Ein Ort für kreative Freiheit
Hula-Hoops für Bäume im Tiergarten

Martin Steiner unter seiner bunten Bauminstallation, die für farbenfrohe Akzente im Grün des Waldes sorgt.  Foto: pav

pav Weidenau. Die Kunst findet oben und draußen in der Natur statt. Für die musikalische Begleitung dieser unkonventionellen Vernissage sorgte Vogelgesang. Dort, zwischen den Ästen einer Buche, die sich „ihren“ Platz mit einer Eiche teilt, hängt ein Reifen, der beide Bäume umschließt. Elf weitere Reifen können von nun an im Erlebniswald Historischer Tiergarten in Weidenau entdeckt werden. Hinter dieser Aktion, die im Rahmen des Kunstsommers stattfindet und mit Unterstützung von Siegens Stadtförster Jan Marc Heitze sowie vom Kunstverein Siegen ermöglicht wurde, steckt der Düsseldorfer (ursprünglich Netpher) Künstler Martin Steiner, der sich schon immer gerne mit Bäumen, ihrem Wachstum und Jahresringen auseinandergesetzt hat. Dabei stellte er fest, dass Bäume eine gewisse naturgegebene Perfektion ausstrahlen, die durch den Einsatz der Reifen künstlich gebrochen werden soll. Aus Multiplex und Acrylfarbe wurden jene Holzringe, die schnell mit übergroßen Hula-Hoop- oder Schwimmreifen in Verbindung gebracht werden können, in der Holz- und Malerwerkstatt des Grünflächenamts der Stadt Siegen hergestellt und mittels eines Hubwagens in den Baumkronen angebracht, obwohl sie ursprünglich eigentlich um den Stamm gelegt werden sollten. Die Arbeit von Martin Steiner ist nach den Baumhäusern von 2014 und der Skulpturengruppe „Stein und Bein“ von 2016 die dritte Kunstinstallation, die in den Erlebniswald eingezogen ist und dort, so lange es der Lauf der Natur zulässt, wohnen bleiben wird.

Zu Martin Steiners Kunst muss man aufblicken

Bei den Reifen handelt es sich laut Steiner um rein spielerische Elemente, die frei von jeder Funktion einfach in den Bäumen hängen. Ebenso spielerisch wurde auch die Wegbeschreibung zum „Ausstellungsort“ gestaltet. Ähnlich einer Schnitzeljagd wiesen Zettel mit Pfeilen, die an den Bäumen befestigt waren, den Weg zum Ort des Geschehens, den viele dann auch fanden. Durch ihre auffällige Farbgebung und ihre „unnatürliche“ Gestalt sind die Reifen, unter der Voraussetzung, dass der Blick nach oben gerichtet ist, von Weitem erkennbar. Den Hiobsbotschaften von Borkenkäferinvasionen und Klimawandel sollen sie Elemente eines eher kindlichen Bildes entgegenstellen und den Wald wieder als Hort der Kreativität und Freiheit hervorheben, der uns abseits der digitalen Welt als ursprünglich vertrauter und bedeutungsvoller Ort begegnen soll.

Autor:

Pauline Vollpert (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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