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„Fröhlich mit Abstand“ von Susanne Fröhlich und Constanze Kleis
"Huldigung des Alltags im Lockdown“

So schlimm ist es doch gar nicht! Bestseller-Autorin Susanne Fröhlich empfiehlt, bewusst auf die schönen Momente zu schauen.
  • So schlimm ist es doch gar nicht! Bestseller-Autorin Susanne Fröhlich empfiehlt, bewusst auf die schönen Momente zu schauen.
  • Foto: Gaby Gerster
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

la München/Siegen. Was wirklich wichtig im Leben ist, erfährt man oft erst in der Krise. Der strikte Lockdown im Frühjahr und jetzt, im Dezember/Januar, macht vielen deutlich, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, was man anzieht, wohin man in Urlaub fährt und wen man einlädt. Und auch der Body-Mass-Index ist ziemlich unwichtig, man kann eh nicht ausgehen, weder ins Theater noch ins Restaurant. Also bleibt das neue Kleid im Schrank. Manchem dämmert die Erkenntnis: Unser Alltag ist doch nicht der Langeweiler, für den wir ihn vielfach halten. Er besitzt mehr Glamour als gedacht, bietet Halt, gerade wenn draußen die Welt aus den Fugen gerät.

la München/Siegen. Was wirklich wichtig im Leben ist, erfährt man oft erst in der Krise. Der strikte Lockdown im Frühjahr und jetzt, im Dezember/Januar, macht vielen deutlich, dass es nicht unbedingt darauf ankommt, was man anzieht, wohin man in Urlaub fährt und wen man einlädt. Und auch der Body-Mass-Index ist ziemlich unwichtig, man kann eh nicht ausgehen, weder ins Theater noch ins Restaurant. Also bleibt das neue Kleid im Schrank. Manchem dämmert die Erkenntnis: Unser Alltag ist doch nicht der Langeweiler, für den wir ihn vielfach halten. Er besitzt mehr Glamour als gedacht, bietet Halt, gerade wenn draußen die Welt aus den Fugen gerät.

Tagebuch aus dem Frühjahrs-Lockdown

Die beiden Autorinnen Susanne Fröhlich („Moppel-Ich“, „Ausgemustert“) und ihre Freundin Constanze Kleis („Jeder Fisch ist schön, wenn er an der Angel hängt“, nominiert für den deutschen Bücherpreis 2002) haben ihren täglichen Briefwechsel im Frühjahrs-Lockdown in einem Tagebuch zusammengefasst: „Fröhlich mit Abstand“. „Dabei“, sagt die Bestseller-Autorin, Moderatorin und Journalistin Susanne Fröhlich im SZ-Interview, „war es nicht geplant.“ Zu Beginn war es eine private Kommunikation zweier Freundinnen, die auch gerne zusammen schreiben und die sich durch die Corona-Krise nicht sehen konnten.

Quarantäne bot Möglichkeiten

„Es ist kein Ratgeber, wie man durch die Krise kommt. Das würden wir uns niemals anmaßen. Wir haben beide alte Eltern, die gleichen Sorgen und Nöte, und so haben wir begonnen, uns zu schreiben von den Alltäglichkeiten und unserem Tagesablauf“, so die Autorin mit dem unverkennbaren leicht hessischen Akzent. Und sie selbst waren überrascht, dass die selbstgewählte Quarantäne auch immer wieder die Möglichkeit bot, Neues zu entdecken und sich zu beschränken.

"Hör auf zu jammern", sagt sie sich

„Eigentlich“, sagt Susanne Fröhlich, „sind es die kleinen Sachen, die uns glücklich machen und die einem jetzt erstaunlicherweise fehlen.“ Ihr fehlt der Kontakt zu ihren Lesern – am Morgen des SZ-Interviews wurden drei Lesungen bedingt durch die Corona-Verordnungen im Januar abgesagt –, die Umarmung ihrer Freunde, das persönliche Gespräch mit ihrer besten Freundin Constanze Kleis. Und selbstironisch fügt sie an: „Wenn ich so darüber nachdenke, was ich nicht kann, dann sage ich mir immer: Hör auf zu jammern, suhl dich nicht so in deinen Befindlichkeiten. Anderen geht es viel schlechter, sie liegen auf der Intensivstation oder sterben.“ Und sie erinnert an ein Telefonat mit ihren spanischen Freunden. „Über unseren Lockdown können die nur lächeln.“ Wir, sagen die Freunde, hatten Ausgangssperre, durften nur das Notwendigste erledigen; ihr dürft spazieren gehen, euch auch immer noch mit Leuten treffen.

"Mag Salamitaktik nicht"

Nur eines hätte sich Susanne Fröhlich gewünscht: dass man auf die Bundeskanzlerin und die Wissenschaftler gehört und den harten Lockdown früher eingeführt hätte – und nicht erst jetzt, wenn es wenige Minuten vor 12 ist und die Zahl der Corona-Erkrankten unaufhörlich steigt. Susanne Fröhlich: „Ich bin ein Mensch, der reißt das Pflaster in einem Ruck ab. Und so hätte man das auch mit dem Lockdown machen sollen. Vier Wochen konsequent durchziehen, und dann hätte man einen anderen Index gehabt.“ Die Autorin: „Ich mag diese Salamitaktik nicht, die die Politiker an den Tag gelegt haben.“

Optimismus gewinnt am Ende

Ihren Lesern geben die beiden einen Tipp: Führen Sie Tagebuch, ziehen Sie ein Resümee des Tages, und auf einmal werden Sie feststellen: So schlimm war es nun doch nicht. Es gibt jeden Tag auch schöne Momente. Mit ihrer Freundin Constanze Kleis traf sie sich vor dem zweiten harten Lockdown immer wieder zu Spaziergängen – „mit Abstand“. Ganz am Ende des Interviews mit der Autorin Susanne Fröhlich gewinnt ihr Optimismus wieder die Oberhand: „Es wird schon wieder besser werden!“ Nur bis dahin muss man erst einmal sehen, dass man durch die Krise kommt.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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