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Neujahrskonzert der Jungen Bläsersinfonie NRW im Gläser-Saal der Siegerlandhalle
Grüße an Beethoven

Die Junge Bläserphilharmonie NRW und ihr Dirigent Timor O. Chadik spielten im Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle Märsche des Jubilars Beethoven und Musik von Hindemith, Doss, Rudin und de Meij, die sich kreativ auf den Wiener Klangrevolutionär aus Bonn bezieht.
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  • Die Junge Bläserphilharmonie NRW und ihr Dirigent Timor O. Chadik spielten im Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle Märsche des Jubilars Beethoven und Musik von Hindemith, Doss, Rudin und de Meij, die sich kreativ auf den Wiener Klangrevolutionär aus Bonn bezieht.
  • Foto: Olaf Neopan Schwanke
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

ne Siegen. Zu einem insgesamt frischen, abwechslungsreichen und vergnüglichen Neujahrskonzert hatte vergangenen Samstagabend die Junge Bläserphilharmonie NRW in den für seine gute Akustik bekannten Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle eingeladen. Für eine Mitgliedschaft in dem Auswahl- und Projektchor des Bundeslandes NRW für Musiker und Musikerinnen zwischen 14 und 24 Jahren konnten sich beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ mit jeweils einem ersten Platz in einer Solokategorie auf Landesebene oder bei einem der zweimal jährlich angesetzten Probentermine mit einem Vorspielen aktuell 74 Jungmusikerinnen und -musiker qualifizieren.

ne Siegen. Zu einem insgesamt frischen, abwechslungsreichen und vergnüglichen Neujahrskonzert hatte vergangenen Samstagabend die Junge Bläserphilharmonie NRW in den für seine gute Akustik bekannten Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle eingeladen. Für eine Mitgliedschaft in dem Auswahl- und Projektchor des Bundeslandes NRW für Musiker und Musikerinnen zwischen 14 und 24 Jahren konnten sich beim Wettbewerb „Jugend musiziert“ mit jeweils einem ersten Platz in einer Solokategorie auf Landesebene oder bei einem der zweimal jährlich angesetzten Probentermine mit einem Vorspielen aktuell 74 Jungmusikerinnen und -musiker qualifizieren. Rundfunkaufnahmen, CD-Einspielungen oder internationale Konzerttourneen sind die Belohnung für die Aufnahme in „eines der besten Symphonischen Blasorchester seiner Art“ – so lobend äußerte sich Komponist Johan de Meij einmal über das seit gut 30 Jahren bestehende Orchester, dessen Leitung der 1976 geborene Timor O. Chadik seit 2018 innehat.

Timor O. Chadik dirigierte und erklärte präzise

Das Neujahrskonzert zum Jahr des überall vehement gefeierten 250. Geburtstags von Ludwig van Beethoven stand ganz im Licht des Bonner Musikgenies, zum Entree erklang ein von Dirigent Chadik eigens für Blasorchester arrangierter Marsch in C (WoO 20), den Chadik festlich und auf den Punkt gebracht interpretierte. Der junge Dirigent hat seit seinem Eintritt in die Bundeswehr 2006 in vielerlei Positionen Erfahrung mit Heeresmusikkorps, auch als Leiter einer ISAF-Mission in Kabul, sammeln können, seit 2015 ist er zudem Leiter der Big Band der Bundeswehr. Sein Stil ist klar, die Gesten weit und eindeutig, seine Klangvorstellungen präzis – ebenso wie seine kluge und informative Zwischenmoderation, in der er dem interessierten Siegener Publikum die aufgeführten Stücke näherbrachte, auch musiktechnische, kompositorische Details beschrieb und deutete.

Beethoven-Parodie von Paul Hindemith

Wer nun denkt, das Konzert wäre zu didaktisch gewesen, täuscht sich, denn die Musik, von engagierten jungen Menschen in den Raum, also die Welt, das Leben gesetzt, berührte emotional: So schön verführte die Tonkunst. Danach dann gleich noch einen selbst arrangierten Beethovenmarsch, den Zapfenstreichmarsch (Yorkscher Marsch) Nr. 1 in F (WoO 18, 1809 für den Volksgarten in Wien komponiert), über den Paul Hindemith 1946 eine Parodie geschrieben hat. Hindemiths Geschwindmarsch über den Yorkschen Marsch (2. Satz der Sinfonie Serena) gefiel durch stimmig flirrende, fröhlich funkelnde Interpretation, man spürte allen Protagonisten – darunter auch, wie berichtet, einige aus der heimischen Region – an, wie viel Spaß sie hatten beim gemeinsamen Spiel.

Komponist Rolf Rudin war selbst im Konzert

Anspruchsvoll auch die Uraufführung der für Konzert und Orchester in Töne gesetzten Auftragskomposition des 1966 in Linz geborenen Thomas Doss: die „Sinfonie der Freiheit“, die unter anderem Themen von Beethovens Neunter verarbeitete. Mit zeitgenössischen Kompositionen von Rolf Rudin (im Konzert anwesend) und Johan de Meij schlugen die Junge Bläserphilharmonie und ihr Dirigent die Brücke in die Gegenwart, zeigten, wie neue Musik mit ungehörten Klangexperimenten, ganz im Sinne des Wiener Klassikers, Hörgewohnheiten erweitert und beweist, dass die kompositorisch-musikalischen Reisen weitergehen, auch im 21. Jahrhundert Funken schlagen können.

Kein Neujahrskonzert ohne Radetzky-Marsch

Das Siegener Publikum war so begeistert, dass es stehend so lange applaudierte und johlte, bis eine kleine augenzwinkernde Zugabe den Konzertabend mit süßem Schlagobers garnierte: „Als Zugabe gibt's natürlich den Radetzky-Marsch, wir sind in einem Neujahrskonzert“, kündigte Chadik den klingelnden Spaß (von Johann Strauss Vater, op. 228 von 1848) an.

Die Junge Bläserphilharmonie NRW und ihr Dirigent Timor O. Chadik spielten im Leonhard-Gläser-Saal der Siegerlandhalle Märsche des Jubilars Beethoven und Musik von Hindemith, Doss, Rudin und de Meij, die sich kreativ auf den Wiener Klangrevolutionär aus Bonn bezieht.
Komponist Rolf Rudin bedankte sich nach der Aufführung seiner Komposition „Der Traum des Oenghus“, op. 37 von 1994 bei der Jungen Bläserphilharmonie NRW und bei Dirigent Timor O. Chadik für die so gelungene und berührende Leistung.
Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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