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Märchenhaftes „Traumpaar“ im Ersten
Interview mit Prinz und Helene

Prinz Lassmann (Stefan Gorski) ist sich sicher, in Helene (Caroline Hellwig) seine wahre Braut gefunden zu haben.
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  • Foto: WDR/Wolfgang Ennenbach
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

la Hamburg/Siegen. Das Erste hat für Weihnachten drei neue Märchen verfilmt. "Das Märchen vom goldenen Taler" ist bereits die 50. Märchenverfilmung in der Reihe "Sechs auf einen Streich". Die einzelnen ARD-Sendeanstalten, die die Filme produzieren, geben sich eine ungeheure Mühe bei der Suche nach der richtigen Location, den aufwendigen Kostümen und bei der Auswahl der Autoren und Regisseure. Und sie engagieren die Elite der deutschen Schauspielerinnen und Schauspieler für die Rollen. Diesmal ist u. a. Dominic Raacke im Auftaktfilm „Helene, die wahre Braut“ zu sehen, und Dominique Horwitz, Stefanie Stappenbeck und Dennenesch Zoudé spielen in „Das Märchen vom goldenen Taler“ (die 50. Produktion nach einer Erzählung aus Hans Falladas Band „Geschichten aus der Murkelei“).

la Hamburg/Siegen. Das Erste hat für Weihnachten drei neue Märchen verfilmt. "Das Märchen vom goldenen Taler" ist bereits die 50. Märchenverfilmung in der Reihe "Sechs auf einen Streich". Die einzelnen ARD-Sendeanstalten, die die Filme produzieren, geben sich eine ungeheure Mühe bei der Suche nach der richtigen Location, den aufwendigen Kostümen und bei der Auswahl der Autoren und Regisseure. Und sie engagieren die Elite der deutschen Schauspielerinnen und Schauspieler für die Rollen. Diesmal ist u. a. Dominic Raacke im Auftaktfilm „Helene, die wahre Braut“ zu sehen, und Dominique Horwitz, Stefanie Stappenbeck und Dennenesch Zoudé spielen in „Das Märchen vom goldenen Taler“ (die 50. Produktion nach einer Erzählung aus Hans Falladas Band „Geschichten aus der Murkelei“). Und in „Der starke Hans“, frei nach den Brüdern Grimm, spielt u. a. Jeanette Hain als Hüterin der Luftgeister mit. Weihnachten und auch der Jahreswechsel ohne Märchenfilme ist fast undenkbar. Programmdirektor Wolfgang Herres: „Neuverfilmungen der Reihe sind seit 2008 für viele Zuschauerinnen und Zuschauer sozusagen der ,Feenstaub der Festtage‘.“

Stefan Gorski und Caroline Hellwig spielen in der Märchenverfilmung „Helene, die wahre Braut“, die am 1. Weihnachtstag ab 12.50 Uhr im Ersten als Premiere zu sehen ist, das Prinzenpaar, das erst einige Schwierigkeiten überwinden muss, bevor es zueinander finden kann. Die SZ sprach mit beiden Hauptdarstellern.

Morgens Märchen, abends "Beethoven"

Caroline Hellwig: Es ist ihr Tag, der 25. Dezember. Beruflich. Zwei Rollen, zwei Charaktere in ganz unterschiedlichen Filmen. In der 51. Verfilmung der Märchenreihe „Sechs auf einen Streich“ im Ersten ist Caroline Hellwig am Mittag in „Helene, die wahre Braut“ das junge Mädchen, das erst über Umwege zur Prinzessin wird. Und zur Primetime um 20.15 Uhr in „Louis van Beethoven“ übernimmt sie die Rolle der Eleonore von Breuning, der Bonner Jugendliebe des Komponisten. Doch Standesunterschiede verhinderten das Glück. Als Nichtadliger durfte Beethoven, gespielt von Tobias Moretti und Anselm Bresgott, die adlige Eleonore nicht heiraten. Der Beethoven-Film ist die Reverenz an den 250. Geburtstag des großen Komponisten, der in diesem Jahr eigentlich ganz groß gefeiert werden sollte.

"Mit Sicherheitsabstand gedreht"

Es ist ein berufliches Weihnachtsgeschenk für die junge Schauspielerin Caroline Hellwig, die in der Lüneburger Heide aufwuchs und jetzt in Hamburg lebt. Während der Beethoven-Film noch weit vor der Corona-Pandemie gedreht und als Eröffnungsfilm der Biberacher Festspiele gezeigt wurde, liefen die Dreharbeiten für den Märchenfilm im Juli in NRW. „Wir haben“, sagt die Wahl-Hamburgerin, „mit dem geforderten Sicherheitsabstand gedreht.“ Bei den Tierszenen war das allerdings nicht nötig. Das Lämmchen Wilhelmine, das im wahren Leben eigentlich Heidi hieß, pinkelte ihr vor Aufregung eher schon mal auf den Arm und brachte durch sein Blöken die großen Schafe völlig durcheinander. Caroline Hellwig: „Die Kostümbildnerin fand die nassen Kostüme gar nicht so lustig.“ Sie selbst hatte überhaupt keine Berührungsängste. „Wenn man wie ich in der Lüneburger Heide aufgewachsen ist, dann kennt man die Heidschnucken, und die Naturverbundenheit ist in einem einfach drin.“

In "Aenne Burda" mitgespielt

Hellwig absolvierte während der Schulzeit die Stagefactory in Berlin, wirkte im Jugendclub des Deutschen Theaters Berlin mit und spielte am Staatsschauspiel Dresden in „Wind.Mühlen.Flügel“. Sie war die junge Hiltrud Janssen in der Literaturverfilmung „Wir sind doch Schwestern“ nach dem Buch von Anne Gesthuysen und als Eva Schneider im ARD-Zweiteiler „Aenne Burda – Die Wirtschaftswunderfrau“ zu sehen. Und am Freitag ist sie die Helene.

Prinzessin werden? Nicht unbedingt

War es ihr Traum als Kind, Prinzessin zu werden? Da kommt aus dem Norden die klare Antwort: „Einfach nur Prinzessin sein, reizte mich nicht.“ Dass es in dem Film nicht um einen Prinzessinnen-Traum ging, war einer der Aspekte, die der jungen Schauspielerin gefielen. „Helene verwandelt sich von einem verwaisten Mädchen zu einer selbstbewussten jungen Frau, die sich den Herausforderungen stellt und die am Ende bereit ist für die große Liebe.“ Dass es ein Prinz ist, ist dabei völlig unerheblich.

Prinz liebt Mädchen aus dem Volk

Stefan Gorski: Der Schauspieler war Romeo in William Shakespeares Tragödie von „Romeo und Julia“, und er war ein jugendlicher Mephistopheles in Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ am Düsseldorfer Schauspielhaus. Jetzt spielt der Wiener Stefan Gorski Prinz Lassmann in der ARD-Märchenverfilmung „Helene, die wahre Braut“ nach Motiven von Ludwig Bechstein und den Brüdern Grimm (1. Weihnachtstag, 12.50 Uhr). Er ist der Mann von königlichem Geblüt, der nicht gewillt ist, eine Zwangsehe einzugehen. Lieber legt er die Krone ab und reitet der Frau nach, die er liebt: Helene, das Mädchen aus dem Volk.

"Der Liebe den Vorzug geben"

Ein Happy End, wie es das nur im Märchen gibt? Der Absolvent des Max Reinhardt Seminars empfindet das Handeln des Prinzen Lassmann keineswegs als sentimentale Regung. „Ich begrüße die Idee,“, sagt der 29-Jährige, der nach Jahren der Theaterkarriere jetzt als freier Schauspieler arbeitet, „der Liebe für eine andere Person gegenüber einem royalen Lebensstil den Vorzug zu geben. Letztlich steht es jedem Individuum jedoch selbst frei, Prioritäten zu setzen. Komplizierter wird es, wenn man die Krone nicht als Sinnbild für Hab und Gut, sondern als Verantwortung gegenüber dem Volke betrachtet.“

Immer wieder Parallelen zu sich selbst

In der Rolle des Prinzen Lassmann, der bedingungslos liebt, sieht er durchaus auch Facetten seiner selbst. Stefan Gorski, der, bevor er Ensemblemitglied in Düsseldorf wurde, Bühnenerfahrung am Theater in der Josefstadt in Wien und bei den Theaterfestspielen in Reichenau sammelte, wo er u. a. als Brick in Tennessee Williams’ „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ und als Gavrilo Princip in Nicolaus Haggs „1914 – Zwei Wege in den Untergang“ zu sehen war, zieht auch mit seinen Bühnenfiguren immer wieder Parallelen zu sich selbst. Stellt man die Rolle des Romeo der des Mephisto gegenüber, dann existieren Wesenszüge beider Figuren in ihm selbst.

Eltern stammen aus Zakopane

Dieses Spannungsfeld Liebe und Konflikte hat ihn auch gereizt, die Rolle anzunehmen. Es hat ihn auch nicht gestört, dass die Dreharbeiten mitten in den Lockdown fielen. „Es gab Figuren, bei denen körperliche Nähe für die Erzählstruktur unverzichtbar war.“ Aus diesem Grund wurden drei Darsteller vor Drehbeginn zur einwöchigen Quarantäne gebeten: Helene (Caroline Hellwig), Fee Cleo (Barbara Colceriu) und Prinz Lassmann (Stefan Gorski). Nach den intensiven Theaterjahren wird sich der Wiener mit polnischen Wurzeln – seine Eltern stammen aus Zakopane, Siegens Partnerstadt, und siedelten Anfang der 1980er-Jahre nach Wien über – im kommenden Jahr auf das Medium Film konzentrieren.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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