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Marianne Seelbach nähert sich der Heimat mit Nadel und Faden und Farbe
Genähte Bilder

Unverkennbar: Schloss Berleburg. Marianne Seelbach verknüpft verschiedene markante Elemente wie die Ansicht der Ställe oder der Türme, die Umzäunung, Teile des Gartens mit
dem Teich, den gepflasterten Eingang zum Hof, die Blumenpracht, und verbindet sie zu einem neuen Eindruck.
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  • Unverkennbar: Schloss Berleburg. Marianne Seelbach verknüpft verschiedene markante Elemente wie die Ansicht der Ställe oder der Türme, die Umzäunung, Teile des Gartens mit
    dem Teich, den gepflasterten Eingang zum Hof, die Blumenpracht, und verbindet sie zu einem neuen Eindruck.
  • Foto: privat
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sz - Inspiration für die Quilts sind Fotos und Erinnerungen. Anregungen findet Marianne Seelbach auch in der Siegener Zeitung.
sz/gmz Erndtebrück.  Es gibt höchst unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem eigenen Umfeld anzunähern, die Umgebung so zu erfassen, dass sie „Heimat“ wird. Der eine greift zu Erzählungen, in denen er eigene Erlebnisse oder historische Begebenheiten (die auch persönlich sein können) in eine Geschichte packt, die immer wieder erzählt wird. Die andere hält das, was ihr wichtig ist, im Foto fest und macht so Stimmungen für andere sichtbar. Wieder ein anderer greift zu Pinsel oder Stift und schafft so sein Bild von der Heimat. Marianne Seelbach aus Erndtebrück greift zu Nadel, Stoff, Faden und Farbe und quiltet „ihre Heimat“.

sz - Inspiration für die Quilts sind Fotos und Erinnerungen. Anregungen findet Marianne Seelbach auch in der Siegener Zeitung.
sz/gmz Erndtebrück.  Es gibt höchst unterschiedliche Möglichkeiten, sich dem eigenen Umfeld anzunähern, die Umgebung so zu erfassen, dass sie „Heimat“ wird. Der eine greift zu Erzählungen, in denen er eigene Erlebnisse oder historische Begebenheiten (die auch persönlich sein können) in eine Geschichte packt, die immer wieder erzählt wird. Die andere hält das, was ihr wichtig ist, im Foto fest und macht so Stimmungen für andere sichtbar. Wieder ein anderer greift zu Pinsel oder Stift und schafft so sein Bild von der Heimat. Marianne Seelbach aus Erndtebrück greift zu Nadel, Stoff, Faden und Farbe und quiltet „ihre Heimat“. Im Folgenden beschreibt sie, wie ihre besondere Technik des Quiltens funktioniert und wie ihre Bildwerke entstehen.
„Seit einigen Jahren fertige ich textile Wandbilder (Quilts)“, schreibt Marianne Seelbach, „nach eigenem Entwurf an. Ich male Motive auf Stoffstücke in Postkartengröße, bearbeite sie mit Nadel und Faden und setze die Teile als Patchwork zusammen. Ich fasse sie nach Art einer Schulwandkarte ein und hänge sie mit einer Kordel auf.“

Erst malen, dann sticken, dann nähen

Im Gespräch mit der SZ erläutert sie ihre Technik weiter: Sie färbt die Stoffstücke ein, um eine Hintergrundfarbe zu erhalten (oder lässt sie weiß, wenn der Hintergrund weiß bleiben soll, wie beispielsweise in dem Berleburger Bild die Schlossfassade), bügelt ein Vlies auf die Rückseite, malt dann die Konturen der Bildelemente vor, dann aus, und umstickt sie anschließend, um sie deutlich hervorzuheben. Das macht sie manchmal mit der Maschine (zum Beispiel die angedeuteten Schiefer auf dem Dach im Berleburger Schlossbild), oder auch mit der Hand, je nach Motiv. Manche Details stickt sie auch ohne „Malvorlage“, zum Beispiel die Blumen des Schlossgartens. Da, wo die Stickerei ganz fein und detailreich sein muss, greift sie selbst zu Nadel und Faden … Anschließend näht sie die verschiedenen Stücke zum großen Bild zusammen.
Diese für traditionelle Quilter eher ungewöhnliche Technik hat sie im Laufe der Zeit entwickelt und sieht, dass sie sich bewährt: Wenn sie die Stoffstücke, meist in Postkartengröße, erst nach dem Besticken zusammenfügt, kann sie das „Zusammenziehen“ der Stoffstücke beim Besticken besser einplanen, und der ganze Quilt wird nicht „krumm und schief“.

Technik verfeinerte sich im Laufe der Jahre

Im Laufe der Zeit und einiger Wandbehänge hat sie auch einen Blick für „quiltbare“ Motive entwickelt, weiß, dass die Quilts am besten wirken, wenn die Motive einigermaßen symmetrisch aufgebaut sind.
Angefangen mit den großen Wandquilts habe sie, berichtet sie weiter, um Urlaubserinnerungen festzuhalten. Sie nahm Fotos und Postkarten als Vorlage für die Bilder. Gerade in der in unseren Breiten oft dunklen und trübsinnigen Jahreszeit genoss sie es, farbenfrohe Bilder aus dem warmen Süden anzusehen und sich an die Sommerstimmung zu erinnern.
Nach und nach kamen dann zu den Urlaubserinnerunen auch Wandbilder mit Motiven aus Wittgenstein, dem Sieger- und Sauerland und dem benachbarten Hessen hinzu. „Inzwischen habe ich über 60 regionale Themen bearbeitet“, führt Marianne Seelbach aus, zu den Themen Brauchtum, bekannte Persönlichkeiten, die Landschaft zu verschiedenen Jahreszeiten und auch mehr als 20 Quilts mit Motiven aus heimischen Städten und Dörfern. Dabei komme es ihr nicht darauf an, einen Ort „realistisch“ und aktuell abzubilden, wichtiger sei es, den historischen Kern mit den für den Ort typischen Gebäuden vorzustellen.

Erinnerungen  - und Bilder - setzen sich zusammen

Die meisten Motive könne sie anhand von Fotos ihres Mannes gestalten. Sie stelle aber auch fest, dass sie sich an so manches Gebäude noch erinnern könne, das inzwischen abgerissen sei oder umgebaut. Um auch der Vergangenheit gerecht zu werden, greife sie auf historische Aufnahmen zurück, die sie zum Teil in der Siegener Zeitung finde: Beiträge zur Heimatgeschichte, die sie persönlich interessierten, habe sie schon seit vielen Jahren aufgehoben … Diese Sammlung, fährt sie fort, sei nun eine wahre Fundgrube.
Aber auch aktuelle Beiträge im Heimatteil regen ihre Fantasie an. Ein Bericht über „Hollekuse Willäm“ ließ sie ihren Fundus durchsuchen, und so entstand mit einem gehörigen Schuss Fantasie aus schwarz-weißen Fotos ein buntes Wandbild von „Hollekuse Willäm“ und seinen Ideen. Auch der Quilt „E d‘r Stadt“ entstand teilweise nach Fotos in der Siegener Zeitung. Er zeigt die Stadt, wie die Handarbeitsbegabte sie aus den 60er-Jahren in Erinnerung hat: Sie fuhr zweimal im Jahr mit ihrer Mutter zum Einkaufen von Erndtebrück nach Siegen. Da sich „Henner“ und „Frieder“ nicht als Ganzes darstellen ließen, sind ihre Werkzeuge stellvertretend für sie abgebildet. In späterer Zeit zog es Marianne Seelbach und ihren Mann häufig zu Konzertbesuchen nach Siegen, zum Beispiel zur Kantorei in die Nikolaikirche.
Vor Kurzem erst wurde ein Quilt mit dem Titel „Hüttental“ fertig. Inspiration dazu waren Bilder in der Siegener Zeitung von Boschgotthardshütten und dem Schlösschen in Weidenau, an dem die Quilterin einige Jahre auf ihrem Weg zur Schule vorbeigegangen ist.

Viele Quilts zu regionalen Themen erstellt

Der Bericht über die Restaurierung einer barocken Haustür in Freudenberg regte die Erndtebrückerin an, nach Freudenberg zu fahren, um dort Haustüren und Fachwerk zu fotografieren. „Alter Flecken“ hängt nun neben anderen Siegerländer, Wittgensteiner und Sauerländer Orten an der Wand. Leider passten nur zwei Türen ins Bild. Weitere Fotos von schönen alten Haustüren, Fachwerkhäusern und Kirchen warten noch auf ihre „Verwertung“ … Aber derzeit sitzt sie an einer Arbeit, in der sie die verschiedenen Erndtebrücker Ortsteile in einem großen „Erndtebrück-Bild“ zusammenführen wird. Auch da gilt wieder: Marianne Seelbach verwendet nicht nur die heutigen Ansichten, sondern bringt auch historische und nicht mehr existierende Ansichten ins Bild!

Autor:

Redaktion Kultur

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