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Bruchwerk-Theater eröffnete neue Spielzeit mit Stück von Georg Kreisler
Heute Abend: Lola Blau!

Schauspielerin Irina Ries schlüpfte im Bruchwerk-Theater in die Rolle der jüdischen Bühnenkünstlerin Lola Blau. Begleitet wurde sie am Klavier von Christian Keul.
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  • Schauspielerin Irina Ries schlüpfte im Bruchwerk-Theater in die Rolle der jüdischen Bühnenkünstlerin Lola Blau. Begleitet wurde sie am Klavier von Christian Keul.
  • Foto: Kiana Nourishad
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kno Siegen. „Ein neues Telegramm für Lola Blau!“, rief der Portier bzw. der Klavierspieler mehrmals in dem Musical-Stück „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler und überbrachte der jungen Frau mal positive und mal nicht so schöne Nachrichten. Das Bruchwerk-Theater startete am Sonntagabend mit der Premiere des Ein-Personen-Stückes in die neue Spielzeit und erzählte die besondere Geschichte einer jüdischen Künstlerin, die ihre Heimat kurz vor dem Zweiten Weltkrieg verlassen musste und sich auf die Suche nach Akzeptanz und Erfolg machte. Im „Bruchwerk“ schlüpfte die professionelle Theaterschauspielerin Irina Ries, die in diesem Jahr bereits in dem Stück „Beben“ in Siegen zu sehen war, in die Rolle der Lola Blau. Begleitet wurde sie am Klavier von Christian Keul.

kno Siegen. „Ein neues Telegramm für Lola Blau!“, rief der Portier bzw. der Klavierspieler mehrmals in dem Musical-Stück „Heute Abend: Lola Blau“ von Georg Kreisler und überbrachte der jungen Frau mal positive und mal nicht so schöne Nachrichten. Das Bruchwerk-Theater startete am Sonntagabend mit der Premiere des Ein-Personen-Stückes in die neue Spielzeit und erzählte die besondere Geschichte einer jüdischen Künstlerin, die ihre Heimat kurz vor dem Zweiten Weltkrieg verlassen musste und sich auf die Suche nach Akzeptanz und Erfolg machte. Im „Bruchwerk“ schlüpfte die professionelle Theaterschauspielerin Irina Ries, die in diesem Jahr bereits in dem Stück „Beben“ in Siegen zu sehen war, in die Rolle der Lola Blau. Begleitet wurde sie am Klavier von Christian Keul.

"Geschichte einer Ohnmacht"

„Lola Blau ist im Grunde die Geschichte einer Ohnmacht. Sie will eigentlich nichts als ein bisschen tanzen und singen und muss einsehen, dass es nichts nützt, nur einen bescheidenen Platz an der Sonne erhaschen zu wollen …“, äußerte sich Autor Georg Kreisler (1922–2011) einst über das Stück. Die jüdische Bühnenkünstlerin Lola Blau steht kurz vor ihrem ersten Engagement am Landestheater in Linz, bevor sie erfährt, dass Österreich sich Nazi-Deutschland angeschlossen hat und sie das Land verlassen muss. In Amerika wird sie gnadenlos vermarktet und verliert sich im Showbusiness und der damit einhergehenden Einsamkeit. Dabei wünscht sie sich nur, ihre große Liebe Leo eines Tages wiederzusehen. Nach Kriegsende kehrt sie in ihre Heimat Österreich zurück, um ihre Liebe wiederzufinden und auf den Bühnen ihrer Heimat zu spielen. Schnell stellt sie aber fest, dass sich in Österreich nach Kriegsende nicht viel verändert hat.

Heute ist das Stück immer noch bedeutend

Seit seiner Uraufführung im Jahre 1971 in Wien hat das Stück nicht an Aktualität verloren. Mit viel Humor, Charme, aber auch Tiefgründigkeit entführte Irina Ries das Publikum in eine andere Zeit, in der man nicht „allen alles sagen konnte“, wie sie in einem der zahlreichen Lieder singt. Die Künstlerin unterhält das Publikum aber nicht nur mit ihrer geschulten Musical-Stimme, sondern auch mit ihren authentischen Dialekten, wie dem der Frau Schmidt: eine österreicherische Frau, die lieber alles beim Alten lassen will, statt offen für Neues zu sein. Das Theaterstück hat überraschend viele Parallelen zur heutigen Gesellschaft und spielt mit Provokation und Offenheit. Das Publikum belohnte diese schauspielerische Leistung mit tosendem Applaus und bestätigte die Erkenntnis Kreislers: „Im Theater ist was los!“

Weitere Termine: Freitag bis Sonntag, 27. September bis 29. September, jeweils 19.30 Uhr. Informationen im Internet unter www.bruchwerk-theater.de.

Autor:

Kiana Nourishad (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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