Live aus dem Kulturhaus Lÿz
Hörgerät spielt zum Start der neuen Reihe

Im gebührenden Abstand fürs Pressefoto auf der Bühne des Schauplatzes im Lÿz (v. l.): Martin Horne, Dirk Hartmann, Sebastian Zimmermann, Jens von Heyden, Peter Büdenbender, Carsten Breuer und Landrat Andreas Müller.
  • Im gebührenden Abstand fürs Pressefoto auf der Bühne des Schauplatzes im Lÿz (v. l.): Martin Horne, Dirk Hartmann, Sebastian Zimmermann, Jens von Heyden, Peter Büdenbender, Carsten Breuer und Landrat Andreas Müller.
  • Foto: Veranstalter
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sz/ciu Siegen/Netphen. Mit dem Ziel, einen Fonds zu bilden, mit dem Kulturschaffende im Siegerland unterstützt werden sollen, haben Sebastian Zimmermann, Dirk Hartmann (Rezeptor Film) und Martin Horne sowie Frank Schwedes (Strategiereich)  das Projekt „Support Your Local Artists“ („Unterstütze deine lokalen Künstlerinnen und Künstler) ins Leben gerufen. Unter dieser Web-Adresse werden ab diesem Samstag die Live-Streams zu sehen und zu hören sein – ab 20.15 Uhr, also zur „besten Sendezeit“, nach der „Tagesschau“.

"Gesellschaft ist für Kunstschaffende da"

„Dass Kultur ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens ist, merken wir gerade jetzt ganz besonders, wenn wir auf Konzerte, Theater-, Kino- und Museumsbesuche verzichten müssen“, sagt Sebastian Zimmermann. Viel härter noch treffe die Situation allerdings die Live-Künstlerinnen und -Künstler und das entsprechende technische Personal. Viele dieser Menschen hätten (und darüber berichtet die SZ-Kulturredaktion derzeit regelmäßig) „durch den abrupten Stopp dieser Gewohnheiten ihre Existenzgrundlage verloren“. Zu zeigen, dass eine Gesellschaft für sie da ist, und auch zu unterstreichen dass Kulturschaffende über die Krise hinaus gebraucht werden, sei Ziel der Aktion, die aus der jüngst gegründeten Hilfsinitiative Netphen gegangen ist.

Spenden mit Giralgeld

Dass dieses Kultur-Hilfsangebot unter dem Schlagwort „Der virtuelle Hut“ zu finden ist, bezieht sich darauf, so die Veranstalter, dass viele Künstlerinnen und Künstler abseits der großen Bühnen auch mal sprichwörtlich für den „Hut“ spielten, um ihr Einkommen zu sichern. Das Kontaktverbot verhindere zurzeit sämtliche dieser Möglichkeiten, Geld zu verdienen. Um hier zu unterstützen, müssten neue Geschäftsmodelle her, erklärt Martin Horne, der in der Region „Kunst gegen Bares“ verantwortet. Der Hut geht nun virtuell herum, also online via „Donate-Button“, bargeldlos, mit Giralgeld.

Kulturhaus Lÿz bietet Bühne

Bei diesem Projekt arbeiten Sebastian Zimmermann und Martin Horne zusammen mit dem von Jens von Heyden vertretenen Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein, das bereits an ähnlichen Ansätzen arbeitete und sich begeistert von der Idee zeigte. Mit dem Kulturhaus Lÿz steht eine Einrichtung zur Verfügung, die die passende Infrastruktur bieten kann und einen eigenen Programmteil beisteuert. Landrat Andreas Müller sagt laut Pressemitteilung: „Ich freue mich sehr auf dieses Projekt, eine tolle Gemeinschaftsaktion aus der Region für die Region.“ Auch die Sparkasse Siegen habe Unterstützung signalisiert.

Zum Auftakt Musik von Hörgerät

Los geht es mit den Live-Streamings aus dem Lÿz mit einem Konzert der heimischen Band Hörgerät, die – Stichwort: Abstand! – in einer kleineren Besetzung aufspielen wird, als „Hörgerätchen“ gewissermaßen. Mindestens eine Stunde lang läuft das musikalische Programm, fürs Publikum mit der Möglichkeit online zu kommentieren und zu applaudieren, Zugabe-Rufe inklusive. „Zum Ende hin ist das offen“, so Martin Horne am SZ-Telefon. „Es gibt ja keine nachfolgenden Sendungen.“
Das Programm von „Support Your Local Artist“ sieht (bislang) so aus:

  • 4. April: Hörgerät(chen)
  • 5. April: Singer-Songwriter Carsten
  • Breuer/ab 21 Uhr: Wishless
  • 8. April: Kunst gegen Bares
  • 17. April: Ticket to Happiness
  • 18. April: Jördis Tielsch

Das Kulturbüro des Kreises wird von Karsamstag bis Ostermontag ein „Osterspecial“ veranstalten. Dieses Kurzprogramm wird, sobald rund, in der nächsten Woche vorgestellt.

Es gibt auch Merchandise-Produkte

Zusätzlich sollen Einnahmen über Merchandising-Produkte erzielt werden, deren Verkaufserlöse komplett in den virtuellen Hut-Fonds fließen. Der aus Netphen stammende Grafiker Peter Büdenbender hat nach der Anfrage von Sebastian Zimmermann spontan zugesagt, die Grafiken für „diese tolle Aktion“ zu übernehmen. Herausgekommen sind Entwürfe und Logos für T-Shirts, Tassen und Taschen, die im Shop des „virtuellen Huts“ zu haben sein sollen.

Eine Chance mitten in der Krise

Eine solche Aktion auf die Beine zu stellen – da sind sich alle Beteiligten einig – dauert im „normalen Betrieb“ ein bis zwei Monate. Dass es jetzt noch nicht einmal eine Woche gedauert hat, bis das Gerüst steht, sei eben auch auf die dynamischen Anforderungen in Zeiten der Corona-Krise zurückzuführen, so die Veranstalter. „Vielleicht ist das auch ein Aspekt, den man als Chance begreifen kann“, so Kulturbüro-Chef Jens von Heyden. Übrigens: Möglich sind Streaming-Angebote wie dieses aktuell nur durch die temporäre Aussetzung der Verpflichtung, für ein Live-Streaming eine Rundfunklizenz zu besitzen.

Kommentar
„Wir wollen uns an die Distanz-Regeln halten. Aber wir wollen nicht zulassen, dass Kunst, Musik, Theater, Literatur und der Austausch darüber in Quarantäne gehen.“ Schreibt das Theater Hagen auf seiner Homepage und stellt sein „Couch-Theater“ durchaus im Bewusstsein vor, dass es „Kultur-Notnahrung ist. Aber eben ein Programm! Auch deshalb nötigen uns Initiativen wie die des Bruchwerks oder jetzt auch des Lÿz (inklusive der „freien“ Ideengeber) Respekt ab. Zumal sich hier Kräfte bündeln. Werner Hahn vom Apollo lässt sich an den Siegberg laden, das Kulturbüro kooperiert mit „Kunst gegen Bares“ & Co. Und gemeinsam entsteht etwas, das den Menschen in verunsichernden Zeiten auch ein Stück Verlässlichkeit bietet. Hut ab also für „Der virtuelle Hut“ – mit der freundlichen Empfehlung, das Thema „Vernetzung“ auch nach Corona zu bespielen. Den Hut auf haben derzeit all jene, die technisch findig und kreativ genug sind, schnell in den Krisenmodus schalten zu können! - Claudia Irle-Utsch

Autor:

Redaktion Kultur

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