SZ

Martin Zielke zu den neuen Aufgaben seiner Initiative „Siegen sind wir“
Gestaltung als soziales Projekt

Stadt mit Licht und Schatten: Martina Grebe (l.) und ihre Mutter Tzveta Grebe setzen auch an lauschigen Eckchen thematische Arbeiten in Formen und Farbe um – wie hier im unteren Bereich der Hinterstraße in Siegen.
2Bilder
  • Stadt mit Licht und Schatten: Martina Grebe (l.) und ihre Mutter Tzveta Grebe setzen auch an lauschigen Eckchen thematische Arbeiten in Formen und Farbe um – wie hier im unteren Bereich der Hinterstraße in Siegen.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pebe Siegen. Er ist freundlich, verbindlich und hat eine erstaunliche Ausdauer, wenn es um „seine“ Idee geht. Seit 17 Jahren mittlerweile ist Martin Zielke in Siegen mit einer Parole, einer Zielformulierung unterwegs: „Siegen sind wir“ – keine Feststellung, sondern eine Aufforderung. Die sei der Satz für ihn immer gewesen, sagt der 79-jährige frühere Pädagoge. Was klein begann, mit „Aufhübsch-Aktionen“ in Schmuddelecken und an unansehnlichen Straßenfluchten, hat sich zu einem veritablen Dauerbrenner entwickelt, in dem die künstlerische Gestaltung von Strom- und Schaltkästen ebenso ihren Platz hat (man glaubt ja gar nicht, wie viele dieser Dinger in Einheitsbeige in einer Stadt herumstehen!) wie große Malaktionen, Straßenfeste und Stadtverschönerungen.

pebe Siegen. Er ist freundlich, verbindlich und hat eine erstaunliche Ausdauer, wenn es um „seine“ Idee geht. Seit 17 Jahren mittlerweile ist Martin Zielke in Siegen mit einer Parole, einer Zielformulierung unterwegs: „Siegen sind wir“ – keine Feststellung, sondern eine Aufforderung. Die sei der Satz für ihn immer gewesen, sagt der 79-jährige frühere Pädagoge. Was klein begann, mit „Aufhübsch-Aktionen“ in Schmuddelecken und an unansehnlichen Straßenfluchten, hat sich zu einem veritablen Dauerbrenner entwickelt, in dem die künstlerische Gestaltung von Strom- und Schaltkästen ebenso ihren Platz hat (man glaubt ja gar nicht, wie viele dieser Dinger in Einheitsbeige in einer Stadt herumstehen!) wie große Malaktionen, Straßenfeste und Stadtverschönerungen. Beim Treffen mit der SZ skizziert Zielke, was trotz, während und nach Corona an Aufgaben auf ihn und seine ehrenamtlichen Mitstreiterinnen und Mitstreiter zukommt.

Tzveta und Martina Grebe in Aktion

Wir treffen uns Corona-konform auf Distanz im Bereich Hinterstraße in Siegen, am temporären Arbeitsplatz von Tzveta Grebe, treue Mitstreiterin seit vielen Jahren, außerdem studierte Künstlerin und voller Umsetzungsideen. Gerade arbeitet die aus Bulgarien stammende Künstlerin mit ihrer Tochter Martina (22), die mit zum Team gehört, an der Bildgestaltung eines Schaltkastens nahe einem Gastro-Außenbereich – natürlich themenbezogen mit Figuren, die das schon können, worauf wir noch warten: relaxt bei einem Getränk beieinander sitzen und erzählen. Tzveta Grebes Pinselführung ist aus dem Stadtbild nicht mehr wegzudenken – auch wenn sie ab und zu neue Techniken einsetzt. „Ich denke die Wechselwirkung mit der Umgebung mit“, sagt die Künstlerin, das sei „das Schwierigste im öffentlichen Raum“, aber es mache die Arbeiten auch interessant. Das sei an den Reaktionen der Passantinnen und Passanten zu merken, wenn sie an der Arbeit sei.

Auch Jugendliche zum Nachdenken bringen

„Das ist nicht nur Gestaltung im Sinne punktueller malerischer Veränderung“, ergänzt Martin Zielke, sondern es sei „bewusste Stadtteilgestaltung“. Wie sehr das Thema einer „ansehnlichen“ Stadt auch ein pädagogisches und soziales sei, mache die Erfahrung der Gespräche vor Ort deutlich. Dabei könne man über Grundsätzliches ins Gespräch kommen, auch Jugendliche zum Nachdenken darüber bringen, wie sie ihre Stadt wollten und was sie sich vorstellten. Zielke, immer noch überzeugter Pädagoge, meint dazu: „Positive Kritik, mehr Tun als Worte, Mitarbeit und Mitverantwortung helfen, eine Stadt attraktiver, lebens- und liebenswerter zu gestalten.“

Bürgermeister und Verwaltung unterstützen

Das Verhältnis zur Stadtverwaltung habe sich im Laufe der Jahre „sehr entspannt“, betont Martin Zielke, ihm werde nun – vom Bürgermeister bis zur Abteilung Straßen und Verkehr – vielfältig geholfen, es gebe Hilfen bei notwendigen Antragstellungen, Absprachen seien unbürokratisch möglich.
Mittlerweile hat die Initiative auch eine erweiterte Organisationsform bekommen – als „Siegen sind wir – Si. gestalten“, wobei der zweite Namensbestandteil einen eigenen Verein bezeichnet. Als „Kernteam“ nennt Zielke Tzveta und Martina Grebe, Kristina Fritsch (Videos, Dokumentation und Ähnliches), Susanne Krüger (Kunstkreis Siegerland) und Julian Arzdorf als Graffiti-Künstler.

Viele Kooperationspartner im Boot

Wichtig sei der Kontakt zu vielen weiteren Kooperationspartnern, z. B. zu den Heimatvereinen, die bei der Beratung des Möglichen und Sinnvollen unerlässlich seien, aber auch zu Schulen oder der Uni. Ob Blumenkästenbepflanzung (Einsatz für Ein-Euro-Jobber mit deren Betreuung), Begrünungsarbeiten, künstlerische Gestaltung von Wandflächen, Entfernen von Graffitis oder Kooperation mit den Sportfreunden – es sei im Lauf der Jahre „ein gestalterisches soziales Projekt daraus geworden“, stellt Martin Zielke fest, und das sei von Anfang an sein Ziel gewesen. Weit mehr 10 000 Stunden, überschlägt er auf Nachfrage, habe er persönlich in das Projekt gesteckt, insgesamt seien schon mehr als 20 000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit geleistet worden.

Martin Zielke, Spiritus rector von „Siegen sind wir“, hat ständig neue Ideen zur Verschönerung der Stadt.
  • Martin Zielke, Spiritus rector von „Siegen sind wir“, hat ständig neue Ideen zur Verschönerung der Stadt.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

Auf der To-do-Liste: der Kutschenweg

Und „die Arbeit wird nicht weniger“, sagt Zielke lachend. Großprojekte gehören dazu, wie im Sommer vorigen Jahres die VWS-Wandgestaltung „Von der Postkutsche zum Hybridbus“ (die SZ berichtete). Für dieses Jahr ist u. a. die künstlerische Gestaltung von 25 Versorgungskästen an der Leimbachstraße, 15 Kästen am Rosterberg – alles mit heimatbezogenen Motiven – vorgesehen, enge Kooperationen mit Heimatvereinen in verschiedenen Stadtteilen sollen erfolgen, aber zum Beispiel auch die Zusammenarbeit mit einer Kita für ein generationenübergreifendes Projekt und, als besondere Herausforderung, die Neugestaltung des Kutschenwegs am Unteren Schloss im Bereich des Durchgangs zum Schlossplatz – es bleibt also massig zu tun.

Heimatfonds NRW gibt Fördermittel

Finanziert wird das Engagement mit Beiträgen aus dem Förderprogramm Heimatfonds NRW. Das Besondere daran: Für jeden eingeworbenen Euro legt das Land einen weiteren drauf – Obergrenze 40 000 Euro. Und die habe er erreicht, sagt Zielke. Die Stadt habe 8000 Euro beigesteuert und selbst 5000 Euro eingeworben, die restlichen 27 000 Euro seien zum anderen durch Werbetouren bei Firmen, Heimatvereinen, der Bürgerstiftung und Privatpersonen zusammengekommen. Die mit den zuständigen Stellen abgesprochenen Gestaltungsmaßnahmen müssen nun bis Ende 2021 fertiggestellt sein – Bedingung für die Mittelgewährung. Über die finanziellen Mittel hinaus ist es Zielke ganz wichtig, allen Helfern und Unterstützern zu danken – „denn Siegen sind wir alle“, betont er.

Stadt mit Licht und Schatten: Martina Grebe (l.) und ihre Mutter Tzveta Grebe setzen auch an lauschigen Eckchen thematische Arbeiten in Formen und Farbe um – wie hier im unteren Bereich der Hinterstraße in Siegen.
Martin Zielke, Spiritus rector von „Siegen sind wir“, hat ständig neue Ideen zur Verschönerung der Stadt.
Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

following

Sie möchten diesem Profil folgen?

Verpassen Sie nicht die neuesten Inhalte von diesem Profil: Melden Sie sich an, um neuen Inhalten von Profilen und Orten in Ihrem persönlichen Feed zu folgen.

Eine/r folgt diesem Profil
ThemenweltenAnzeige
Die Pizzeria da Pino in Geisweid wird 30 Jahre alt. Das Team freut sich über und mit seinen Gästen.
3 Bilder

Einladung an Gäste und Freunde nach Geisweid
Pizzeria da Pino feiert Geburtstag

In diesem Jahr wird die Pizzeria da Pino an der Röntgenstraße 9 in Geisweid 30 Jahre alt. Dieses Ereignis möchte das Team um Inhaber Giuseppe Giannetti und seine Ehefrau Maria am Sonntag, 19. September, ab 11.30 Uhr mit allen Kunden und Freunden, Partnern und Bekannten gemeinsam feiern. Einladung zum Sekt bei der Pizzeria da Pino„Wir sind einfach froh und dankbar, dass unsere Kunden und ihre Kinder und Enkelkinder uns so lange die Treue gehalten haben und immer noch halten. Daher ist unsere...

Kommentare

Kommentare sind deaktiviert.

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen