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Arte-Kulturmagazin "Twist" mit Bianca Hauda
In Siegen studiert und moderiert

Die erste Folge von „Twist“, dem neuen Arte-Kulturmagazin, spielt in Berlin. Moderatorin Bianca Hauda spricht hier mit dem Jazzmusiker Erik Leuthäuser u. a. über Solidarität.
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  • Die erste Folge von „Twist“, dem neuen Arte-Kulturmagazin, spielt in Berlin. Moderatorin Bianca Hauda spricht hier mit dem Jazzmusiker Erik Leuthäuser u. a. über Solidarität.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

zel Siegen/Köln/Straßburg. Es sind keine so super Zeiten für die Kultur im Moment. Aber trotzdem ist da so viel Kultur da draußen – in echt und im Netz. Man muss sie nur sehen und finden wollen, und dabei hilft Arte schon sehr. Der deutsch-französische Kultursender startet an diesem Sonntag, 16.20 Uhr, sein neues Kulturmagazin „Twist“. Moderiert wird es von Bianca Hauda. Die Journalistin und (Radio-)Moderatorin hat in Siegen Literatur, Kultur und Medien studiert, dann in Köln bei 1LIVE moderiert, sie arbeitet als Sprecherin und reist jetzt durch Europa, um für „Twist“ nachzusehen, wie das mit der Kultur so läuft. Die 36-Jährige hatte Zeit für ein Interview per E-Mail.
Guten Tag, Frau Hauda. Wo sind Sie gerade? Wo kommen Sie her, wo fahren Sie hin?

