißt das Motto von Der virtuelle Hut.
Autor:

Redaktion Kultur

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Folgen Sie diesem Profil als Erste/r

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen