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Saxophon-Legende Pee Wee Ellis und sein „Spirit Of Christmas“ im Lÿz
Funkelnder Star

Ein ganz Großer: Alfred "Pee Wee" Ellis - am Freitagabend live im Lÿz.
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zel Siegen. Das vielleicht schönste „Merry Christmas“ in diesem Jahr hat verpasst, wer zu früh den Saal verließ. Der Star funkelte noch einmal, als man schon dachte, die Bühne würde dunkel bleiben. Wer im Gehen war, hielt inne und tat nichts außer zuhören – nur Pee Wee Ellis und seinem Saxophon, begleitet von Gareth Williams am E-Piano, bei Nat King Coles „Christmas Song“. Sänger Ian Shaw kam später dazu und sang die bekannten Zeilen „Although it’s been said many times, many ways: Merry Christmas, merry Christmas, merry Christmas to you“.
Und wenn es schon so viele Male und auf so viele Arten gesagt wurde: „Frohe Weihnachten“ – es schadet nicht und tut gut dazu, es wieder und wieder zu tun: auf die bluesige, auf die jazzige und die funky Art und Weise.

zel Siegen. Das vielleicht schönste „Merry Christmas“ in diesem Jahr hat verpasst, wer zu früh den Saal verließ. Der Star funkelte noch einmal, als man schon dachte, die Bühne würde dunkel bleiben. Wer im Gehen war, hielt inne und tat nichts außer zuhören – nur Pee Wee Ellis und seinem Saxophon, begleitet von Gareth Williams am E-Piano, bei Nat King Coles „Christmas Song“. Sänger Ian Shaw kam später dazu und sang die bekannten Zeilen „Although it’s been said many times, many ways: Merry Christmas, merry Christmas, merry Christmas to you“.
Und wenn es schon so viele Male und auf so viele Arten gesagt wurde: „Frohe Weihnachten“ – es schadet nicht und tut gut dazu, es wieder und wieder zu tun: auf die bluesige, auf die jazzige und die funky Art und Weise. So taten es Pee Wee Ellis und seine kleine Big Band am Freitagabend im ausverkauften Schauplatz im Siegener Kulturhaus Lÿz. Das Konzert – eine Kooperation von Jazzclub Oase, Kreuztal-Kultur und Kreis-Kulturbüro und präsentiert von der Siegener Zeitung – ließ kaum einen Weihnachts-Song-Wunsch unerfüllt: Viele amerikanische Klassiker waren dabei, das deutsch-internationale „Stille Nacht – Silent Night“, aber auch wer gekommen war, um alles zu schütteln, was er hat, konnte dies tun; immerhin war, so sagt man, der Erfinder des Funk im Haus – also bitte!

Genial zusammen: Ausnahme-Saxophonist Pee Wee Ellis und Trompeter Gary Winters, der auch auf Ellis' Weihnachtsalbum "The Spirit Of Christmas" von 2013 zu hören ist.
  • Genial zusammen: Ausnahme-Saxophonist Pee Wee Ellis und Trompeter Gary Winters, der auch auf Ellis' Weihnachtsalbum "The Spirit Of Christmas" von 2013 zu hören ist.
  • Foto: Regine Wenzel
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

Lauter Legenden: James Brown, Maceo Parker, Van Morrison

Alfred „Pee Wee“ Ellis ist 78 Jahre alt. Das merkt man ihm an, wenn er mit kleinen Schritten auf die Bühne kommt, wenn er sich auf seinen Barhocker setzt, wenn er spricht. Wenn er das Saxophon, das zu spielen er einst bei Sonny Rollins gelernt hat, in den Händen hält, gibt es keine Beschwerlichkeiten mehr, jetzt ist der Mann komplett. Seit 60 Jahren ist das so. Pee Wee Ellis hat mit James Brown, Maceo Parker und Fred Wesley gespielt, mit Van Morrisson, und seine eigenen Sachen gemacht. Und jetzt ist er da, sagt leise „Hello“ und „Welcome“ und bittet swingend „Rudolph the Red-Nosed Reindeer“ herein – was folgt, ist eine schöne Bescherung!

"Jingle Bells" ist heiß als Samba

Dass diese „yultide gay“, dieses musikalische Weihnachtsfest fröhlich wird, liegt natürlich auch an der Band, die diffizile Taktwechsel meistert und auf höchste Präzision bedacht ist. Jedes Mitglied – Dennis Rollins (Posaune), Gary Winters (Trompete), Denny Ilett (Gitarre und Gesang bei „I’ll Be Home For Christmas“!), Laurence Cottle (Bass), Gareth Williams (Piano/Keyboards) und Guido May, der deutsche Drummer, der wie Winters auch auf dem Album „The Spirit Of Christmas“ von 2013 zu hören ist – hat den Geist der Weihnacht und den Geist des Funk ihres Spiritus rector in sich, jeder fliegt mal frei und kehrt gern zurück in den kristallklaren Ensemble-Sound, es ist eine Freude! Übrigens ist „Jingle Bells“ als Samba ziemlich heiß, da könnte der Schnee unter den Schlittenkufen schmelzen.

Vocal-Stars an Bord: Ian Shaw und China Moses

Glitzernd gute Laune: Sängerin China Moses ist mit Saxophonist Pee Wee Ellis auf "Christmas"-Tour. Denny Ilett spielt Gitarre.
  • Glitzernd gute Laune: Sängerin China Moses ist mit Saxophonist Pee Wee Ellis auf "Christmas"-Tour. Denny Ilett spielt Gitarre.
  • Foto: Regine Wenzel
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

Dazu verblüfft der walisische Sänger Ian Shaw („immer noch Europäer, kein Brexiteer!“) mit einem selten gehörten Stimmumfang – zum Beispiel spannend: seine Version des Beatles-Hits „Eleanor Rigby“ und das schlicht-schöne Traditional „In The Bleak Midwinter“. Und fürs rechte Glitzern und gute Laune in dieser Jahreszeit sorgt die US-amerikanische Sängerin China Moses, die zuckersüß „Have Yourself A Merry Little Christmas“ wünscht, um gleich darauf bei „Merry, merry Christmas“, ihrer „bluesy, funky number“, abzugehen – „ich hab euch gesagt, sie ist ein Feuerball“, kommentiert Pee Wee Ellis in aller Seelenruhe. Vom Weihnachtsalbum des großen James Brown (1968) leihen  sich die Musiker „Santa Claus, Go Straight To The Ghetto“ – es gibt noch Weihnachtssongs zu entdecken da draußen, die nicht die gefühlt 236 431. Runde in der Dauerrotation der Radiosender drehen! 

"Stille Nacht" und "Cold Sweat" - was für eine Mischung!

Und dann die lieben, vertrauten Lieder… Pee Wee Ellis’ Solo bei „Stille Nacht – Silent Night“ ist der Moment, für den sich der Konzertbesuch schon gelohnt hat: so sanft, so soulful – man möchte weinen. Und gelohnt hat sich der Konzertbesuch, um das Warten wieder wertschätzen zu lernen. Zählen bis 16, dazu verdonnert Pee Wee Ellis sein Publikum kurz vor Ende des Abends (ohne Pause): bis 16 zählen, warten und aushalten, um dann bei „Cold Sweat“ um so heftiger auszubrechen. Dass mittlerweile alles steht, vorne ein paar Leute tanzen, scheint dem leise lächelnden Ellis zu gefallen – alright! Und dann noch diese kleine Schleife auf dem Geschenk zum Schluss: ein letztes „Merry Christmas“ für den Weg. Man muss dabei gewesen sein!

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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