zel Siegen/Köln/Straßburg. Es sind keine so super Zeiten für die Kultur im Moment. Aber trotzdem ist da so viel Kultur da draußen – in echt und im Netz. Man muss sie nur sehen und finden wollen, und dabei hilft Arte schon sehr. Der deutsch-französische Kultursender startet an diesem Sonntag, 16.20 Uhr, sein neues Kulturmagazin „Twist“. Moderiert wird es von Bianca Hauda. Die Journalistin und (Radio-)Moderatorin hat in Siegen Literatur, Kultur und Medien studiert, dann in Köln bei 1LIVE moderiert, sie arbeitet als Sprecherin und reist jetzt durch Europa, um für „Twist“ nachzusehen, wie das mit der Kultur so läuft. Die 36-Jährige hatte Zeit für ein Interview per E-Mail.
Guten Tag, Frau Hauda. Wo sind Sie gerade? Wo kommen Sie her, wo fahren Sie hin?
Gerade sitze ich mit einem großen Milchkaffee und meiner Katze auf meiner Couch in Köln und wache gemeinsam mit ihnen ruhig und entspannt auf. Gestern hatte ich einen sehr schönen, aber auch total anstrengenden Tag, da ich sehr früh von einem „Twist“-Dreh in Wien zu einem gefilmten Musikinterview mit der tollen Indie-Pop-Band Giant Rooks nach Hamburg aufgebrochen bin. Die Band bringt heute nämlich ihr erstes Album raus, und weil ich sie schon seit Beginn ihrer Karriere begleite, haben sie mich gefragt, ob ich Lust habe, mit ihnen die Titelgeschichte für ein großes deutsches Musikmagazin zu drehen. Eins ihrer ersten Radiointerviews haben Giant Rooks nämlich damals bei mir in 1LIVE Plan B gegeben. Nächster Stop ist ein Essen bei meinen Eltern zu Hause im Bergischen Land. Bis dahin streichle ich meditativ die Katze, trinke Kaffee und gehe später eine Runde joggen.
Für das neue Arte-Kulturmagazin „Twist“ reisen Sie jede Woche in eine andere europäische Metropole und schauen sich dort um, nach der Kunst und nach dem Leben. Was muss ein Thema haben, um ein Thema für „Twist“ zu sein?
Jedes Thema kann ein Thema für „Twist“ sein, sofern es uns als Gesellschaft berührt, bewegt oder neue Gedanken anstößt. Es muss in und aus unterschiedlichen Richtungen denkbar und dehnbar sein. Unsere Themen werfen einen Fächer an Fragen auf, sind oft groß und scheinbar ungreifbar. Durch den Zusammenhang von Stadt und Thema jedoch wird es das. „Twist“ ist für mich ein bisschen, auch wenn es ein wenig absurd klingt, wie ein Zweikomponentenkleber. Es gibt eine Stadt und ein Thema, und beides will im guten Verhältnis zueinander angerührt werden.
Wo spielt denn die erste Folge von „Twist“? Wie geht es aus Ihrer Sicht dort dem Schönen, Guten, Wahren gerade? Was fehlt, was läuft, was ist zu tun?
Für die erste Folge waren wir in Berlin und haben unser Wir-Gefühl in Europa hinterfragt. Sind wir seit Beginn der Pandemie jetzt alle total solidarisch und eine große Familie? Oder schotten wir uns gerade wieder neu ab? Und was bedeutet Solidarität in diesen Zeiten eigentlich?
Antworten gesucht habe ich unter anderem im Interview zusammen mit Jazzmusiker Erik Leuthäuser und Philosophin Rahel Jaeggi. Persönlich freue ich mich, dass es untereinander vor allem in der Anfangsphase der Pandemie so viel gegenseitige Hilfe gegeben hat, so viel Achtgeben untereinander und auch große Aufmerksamkeit für künstlerische Projekte, online, aber auch offline. Fotografen, die Menschen auf Balkonen per Drohne fotografiert haben, oder Festivals im Netz, die das Gefühl der Einsamkeit aufgegriffen haben.
Aber: Je länger die Pandemie andauert, desto mehr habe ich das Gefühl, dass wir nur noch auf unsere individuellen Probleme gucken und vergessen, dass wir immer noch ganz viele sind, denen es weiterhin nicht so gut geht.
„Twist“ ist ja entstanden aus dem rund 20-minütigen wöchentlichen Online-Kulturmagazin „culture@home“, mit dem Sie und Romy Straßenburg am 17. April bei Arte auf Sendung gegangen sind. Zwölf Ausgaben davon sind bis zum 3. Juli entstanden. Wie kam es damals zu diesem Format? Und wie kamen Sie zu diesem Format?
„Twist“ gab es tatsächlich schon vor „culture@home“, nur leider konnte die erste Folge niemand sehen, da wir nur eine einzige hätten ausstrahlen können. Ich war im März nämlich schon einmal in Wien, doch dann kam der Lockdown, und die Wien-Folge wäre im Arte-Programm ziemlich allein gewesen. Wir mussten umdenken, und da der WDR mit mir für Arte im Frühjahr sowieso viele Folgen „Twist“ produziert hätte und ich in Köln wohne, war das für uns alle eine Win-Win-Situation. Wir haben dann einfach losgelegt und versucht, in einer bizarren Zeit eine möglichst dynamische und aktuelle Kultursendung zu kreieren.

