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Omar El-Saeidi in ZDF-Komödie „Matze, Kebab und Sauerkraut“
In Siegen einen Zahn verloren

Noah (Franz Dinda, M.) ist Jude und Akim  (Omar El-Saeidi) Moslem. Religion spielte nie eine Rolle zwischen den Freunden.  Doch die Begegnung mit Charlotte  (Christine Eixenberger) ändert alles. Zwischen den "Best Buddies" beginnt ein erbittertes Duell um die Traumfrau.
  • Noah (Franz Dinda, M.) ist Jude und Akim (Omar El-Saeidi) Moslem. Religion spielte nie eine Rolle zwischen den Freunden. Doch die Begegnung mit Charlotte (Christine Eixenberger) ändert alles. Zwischen den "Best Buddies" beginnt ein erbittertes Duell um die Traumfrau.
  • Foto: ZDF/Daniela Incoronato
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

la Siegen/Gießen/Mainz. Es gibt Ereignisse, die vergisst man nicht so schnell. Wenn Omar El-Saeidi an Siegen denkt, dann ist es sein Auftritt im Apollo-Theater mit der Bielefelder Theaterproduktion „Minna von Barnhelm“, bei der er einen Zahn verlor und ein Siegener Zahnarzt ihm half und damit die Vorstellung rettete. Und wenn er von Bielefeld zu seinen Eltern und Geschwistern nach Gießen fährt, dann macht er am Siegener Bahnhof Halt. „Ich fahre mit den Regionalbahnen die Strecke und steige dort um“, erzählt er im Interview mit der SZ.
Clash der Kulturen im ZDFAn diesem Donnerstag, 20.15 Uhr, geht es im ZDF in „Matze, Kebab und Sauerkraut“, eine Culture-Clash-Komödie, zu der Timothy Tremper das Drehbuch schrieb, um etwas anderes.

la Siegen/Gießen/Mainz. Es gibt Ereignisse, die vergisst man nicht so schnell. Wenn Omar El-Saeidi an Siegen denkt, dann ist es sein Auftritt im Apollo-Theater mit der Bielefelder Theaterproduktion „Minna von Barnhelm“, bei der er einen Zahn verlor und ein Siegener Zahnarzt ihm half und damit die Vorstellung rettete. Und wenn er von Bielefeld zu seinen Eltern und Geschwistern nach Gießen fährt, dann macht er am Siegener Bahnhof Halt. „Ich fahre mit den Regionalbahnen die Strecke und steige dort um“, erzählt er im Interview mit der SZ.

Clash der Kulturen im ZDF

An diesem Donnerstag, 20.15 Uhr, geht es im ZDF in „Matze, Kebab und Sauerkraut“, eine Culture-Clash-Komödie, zu der Timothy Tremper das Drehbuch schrieb, um etwas anderes. Zwei Freunde – Noah und Hakim –, die sich in eine Frau verlieben. Was die Geschichte spannend macht: Der eine ist Jude und der andere Moslem und Charlotte, die Frau ihrer Träume, natürlich blond und blauäugig, deutsch und katholisch. Und schon knirscht es zwischen den beiden Familien, und aus den „Best Buddies“ werden Konkurrenten.Die Liaison ist für die beiden ach so assimilierten Familien Hirschmann und Abu Yazid ein No-Go. Und es stellt sich die Frage: Matze oder Kebab, was schmeckt besser? Vor allem mit Sauerkraut, Charlottes Lieblingsgericht. Da kann das Schicksal nur seinen Lauf nehmen.

Mit dabei: Andrea Sawatzki, Götz Otto...

Die Komödie, schon mit Erfolg beim Filmfest in Ludwigshafen gezeigt, ist prominent besetzt. Neben Franz Dinda (Noah) und Omar El-Saeidi (Hakim) spielen u. a. Andrea Sawatzki, Francis Fulton-Smith, Götz Otto und Wilson Gonzalez Ochsenknecht mit. Regie führt Christoph Schnee.Für den 39-jährigen El-Saeidi ist das Thema, trotz seiner komödiantischen Aspekte, hochinteressant und aktuell. „Es geht“, sagt der Vater zweier Kinder, der jetzt in Bielefeld zu Hause ist, „auch um die Frage: Können zwei Berliner Jungen, der eine Moslem, der andere Jude, gute Freunde seit Schulbeginn sein?“ Eigentlich, so die Meinung von außen, müssten sich Hakim und Noah doch die Köpfe einschlagen und nicht wie zwei Brüder sein. Doch das sind sie!

Eltern studierten in Gießen

Vorurteile kennt auch Omar El-Saeidi. Seine Eltern, gebürtige Ägypter, kamen als Austausch-Studenten nach Gießen, heirateten, promovierten hier und bekamen Nachwuchs. Sieben Kinder, vier Jungen, drei Mädchen und Omar dazwischen. Als seine Mutter, eine Mikrobiologin, und sein Vater an der Uni in Jeddha in Saudi-Arabien eine Stelle bekamen, zog die Familie um. „Meine Eltern“, sagt Omar El-Saeidi, „haben immer sehr viel Wert auf Bildung gelegt, und als das dort nicht mehr klappte, vor allem für meine Schwestern, und auch unsere Freiheiten sehr begrenzt waren, sind wir wieder zurück nach Gießen gegangen.“Als Jugendlicher, erinnert sich Omar El-Saeidi, möchte man sein wie die anderen Jungen. Doch seine Mutter fiel schon durch ihr Kopftuch auf. Und außerdem brachte sie sich in seine schulischen Belange ein. Omar El-Saeidi: „Meine alte Klassenlehrerin hat mir später mal zu meiner Mutter gratuliert. Doch ganz einfach war das Schulleben nicht.“

"Das Institut" und "SOKO Potsdam"

In Gießen machte El-Saeidi Abitur, dann eine duale Ausbildung zum Diplom-Betriebswirt der Immobilienwirtschaft in Stuttgart, bevor er sich seinen größten Wunsch erfüllte: Er wollte Schauspieler werden. Er bewarb sich an der Hochschule für Theater und Musik in Rostock – „eine private Schauspielschule hätte ich mir überhaupt nicht leisten können. Ich war ständig in Geldnot“ –, wurde genommen und schrieb seine Abschlussarbeit zum Thema „Der deutsche Schauspieler mit Migrationshintergrund“. In zahlreichen Fernsehproduktionen spielte er, vom „Tatort“ über die Comedypreis-gekrönte Serie „Das Institut“ bis hin zu seiner Rolle als Oberkommissar David Grünbaum in der ZDF-Fernsehserie „SOKO Potsdam“, für die er gerade die dritte Staffel abgedreht hat. Außerdem gehörte er zu den Ensembles des Schauspiels Köln und Bielefeld und war zuletzt in der „Aladin“-Produktion zu sehen.

"Herzkino" entsteht in der Provence

Und wie geht es weiter? Gerade dreht er für die ZDF-„Herzkino“-Reihe „Ein Tisch in der Provence“ mit Friederike Linke und Sabine Vitua. Zwei neue Folgen werden in Südfrankreich gemacht. Und wenn man ihn zum Schluss fragt: „Was würden Sie gerne spielen?“, dann kommt eine klare Ansage: „Interessante, vielschichtige Rollen mit großem Konflikt!“

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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