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Kulturveranstalter in der Region legen gewohnte Flexibilität an den Tag
Gut gerüstet für den „Fall 2 G“

Bei Kerstin Ott in der Siegerlandhalle galt noch 3 G, wie es ab der nächsten Woche in NRW aussehen wird, ist noch unklar. Aber alle gehen von 2 G aus …
  • Bei Kerstin Ott in der Siegerlandhalle galt noch 3 G, wie es ab der nächsten Woche in NRW aussehen wird, ist noch unklar. Aber alle gehen von 2 G aus …
  • Foto: Kai Osthoff
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel/pebe/gmz Siegen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Dienstag die Parole „2 G“ ausgegeben: geimpft und genesen. Noch herrscht Unsicherheit, was dies für den Kulturbetrieb bedeutet. Die Veranstalter in der Region machen sich so ihre Gedanken und sehen sich gut gerüstet, für den Fall, dass …
Reitschuster rechnet mit noch mehr Resonanz„Ich rechne damit“, sagt Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, „dass uns die 2-G-Regel noch mehr Publikum bringt“: Das Gefühl der Sicherheit nehme durch die 2-G-Regel zu (zusammen mit den Abstandsregelungen im Theater und der Lüftungsanlage im Apollo-Theater). Bei ihren Veranstaltungen seien ohnehin nur 3 bis 5 Prozent der Besucher „nur“ getestet für den Theater- oder Konzertbesuch gerüstet gewesen: Mit Einbrüchen rechne er nicht.

zel/pebe/gmz Siegen. NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am Dienstag die Parole „2 G“ ausgegeben: geimpft und genesen. Noch herrscht Unsicherheit, was dies für den Kulturbetrieb bedeutet. Die Veranstalter in der Region machen sich so ihre Gedanken und sehen sich gut gerüstet, für den Fall, dass …

Reitschuster rechnet mit noch mehr Resonanz

„Ich rechne damit“, sagt Apollo-Intendant Magnus Reitschuster, „dass uns die 2-G-Regel noch mehr Publikum bringt“: Das Gefühl der Sicherheit nehme durch die 2-G-Regel zu (zusammen mit den Abstandsregelungen im Theater und der Lüftungsanlage im Apollo-Theater). Bei ihren Veranstaltungen seien ohnehin nur 3 bis 5 Prozent der Besucher „nur“ getestet für den Theater- oder Konzertbesuch gerüstet gewesen: Mit Einbrüchen rechne er nicht. Aus Kulanz, so Pressesprecherin Nadine Höchst, nehme das Apollo derzeit alle Karten von Menschen ohne Geimpften- oder Genesenennachweis zurück, die erworben wurden, bevor die 2-G-Regelung in Kraft tritt. Absagen von Veranstaltungen seien auch nicht nötig, glaubt Reitschuster.

Dörte Müller: "Ändert sich nicht viel"

Eine ähnliche Beobachtung hat Dörte Müller vom Gebrüder-Busch-Kreis in Hilchenbach gemacht: Mehr als 80 Prozent der Besucher seien geimpft oder genesen. Sehr viel ändere sich also nicht. Der Busch-Kreis bemüht sich auch um größtmögliche Sicherheit für die Besucher mit Abständen und einer guten Lüftung, evtl. einer Verlegung in einen größeren Raum. Und: Sie halte es für sehr wichtig, gerade in dieser Zeit am Kulturangebot festzuhalten, für das Publikum wie für die Künstler. Ohne geht es nicht, hat man in den vergangenen langen Monaten festgestellt.

Kindertheater muss sein in Bad Berleburg

Dass Kultur für Kinder auch wichtig ist, beobachtet Andreas Wolf von der Kulturgemeinde Bad Berleburg: „Beim Kindertheater haben wir in dieser Saison bessere Zahlen als vorher!“ Kultur erlebt man doch besser live! Er ist froh, dass die Entscheidung für 2 G jetzt getroffen ist: „Sie ist sinnvoll“, meint er. Wie sich die Besucherzahlen entwickeln, müsse man abwarten …

Im Heimhof läuft alles - bis auf Weitere

„Wir müssen abwarten, was an Bestimmungen kommt“, sagt auch Cornelia Oerter, Leiterin der Geschäftsstelle des Fördervereins Heimhof-Theater. Bis auf Nessi Tausendschön, die am Wochenende nicht in Würgendorf sein wird, soll das Programm erst einmal beibehalten werden – tagesaktuelles Reagieren nicht ausgeschlossen. Das Theater sieht Abstandsplätze vor, das heißt knapp die Hälfte des Zuschauerraums, für die nun statt der bisherigen 3-G- die 2-G-Regel gelten werde.

