SZ

Seltenes Ereignis Orgelweihe
Fulminantes Auftakt-Konzert in St. Marien

Festliches Konzert zu einem seltenen Ereignis: Dekanatskirchenmusikerin Helga Maria Lange und Organist Matthias Schmitz spielten das erste Konzert der gerade gesegneten Sauer-Orgel anlässlich der Orgelweihe in St. Marien zu Siegen.
  • Festliches Konzert zu einem seltenen Ereignis: Dekanatskirchenmusikerin Helga Maria Lange und Organist Matthias Schmitz spielten das erste Konzert der gerade gesegneten Sauer-Orgel anlässlich der Orgelweihe in St. Marien zu Siegen.
  • Foto: Olaf Neopan Schwanke
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

ne Siegen. Gut siebzig Interessierte ließen sich das Miterleben eines selten gewordenen musikalischen, spirituell-gesellschaftlichen Ereignisses nicht entgehen: einer Orgelweihe. Am Sonntagnachmittag lud die Gemeinde St. Marien im Pastoralverbund „St. Johannes der Täufer Siegen“ zur lange verschobenen Segnung und Weihe der von der  St.-Christophorus-Kirche in Hannover erworbenen Siegfried-Sauer-Orgel. Sie war mit großem Engagement in die Krönchenstadt transferiert, dort ertüchtigt, angepasst und eingebaut worden (die SZ berichtete u. a. ausführlich im März), nun bezauberte sie in einem fulminanten Begrüßungskonzert mit ihrem wunderschönen Klang.

ne Siegen. Gut siebzig Interessierte ließen sich das Miterleben eines selten gewordenen musikalischen, spirituell-gesellschaftlichen Ereignisses nicht entgehen: einer Orgelweihe. Am Sonntagnachmittag lud die Gemeinde St. Marien im Pastoralverbund „St. Johannes der Täufer Siegen“ zur lange verschobenen Segnung und Weihe der von der  St.-Christophorus-Kirche in Hannover erworbenen Siegfried-Sauer-Orgel. Sie war mit großem Engagement in die Krönchenstadt transferiert, dort ertüchtigt, angepasst und eingebaut worden (die SZ berichtete u. a. ausführlich im März), nun bezauberte sie in einem fulminanten Begrüßungskonzert mit ihrem wunderschönen Klang.

Wie schwebend auf der Empore

Statiker, Architekten, die Denkmalbehörde passten das 28 Register umfassende Instrument an die Anforderungen des Kirchenschiffs an. Es steht nun anmutig, mit Zimbelstern, asymmetrischem Prospekt und Spanischen Fanfaren wie schwebend auf der unmerklich ertüchtigten Empore (immerhin 6,8 Tonnen schwer ist die Orgel, es parken also vier VW-Golf samt Fahrern auf der Empore – übereinander!). Nach der Weihe erklang es zum ersten Mal für die Gemeinde mit dem sonst gemeinsam gesungenen „Singt dem Herrn ein neues Lied“, das nun in einer feinen Komposition des vor genau 20 Jahren (10. August 2000) gestorbenen Wittener Komponisten und Musikprofessors Hatto Ständer von Dekanatskirchenmusikerin Helga Maria Lange intoniert wurde – Variationen auf den genannten Choral, ein programmatischer Beginn.

"Praline unter den Siegener Orgeln"

Diakon Matthias Weißner begrüßte und berichtete vom Prozedere, zitierte einen Siegener Organisten, der von der Orgel als einer „Praline unter den Siegener Orgeln“ sprach, dankte den anwesenden Beteiligten des Umzugsprojektes und führte durch das kirchenmusikalische Konzertprogramm.
Feingliedrig französisch erklang das renovierte Instrument im Allegro vivace des 1. Satzes der 5. Sinfonie des Romantikers Charles-Marie Widor (1844–1937), und der Choral nebst sechs Variationen auf „Freu‘ dich sehr, oh meine Seele“ von Christian Heinrich Rinck, an dessen 250. Geburtstag im Schatten seines Jahrgangskollegen Beethoven erinnert wird, spiegelte die klangliche Varietät des 1800-Pfeifen-Wunders wider.

"Königin der Instrumente" gab Audienz

Der Orgelmeditation von Daniel Schilling (Dechant des Mariendoms Neviges und einst Orgelbaulehrling bei Siegfried Sauer in Höxter), gesprochen von Matthias Meißner und gespielt von Matthias Schmitz, schloss sich eine imposante Improvisation von Schmitz an, die die Klangmacht der Orgel feierte, die Zimbelstern, Glockenspiel und namentlich die Spanischen Fanfaren so erschallen ließ, dass auch Passanten vor der Kirche zuhören konnten, wie die „König der Instrumente“ dem Oberstadt-Hofstaat Audienz gab.
Heroisch weiter ging es auch mit Herbert Brewers (1865–1928) „Marche héroique“, interpretiert von Helga Maria Lange, der Lust auf mehr schöne Orgelkonzerte in St. Marien machte – vielleicht ja künftig im Rahmen der Siegener Orgelwochen? Eine Eintrittskarte zum Kreis der regionalen Klangzauberköniginnen löste die Sauer-Heinemann-Orgel auf jeden Fall mit dem berühmten „Carillon de Westminster“ des vor 150 Jahren geborenen Louis Vierne, wieder mit ordentlichem Einsatz des Glockenspiels, das den Klangreigen des ersten Konzertes der neu für St. Marien geweihten Orgel abschloss. Auftrag und Dienst der Orgel sei es, so Dechant Karl-Hans Köhle, die Herzen der Gemeinde mit dem Klang in die Höhe zu Gott zu erheben – und dieser Dienst hat begonnen.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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