SZ

Jahresempfang des Fördervereins des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses
Heimat neu auf den Punkt bringen

Im intensiven Austausch über das Siegerlandmuseum stehen alle Beteiligten, gestern auch Günter Zimmermann, Dr. Karin Kolb und Bürgermeister Steffen Mues (vorn, v. l.) . Auf der Bühne eine neue Formation aus Musikschülern und Musik-Profis.
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  • Im intensiven Austausch über das Siegerlandmuseum stehen alle Beteiligten, gestern auch Günter Zimmermann, Dr. Karin Kolb und Bürgermeister Steffen Mues (vorn, v. l.) . Auf der Bühne eine neue Formation aus Musikschülern und Musik-Profis.
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pebe Kaan-Marienborn. „Das sieht auch sehr gut aus!“, freute sich Siegens Bürgermeister Steffen Mues, als er am Sonntag von der Bühne aus auf die Gäste in der Weißtalhalle blickte. Im dortigen, ansprechend dekorirerten Saal und nicht wie sonst im historischen Ratssaal der Stadt Siegen hatte der Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses seinen Jahresempfang ausgerichtet. Mues hob hervor, dass es die Arbeit des Vereins sich immer am „roten Faden“ Tradition und Moderne orientiere. Ersteres gelte es nicht nur zu bewahren, sondern zugleich weiterzuführen und zu erneuern.

pebe Kaan-Marienborn. „Das sieht auch sehr gut aus!“, freute sich Siegens Bürgermeister Steffen Mues, als er am Sonntag von der Bühne aus auf die Gäste in der Weißtalhalle blickte. Im dortigen, ansprechend dekorirerten Saal und nicht wie sonst im historischen Ratssaal der Stadt Siegen hatte der Förderverein des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses seinen Jahresempfang ausgerichtet. Mues hob hervor, dass es die Arbeit des Vereins sich immer am „roten Faden“ Tradition und Moderne orientiere. Ersteres gelte es nicht nur zu bewahren, sondern zugleich weiterzuführen und zu erneuern.

Stadtmauer "erhält neuen Glanz"

Das „Bunkerprojekt“, also die Erweiterung des Siegerlandmuseums durch den Umbau der beiden Bunkergebäude (die SZ berichtete mehrfach) und seine Neukonzeption, stehe derzeit „ganz oben“ auf der Prioritätenliste städtischer Aktivitäten, fuhr Mues fort, ein zweiter Antrag für Mittel aus der Städtebauförderung solle im Dezember gestellt werden, nachdem die Stadt in diesem Jahr leer ausgegangen war. Aber nicht nur das Museum selbst, sondern auch sein „Umfeld“ in Form der insgesamt 2,3 km langen Stadtmauer erfahre eine weitere Aufwertung, „sie erhält neuen Glanz, darüber bin ich sehr glücklich“. Auch der Schlosspark solle nach und nach weiter „ertüchtigt“ werden.

Willkommen, Dr. Karin Kolb!

"Siegen ist alles": Bürgermeister Steffen Mues begrüßte Dr. Karin Kolb, die neue Leiterin des Siegerlandmuseums, mit Wein vom Siegener Silberfuchs.
  • "Siegen ist alles": Bürgermeister Steffen Mues begrüßte Dr. Karin Kolb, die neue Leiterin des Siegerlandmuseums, mit Wein vom Siegener Silberfuchs.
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Mues stellte Dr. Karin Kolb vor, die neue Museumsleiterin (wir berichteten). Ihre Vorgängerin, Prof. Dr. Ursula Blanchebarbe, konnte nicht am Termin teilnehmen. Und der Bürgermeister dankte auch dem früheren Vorsitzenden des Fördervereins, Ulf Stötzel, für dessen langjähriges „außergewöhnliches Engagement“.
Auch Stötzels Nachfolger im Amt, Günter Zimmermann, würdigte seinen Vorgänger, der nun Ehrenmitglied des Vereins ist. Stötzel werde diesem „weiter mit Rat und Tat zur Seite stehen“, betonte Zimmermann, der ebenfalls Dr. Kolb herzlich begrüßte und die Verdienste ihrer Vorgängerin um die Profilierung des Museums hervorhob.