Siegerlandhalle sieht sich gut gerüstet

Die Siegerlandhalle hat bei richtig großen Veranstaltungen (Markus Krebs, Kerstin Ott) gute Erfahrungen mit den Kontrollen der 3-G-Regeln gemacht, auch das Publikum habe geduldig, gesittet und mit Abstand auf Einlass gewartet. „Wir sind auf alles vorbereitet, was kommt“, erklärt Heike Achenbach. „Wir hoffen auf 2 G, nicht auf 2 G plus.“ (Das heißt: getestet oder genesen plus Test). Wer ohne Impf- oder Genesenen-Nachweis ist und seine Tickets zurückgeben muss oder möchte, könne weiterhin auf die Gutscheinlösung setzen. Nach der noch geltenden Coronaschutzverordnung darf die Siegerlandhalle ihre Säle voll besetzen.

Glasmachers glaubt nicht an Lockdown

In Kreuztal hingegen fährt Kulturamtsleiter Holger Glasmachers mit einer Auslastung von 65 bis 70 Prozent. Bei den Veranstaltungen von Kreuztal-Kultur ab September seien zwischen fünf und 15 Besuchern bislang „nur“ getestet gewesen, ein verschwindend geringer Anteil, erklärt seine Mitarbeiterin Heike Ritter. „Für uns ändert sich nicht viel“, glaubt Glasmachers, der mit einer Reaktion seitens der Politik gerechnet hat – nicht aber mit einem Lockdown oder einer kompletten Absage von Kulturveranstaltungen. Bei Christian Ehring an diesem Donnerstag gilt noch 3 G, Maske bis zum Platz, keine Pause, wie gehabt, dann sieht man weiter. Wer Karten zurückgeben möchte, erhält Bargeld oder einen Ticketgutschein.

Im Lÿz ist man gelassen und gut aufgestellt

„Wir gehen im Moment relativ gelassen damit um“, sagt Jens von Heyden, Leiter des Kulturbüros des Kreises Siegen-Wittgenstein. Es tue ihm leid, wenn Interessierte Tickets unter anderen Voraussetzungen gekauft hätten, Karten könnten in solchen Fällen auch zurückerstattet werden. Als Veranstalter sehe sich der Kreis „gut aufgestellt“, so sei das Foyer des Lÿz um zwei Zelte erweitert worden. Bei den geplanten „Sitzveranstaltungen“ – das Programm bleibe unter Vorbehalt so, wie es ist – sei man im Handling sehr erfahren, zudem sei die Anzahl der Sitze vorsorglich um 20 bis 30 Prozent reduziert worden, um Abstand zu wahren.

Keine Abendkasse im Hüttenhaus Herdorf

Auch jenseits der NRW-Landesgrenze, im Herdorfer Hüttenhaus, soll die 2-G-Regel umgesetzt werden, teilt Christiane Zimmermann, die Kassiererin des Kulturrings Herdorf, mit. In Absprache mit den Kulturfreunden werde auch eine versetzte Bestuhlung umgesetzt, sodass knapp die Hälfte des Zuschauerraums belegt werden könne. Da es keine Abendkasse gebe, seien alle Karten personalisiert. Das Programm solle aber „auf jeden Fall“ weitergeführt werden wie bisher – mit einer Ausnahme: Das Kinderstück „Die Schneekönigin“ am 5. Dezember sei abgesagt und um ein Jahr verschoben worden, da das Risiko zu hoch gewesen wäre.

Kulturwerk denkt über 2 G plus Test nach

Für das Kulturwerk in Wissen betont dessen Geschäftsführer Dominik Weiterhagen, dass man derzeit auf klare Entscheidungen aus Mainz Ende des Monats warte. Im Kulturwerk denke man aber über 2 G und eine zusätzliche Testung nach. Das werde zwar auch manche Interessierten vom Besuch abhalten, biete aber die Möglichkeit, weiter bestimmte Formate sicher anbieten zu können.

Autor:

Redaktion Kultur

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