Für das Monopol:i ist die Zeit gekommen
Gruppe 3/55 auf Raumsuche

Jennifer Cierlitza und Jule Sammartino (v. l., bei der Eröffnung vor zwei Jahren) suchen für die Gruppe 3/55 und die freie Szene neue Räumlichkeiten in Siegen. Das Monopol:i (Eingang beim Barmenia-Haus) an der Siegener Bahnhofstraße konnten sie zwei Jahre lang nutzen.
  • Jennifer Cierlitza und Jule Sammartino (v. l., bei der Eröffnung vor zwei Jahren) suchen für die Gruppe 3/55 und die freie Szene neue Räumlichkeiten in Siegen. Das Monopol:i (Eingang beim Barmenia-Haus) an der Siegener Bahnhofstraße konnten sie zwei Jahre lang nutzen.
  • Foto: zel
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Siegen. Nach zwei guten Jahren im Monopol:i heißt es für die Künstlergruppe 3/55 Abschied nehmen. „Am Donnerstag geben wir den Schlüssel ab“, sagt Mitglied Jennifer Cierlitza. Die Künstlerinnen und Künstler – ungefähr 15 gehören laut Jule Sammartino dazu, der harte Kern sind fünf bis sieben Leute – haben an der Bahnhofstraße 32, neben dem Barmenia-Haus, einen Projektraum auf zwei Etagen betrieben, wo einst das Hotel Monopol stand. Die Sparkasse Siegen hatte der Gruppe 3/55 die Räume vorübergehend überlassen; allein für die Stromversorgung mussten die Künstler aufkommen. Etwas Geld gab laut Jule Sammartino die Stadt aus dem Kulturfonds. Der Gebäudekomplex, in dem sich auch die Mayersche Buchhandlung befand, gehört laut Sparkassen-Sprecherin Stefanie Schierling inzwischen der Eigentümergemeinschaft IPS. Er soll abgerissen werden, hier soll bekanntermaßen das Johann-Moritz-Quartier entstehen, ein Wohn- und Geschäftshaus.

Kunststudierende auf der Suche nach Ateliers

Die großen Räume mit ihrem industriellen, unbehauenen Charme nutzten die Gruppenmitglieder selbst zum Arbeiten und Ausstellen, etwa im Rahmen des diesjährigen Kunsttags im Mai, überließen sie aber auch der freien Szene und Studierenden der Uni Siegen, die hier, wie etwa Jennifer Cierlitza, ihre Abschlussarbeiten anfertigten und auch ausstellten.Gerade für Kunststudierende sei die momentane Ateliersituation schwierig, sagt Cierlitza. Wie berichtet, steht das Brauhaus in Weidenau dem Fach Kunst wegen fehlender Brandschutzmaßnahmen aktuell nicht zur Verfügung. Wie es mit dem Brauhaus weitergehe, sei offen. „Wohin mit der Kunst?“, fragt also die Künstlerin.

Interimslösung im Siegerlandkolleg

Eine Interimslösung sollen Räume im ehemaligen Siegerlandkolleg bieten (die SZ berichtete). Darüber hinaus suchen Cierlitza und Sammartino derzeit ein innerstädtisches leer stehendes Gebäude bzw. Räumlichkeiten, in denen sie die im Monopol:i begonnene Arbeit im Stile einer Produzentengalerie fortsetzen und auch Studierenden Platz anbieten können. Es gebe viele Anfragen von Leuten, die ausstellen möchten, sagt Jennifer Cierlitza, „auch aus Sparten, die sonst keinen Platz haben“, ergänzt Sammartino und erinnert an das Siegener Skater-Kollektiv, das im Monopol:i Anfang März seine Videos und eine Fotocollage präsentiert hat. Netzwerken wird großgeschrieben.

Wirtschaftsförderung hilft bei Gebäudesuche

Mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Siegen arbeitet die Gruppe 3/55 in Sachen „Kunstwechsel“ – das Kunstwochenende im November findet immer in leer stehenden Gebäuden im Stadtgebiet statt – schon lange fruchtbar zusammen. Über die Wirtschaftsförderung gibt es im Moment auch ein Angebot, das die beiden Künstlerinnen ins Auge gefasst haben: Es handele sich um mehrere kleinere Räume, die sich als Ateliers nutzen ließen, „nicht wirklich groß“ (Cierlitza), aber eben kurzfristig und für einen kurzen Zeitraum verfügbar. Die Gruppe solle jetzt darüber entscheiden, sagt Jule Sammartino – und die Gruppe ist ab August/September auch schon wieder auf der Suche nach einem „Kunstwechsel“-Gebäude; natürlich würde man gern zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, Brandschutz und Toiletten müssten gewährleistet bzw. vorhanden sein. Wer der Gruppe 3/55 – Verein für kulturelles Engagement unkompliziert etwas anbieten möchte, kann sich per E-Mail an info@gruppe3-55.de wenden.

"Verstärker"-Betreiber will auch weitermachen

Auch Izzet Kürekci, der in den ebenerdigen Räumlichkeiten des ehemaligen „Louisiana“ die Musikkneipe „Verstärker“ betrieben hat, würde gerne weitermachen. Der Gastronom (früher „Rumpelkammer“ in Kreuztal) hat der alternativen Musikszene eine Bühne für Auftritte geboten, die gut genutzt wurde. Wichtig für ihn: Die neuen Räumlichkeiten müssen in der Unterstadt sein, da gebe es weniger Probleme wegen Lärmbelästigung der Anwohner als in der Oberstadt. Auch Kürekci hat etwas in Aussicht, das aber auch noch nicht spruchreif ist.

"F**k Being Creative" ist die letzte Ausstellung

Anlässlich der Schließung des Monopol:i am Siegener Bahnhof hat sich eine Gruppe von Studierenden der Fachrichtungen Kunst und Medienwissenschaften der Uni Siegen zusammengetan. Geplant wurde die Kunstausstellung „F**k Being Creative“, die sich mit dem Begriff der Kreativität auseinandersetzt. Die 15 Kunstschaffenden zeigen Fotoarbeiten, Malereien und Installationen. „Da es uns darum geht, durch Kunst auch einen gesellschaftlichen Beitrag zu leisten, versuchen wir mit Hilfe der Ausstellung, Geld für einen guten Zweck zu sammeln“, teilen die Studierenden mit. Das gesammelte Geld soll an den Bürgerverein am Fischbacherberg gespendet werden, mit dem Hinweis, dass es der Jugendkultur und -förderung zugutekommt. Die letzte Ausstellung im Monopol:i wird am Dienstag, 23. Juli, um 18 Uhr geöffnet, um 20 Uhr folgt eine kleine Begrüßung.

Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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