Ulf Stötzel (r.), der ehemalige Vorsitzende des Fördervereins des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses, bleibt dem Verein zur Freude seines Nachfolgers, Günter Zimmermann, als Ehrenmitglied verbunden.
  • Ulf Stötzel (r.), der ehemalige Vorsitzende des Fördervereins des Siegerlandmuseums und des Oberen Schlosses, bleibt dem Verein zur Freude seines Nachfolgers, Günter Zimmermann, als Ehrenmitglied verbunden.
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"Leuchtturm" Museumserweiterung

Hauptaugenmerk des Vereins, der das Museum tatkräftig bei neuen Projekten unterstütze und Exponate zur Verfügung stelle, sei „natürlich“ die Erweiterung des Museums. Dieses stehe für die Entwicklung der Region, betonte Zimmermann, und sei gemeinsam mit dem Oberen Schloss „ein Leuchtturm“ für die Kulturinteressierten auch über die Region hinaus. Daher hätten schon seit Jahren die fehlenden Flächen und Möglichkeiten für Wechselausstellungen und die Barrierefreiheit des Museums geschmerzt. Dies solle und könne sich nun ändern.

Zur Geschichte der Bunker in Siegen

Stadtführerin Katrin Bückmann widmete sich in einem detailreichen Vortrag der bedrückenden Geschichte der Bunker in Siegen, unter ihnen das Gebäude an der Burgstraße. Sie skizzierte die Planungsgeschichte der Schutzräume, zeigte nicht nur die riesigen Materialmengen auf, sondern auch die immensen Kosten, die mit dem Bunkerbau entstanden. Und sie verwies darauf, dass die Stadt Siegen bereits bald nach dem Zweiten Weltkrieg damit begonnen habe, sich um eine neue Verwendung dieser mit Schrecken verbundenen Kriegserinnerungen zu bemühen.

Astrid Schneider, die Leiterin von Kultur Siegen (l.), und Stadtführerin Katrin Bückmann erhielten von Günther Zimmermann Blumen als Dankeschön für ihre informativen Vorträge.
  • Astrid Schneider, die Leiterin von Kultur Siegen (l.), und Stadtführerin Katrin Bückmann erhielten von Günther Zimmermann Blumen als Dankeschön für ihre informativen Vorträge.
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Hoffen auf dritten Regionale-Stern

Wie diese neue, positive Verwendung nun für den Bunker am Oberen Schloss aussehen könne, skizzierte Astrid Schneider als kommunale Kulturchefin im Anschluss. Und sie holte weit aus: Die Museumseerweiterung habe grundsätzlich mit dem Begriff „Heimat“ zu tun, „ein großes Wort, ein großes Gefühl, eine große Sehnsucht“, meinte sie. Das Siegerlandmuseum sei in diesem Zusammenhang das „Gedächtnis der Heimat“ mit „Sprache, Werten, Hervorbringungen und Tragödien“. Deshalb habe man das Projekt auch unter dem Titel „Zeit.Raum Region“ zur Regionale 2025 angemeldet. Und da „befinden wir uns auf der finalen Strecke, ist der dritte Stern da, können wir bauen“.

Besucher als "Produzenten"

Es sei jedoch nicht nur ein Bauprojekt, sondern ein „kultur- und bildungspolitisches Projekt“, mit der Neuausrichtung des Museums verbunden, fuhr sie fort. Burg und Bunker würden als Einheit gesehen, in der nicht nur Sammlungsschwerpunkte deutlicher akzentuiert werden könnten, sondern auch eine aktive digitale und partizipative Wissensvermittlung angestrebt werde. Besucher sollten nicht nur Konsumenten sein, sondern auch zu „Produzenten“ werden, so Schneider mit mit Blick auf bereits bestehende Angebote, aber auch geplante. „Wir alle wünschen uns, dass das Siegerlandmuseum ein Heimatmuseum in neuem Verständnis wird“, so Schneider. Es solle „Werte bilden, Gemeinschaft bilden und Zugehörigkeit entwickeln“.

Zimmermann: Geld nicht nur ins Ruhrgebiet

Vereinsvorsitzender Günter Zimmermann appellierte an weitere Spendenbereitschaft der Bürgerschaft und konnte verkünden, dass für das Millionen-Projekt  schon 2,33 Millionen Euro an Spenden zusammengekommen seien: „eine sensationelle Summe“. Dennoch appellierte er an die lokalen und landespolitischen Kräfte, dafür zu sorgen, dass Landesmittel für Museen „nicht immer nur ins Ruhrgebiet“ flössen.

Musikschüler und Philharmoniker gemeinsam

Gelungen umrahmt wurde der Jahresempfang von sehr selbstbewussten und begeistert aufgenommenen Musikbeiträgen eines Ensembles aus Schülern der Fritz-Busch-Musikschule und professionellen Musikern, dessen Zustandekommen Thomas Kiess, Solotrompeter der Philharmonie Südwestfalen, erläuterte.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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