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Hoffnungsprojekt Siegen schafft Verbundenheit auf musikalische Weise
Geboren in angstbesetzten Zeiten

Philipp Schneider (l.), von Beruf Anlagenelektroniker, und Lehrer Thomas Dietrich haben das Hoffnungsprojekt Siegen in Zeiten des Corona-Lockdowns ins Leben gerufen.
  • Philipp Schneider (l.), von Beruf Anlagenelektroniker, und Lehrer Thomas Dietrich haben das Hoffnungsprojekt Siegen in Zeiten des Corona-Lockdowns ins Leben gerufen.
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aww – Machen Mut mit Musik: Thomas Dietrich, Philipp Schneider und ihre Mitstreiter/-innen vom Hoffnungsprojekt Siegen.

aww Siegen/Obersdorf. Hoffnungsprojekt Siegen. Das spricht für sich. Mut machen will es, ein Stück Heimat geben, Geborgenheit im Bekannten, im Vertrauten. Und Hoffnung vermitteln eben. Es ist ein Projekt, geboren „in angstbesetzten Zeiten“, wie Mitinitiator Thomas Dietrich es ausdrückt, und letztlich entstanden aus eben jenen Zeiten heraus, in denen die Welt urplötzlich kopfstand – den Zeiten des Corona-Lockdowns.
Der Siegener Dietrich (54) und sein Obersdorfer Mitstreiter Philipp Schneider (31), beide Mitglieder der Freien ev.

aww – Machen Mut mit Musik: Thomas Dietrich, Philipp Schneider und ihre Mitstreiter/-innen vom Hoffnungsprojekt Siegen.

aww Siegen/Obersdorf. Hoffnungsprojekt Siegen. Das spricht für sich. Mut machen will es, ein Stück Heimat geben, Geborgenheit im Bekannten, im Vertrauten. Und Hoffnung vermitteln eben. Es ist ein Projekt, geboren „in angstbesetzten Zeiten“, wie Mitinitiator Thomas Dietrich es ausdrückt, und letztlich entstanden aus eben jenen Zeiten heraus, in denen die Welt urplötzlich kopfstand – den Zeiten des Corona-Lockdowns.
Der Siegener Dietrich (54) und sein Obersdorfer Mitstreiter Philipp Schneider (31), beide Mitglieder der Freien ev. Gemeinde (FeG) Siegen-Mitte und dort musikalisch im Worship-Bereich aktiv, riefen die Unternehmung ins Leben, als in puncto Gottesdienste praktisch nichts mehr ging – außer Streams oder sonstigen digitalen Ersatzlösungen.

Was ist ein Gottesdienst ohne Musik?

In den ersten Wochen des Lockdowns habe es zwei Online-Gottesdienste ausschließlich mit Predigt gegeben, erinnert sich Philipp Schneider im Gespräch mit der SZ-Kulturredaktion. Doch was ist ein Gottesdienst ohne Musik? Wenigstens ein paar Lieder sollten doch auch zu hören sein – und zwar „nichts aus der Konserve“, sondern „von den eigenen Leuten“, mit Stimmen, die den Gemeindemitgliedern vertraut sind, erklärt Thomas Dietrich. Und ergänzt: „Das ist etwas anderes, wenn es mit Herzblut gemacht wird. Und es ist bei den Menschen angekommen – das war es wert.“ Damit meint er gewiss die viele Arbeit, die das federführende Duo und seine Mitstreiter/-innen in kurzer Zeit in ihr Projekt gesteckt haben.

In die Technik „reingebissen“

„Reingebissen“ hätten sie sich in die digitale Aufnahmetechnik zu Hause, die sie erst einmal richtig zu beherrschen lernen mussten. Stücke wurden ausgesucht, Leadsheets geschrieben, Backingtracks mit Click-Spur und Vocal Guides zur Orientierung für die beteiligten Musikerinnen und Musiker erstellt und per Dropbox ausgetauscht, damit jeder zu Hause im stillen Kämmerlein sein Werk verrichten konnte. Unterstützung fanden Thomas Dietrich (Gesang und E-Gitarre) und Philipp Schneider (Akustik- und E-Gitarre) in ihren Ehefrauen Verena Schneider (Gesang) und Kristina Dietrich (Gesang und Keyboards), in Noam Siebert (Schlagzeug-Programmierung), Matthias Gräb (Bass) sowie Anni Gräb und Nicole Schmidt (beide Gesang) – allesamt Siegen-Mitte-FeGler.

Jede Woche zwei Lieder „rausgehauen“

Dann ging alles ganz schnell – wöchentlich wurden wurden zwei aufgenommene Lieder „rausgehauen“, selbst abgemischt mit den eigenen zur Verfügung stehenden Mitteln, versehen mit Text-Videos und unterlegt mit stimmungsvollen Bildern. Das kam beim Online-Publikum so gut an, dass es viele Rückmeldungen und Nachfragen gab, Wünsche laut wurden, die Lieder auch abseits der Gottesdienste aufrufen zu können. So entstand der YouTube-Kanal des Hoffnungsprojekts Siegen, auf den die Initiatoren inzwischen elf von insgesamt 16 Stücken hochgeladen haben, zuletzt erst vor wenigen Tagen eines. Zu hören sind Songs von bekannten Akteuren der christlichen Popszene wie Albert Frey, Hillsong United oder Thea Eichholz-Müller und auch zwei Eigenkompositionen von Thomas Dietrich („Du bist Heimat“, „Du segnest uns“).

Verbundenheit während des Lockdowns

Dietrichs Anspruch beim Hoffnungsprojekt ist es, Türen zu öffnen und dabei „selbstverständlich zu dem zu stehen, was ich glaube“: „Wenn die Leute angefasst werden durch die Musik und Texte, dann ist das voll gut.“ Die Gemeindemitglieder Verbundenheit spüren zu lassen in Zeiten des Lockdowns, war ebenfalls ein bedeutsames Anliegen. Philipp Schneider ist sich sicher: Vielen sind die Lieder im Gottesdienst besonders wichtig, denn „was Musik kann, kann nichts anderes“.
Hat sich das Projekt nun, da Präsenz-Gottesdienste wieder gefeiert werden können, überlebt? So ganz den Deckel drauf machen wollen Schneider und Dietrich nicht. Der YouTube-Kanal mit gegenwärtig mehr als 60 Abonnenten und rund 3000 Aufrufen jedenfalls ist gottesdienst- und gemeindeunabhängig. Und noch leben wir in und mit einer Pandemie …

Autor:

Alexander W. Weiß (Redakteur) aus Siegen

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