"culture@home" - wie bei Daniel Hope

Ihr „Studio“ für „culture@home“ war Ihre Kölner Wohnung, Sie haben dort Platten aufgelegt, mit der Katze getanzt und sind Rollschuh gefahren. Komisches Gefühl, so viel Privates zu zeigen, oder in der Corona-Zeit genau das Richtige? Der große Geiger Daniel Hope hat es ja genauso gemacht…
Ich habe tatsächlich kurz gehadert. Da ich aber das Netz liebe, selber große Twitter- und Instagram-Userin wie auch Konsumentin bin, war irgendwie schnell klar: „Ich mach’s“. Ich liebe Neues, Ausprobieren und bizarre Situationen. Und „culture@home“ war eben all das.
Wenn aus „culture@home“ das Format „Twist“ wird, also die Sendung vom Web ins Fernsehen umzieht, ändert sich dann was? Wenn ja, was denn?
Das Grundlegende, was sich definitiv ändert, ist, dass meine Katze nicht mehr der Star der Sendung ist! Das müssen ab jetzt die Gesprächspartner komplett allein übernehmen. Wir sind ja jetzt jeden Sonntag on tour und nicht mehr @home. Moby wird in Zukunft in Köln bleiben, und ich werde ohne sie durch Europa reisen, so lang das in diesen Zeiten überhaupt möglich ist. Ansonsten starten wir einfach eine zweite Staffel „culture@home“. Mittlerweile weiß ich ja, wie es sich anfühlt, zwischen meiner Kaffeemaschine und dem Sofa zu moderieren.
Es wirkt ganz so, als fühlten Sie sich beim deutsch-französischen Kultursender Arte ziemlich @home. Sie singen ja auch auf Französisch – mit Ihrem Partner Marco Wolter als Indie-Liedermacher-Pop-Duo Studio Bleu. Was ist das für eine besondere Beziehung zu Frankreich? Und an welcher Stelle könnten wir Deutsche noch viel französischer werden?
Meine Beziehung zu Frankreich hat ziemlich früh im Alter von 13 Jahren begonnen. Weil ich seit der siebten Klasse Französisch als Fremdsprache in der Schule hatte, wollte ich zusammen mit meinem Vater unbedingt einen Roadtrip nach Paris machen. Und weil mein Vater ein sehr cooler Typ ist und ich ein totales Papakind bin, hat er alles für unser Wochenende organisiert. Und obwohl uns auf diesem Trip das Auto aufgebrochen und mir meine liebsten Kinderringe gestohlen wurden, liebe ich Paris und Frankreich seitdem.
Später, nach dem Studium, hat mich dann ein deutsch-französisches Journalistenstipendium für einige Monate nach Toulouse verschlagen, um bei Le Mouv‘ zu arbeiten, dem 1LIVE der Franzosen. Während dieser Zeit habe ich auch Marco kennengelernt, in Berlin, nicht in Frankreich. Wir sind immer in Kontakt geblieben, sind viele Jahre später dann ein Paar geworden und haben dann angefangen, gemeinsam Musik zu machen. Da er in Frankreich aufgewachsen ist und ich das „savoir vivre“ liebe, größtenteils auf Französisch.
Beim Singen habe ich immer das Gefühl, dass ich mich ganz anders fühlen darf als auf Deutsch. Deutsch ist meine Arbeitssprache, mein Denken, mein Perfektionismus. Auf Französisch aber kann ich einfach fließen, ohne die Dinge zu zerdenken. Vielleicht ist das etwas, das wir uns von den Franzosen abgucken können, ein bisschen mehr Laisser-faire.
Sie haben in Siegen studiert, auf der Uni-Theaterbühne gestanden und bei Radio Siegen das erste Mal in ein Radio-Mikrofon gesprochen. Gute Erinnerungen daran? Was haben Sie hier gelernt, das für Ihr weiteres Leben unverzichtbar ist?
Dass es sich lohnt, sich einzulassen. Mit Siegen, mit Neuem und mit dem Mikrofon!
Apropos weiteres Leben... Wo geht die Reise hin? Musik, Moderation, Radio, Fernsehen, Web, Podcast – einfach alles? Sonst noch was?
Dahin, wo es gut ist! Und gern auch mal wieder nach Siegen.
Herzlichen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Bis bald und à bientôt.

Die erste Folge von „Twist“, dem neuen Arte-Kulturmagazin, spielt in Berlin. Moderatorin Bianca Hauda spricht hier mit dem Jazzmusiker Erik Leuthäuser u. a. über Solidarität.
Erste Schritte beim Radio beim Radio machte Bianca Hauda in Siegen - bei Radio Siegen.
Autor:

Regine Wenzel (Redakteurin) aus Siegen

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