Björn Rosenbaum geht als Sieger zum Landeswettbewerb
Highlander-Slam am Oberen Schloss

Der Dortmunder Björn Rosenbaum slammte sich zum Sieg und wird am 11. und 12. Oktober bei den Aachener Landesmeisterschaften antreten.

pav Siegen. Zum Saisonabschluss traf sich am späteren Sonntagabend die Crème de la Crème der Wortakrobaten (die Gewinnerinnen und Gewinner der diesjährigen Siegener Poetry-Slams) zum großen Finale, dem Highlander Slam, im Hof des Oberen Schlosses in Siegen. Tine Nell aus Kreuztal, Luca Swieter aus Köln, Florian Stein aus Bochum, Björn Rosenbaum aus Dortmund, Emil Bosse aus Mühlheim an der Ruhr und Sven-Eric Jansen aus Köln traten gegeneinander an, um sich einen Startplatz bei den Landesmeisterschaften in Aachen zu sichern.
Die Stimmung war ausgelassen, und das lag nicht zuletzt am Moderationsduo Tristan Kunkel und Jan Schmidt, die sich wieder einmal mit ihrer entspannten und gewitzten Art, ihrem trockenen Humor und ihren selbstironischen Späßen einen zehn-Punkte-Applaus am Ende des Abends zu Recht verdient hatten. Einen Zehn-Punkte-Applaus bekam jede/r der Poetinnen und Poeten, die an diesem Abend die Bühne betraten und sich dem Urteil des Publikums stellten.

Von mehreren Leben, Großstädten, Blockflöten und Roboterliebe

Als erste Slammerin des Abends kam Tine Nell auf die Bühne und trug mit ihrer ruhigen Art einen Text vor, der ihre Vorstellung darüber teilte, was man alles machen könnte, wenn man mehr als nur das eine Leben hätte. Die Kölnerin Luca Swieter, die über das Wohnen in verschiedenen Großstädten sprach, stand nach ihr am Mikrofon. Beide traten im direkten Punktevergleich gegeneinander an. Am Ende konnte Luca Swieter das Rennen machen und in die vorerst letzte Runde einziehen.
Nach dem Frauen-Battle betraten die Männer der Slammer-Runde die Bühne. Während Sven-Eric Jansen in seinem Text über die unbeliebtesten und unattraktivsten Musikinstrumente sprach, zu denen besonders die Blockflöte, der Dudelsack, das Akkordeon und Fagott gehören, nahm sich sein Gegner Florian Stein mit seiner poetischen Darbietung, die er ganz ohne Textblätter bestritt, die ungewisse Zukunft vor, in der Roboter versuchen, die Liebe zu analysieren. Sven-Eric Jansen konnte die Runde schließlich für sich entscheiden.

Von Kieselsteinen und Unentschlossenen

Nach der Pause beschäftigte sich auch Emil Bosse mit dem Thema Liebe, die er sehr tiefgründig mit Kieselsteinen zu vergleichen versuchte. Sein Gegner Björn Rosenbaum sprach darüber, was er eigentlich wirklich will, doch nicht einmal die Spice Girls konnten ihm da mit ihrem Hit „Wannabe“ weiterhelfen. Das Publikum war zur Stelle und verhalf ihm zur nächsten Runde.

Von schlechtem Essen, Insta-Leiden, Fremdenfeindlichkeit

Am Ende standen Luca Swieter, Sven-Eric Jansen und Björn Rosenbaum im Finale. In Briefform präsentierte Luca Swieter zwei Texte, um einmal ihren Eltern auf sehr ehrliche und dennoch charmante Weise mitzuteilen, dass ihr gekochtes Essen nicht schmecke, und um einmal ihren Partner darauf aufmerksam zu machen, dass er sehr laut und sehr komisch schnarche. Björn Rosenbaum sprach mit seinem Text „Challenging Gina“ die heutige Instagram-Kultur an, die von Like-und Fotoneid bestimmt werde: Menschen, so folgerte er daraus, träten irgendwann nur noch als digitale Gespenster und Hologramme ihrer selbst in Erscheinung.
Sven-Eric Jansen nahm sich in seinem zweiten Text eines anderen Themas an, dessen Ernsthaftigkeit sich erst in seiner Schlusspointe offenbarte: Fremdenfeindlichkeit. Ihm persönlich kommen Regionen und Kulturen im eigenen Land, wie beispielsweise Bayern, oft ferner und fremder vor als andere außerhalb Deutschlands. Er brachte zum Ausdruck, dass es keine Rolle spielt, woher Menschen kommen, sondern, dass wir sie willkommen heißen.

Im Oktober geht es weiter

Durch Applausabstimmung und innige Beratungsumarmung der beiden Moderatoren, erlangte Luca Swieter den dritten Platz auf dem Treppchen. Nach einem weiteren Applausvergleich konnte schließlich der Dortmunder Björn Rosenbaum den Sieg knapp für sich einheimsen und fand in seinem Gewinnerbeutel, dessen Inhalt durch Herumgabe im Publikum bestimmt wurde, neben einem Teddybären, auch eine Rose. – Zum Vormerken: Nach der Sommerpause geht es am 10. Oktober wieder los mit dem Poetry-Slam im Apollo-Theater Siegen, gefolgt vom Science-Slam am 13. November.

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