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Das energiegeladene Ricardo del Fra Quintet sorgt im Lÿz für musikalische Hochstimmung
Jazzwelten im Gespräch

Riccardo del Fra und seine Mitspieler zeigten meisterhaft, wie man unterschiedliche Jazzwelten zu einem intensiv und zugleich zart klingenden Ganzen verbindet.
  • Riccardo del Fra und seine Mitspieler zeigten meisterhaft, wie man unterschiedliche Jazzwelten zu einem intensiv und zugleich zart klingenden Ganzen verbindet.
  • Foto: Helmut Blecher
  • hochgeladen von Redaktion Kultur

hel Siegen. Der in Paris lebende italienische Bass-Spezialist Riccardo del Fra war glücklich, mit seiner europäischen Band auf Einladung des Jazzclubs Oase in Siegen auftreten zu können. Und die Jazzfans, die am Freitagabend den Weg in die Lÿz-Schauplatzbühne fanden, waren ebenfalls glücklich, dieses außergewöhnliche Konzert erleben zu können.
Starke MitspielerZweifellos gehörte der Auftritt des Riccardo del Fra Quintetts zu den Höhepunkten in der Spielzeit 2019/2020, war er doch ein brillanter Türöffner zwischen den Jazzwelten, in dem man die Möglichkeit der freien musikalischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Bezugspunkten des Free Jazz mit intensivem, aber auch mit zartem und zerbrechlichem Klang zu Gehör brachte.

hel Siegen. Der in Paris lebende italienische Bass-Spezialist Riccardo del Fra war glücklich, mit seiner europäischen Band auf Einladung des Jazzclubs Oase in Siegen auftreten zu können. Und die Jazzfans, die am Freitagabend den Weg in die Lÿz-Schauplatzbühne fanden, waren ebenfalls glücklich, dieses außergewöhnliche Konzert erleben zu können.

Starke Mitspieler

Zweifellos gehörte der Auftritt des Riccardo del Fra Quintetts zu den Höhepunkten in der Spielzeit 2019/2020, war er doch ein brillanter Türöffner zwischen den Jazzwelten, in dem man die Möglichkeit der freien musikalischen Auseinandersetzung mit verschiedenen Bezugspunkten des Free Jazz mit intensivem, aber auch mit zartem und zerbrechlichem Klang zu Gehör brachte. Der legendäre Kontrabassist Riccardo del Fra, der mit fast allen Größen des Jazz spielte und fast neun Jahre Chet Bakers Bassist war, stellte die Veröffentlichung seines neuen Albumprojekts „Moving People“ in den Mittelpunkt seines Konzertes. Mit dem französischen Pianisten Carl-Henri Morisset, der in wechselnden Formationen Konzertsäle und Festivals auf der ganzen Welt bespielt, sowie dem französischen Drummer Nicolas Fox, dem aus Polen stammenden Trompeter Tomasz Dabrowski und dem deutschen Alt- und Sopransaxofonisten Jan Prax, der als einer der aufgehenden Sterne am deutschen Jazzhimmel gilt, hatte del Fra junge Musiker an seiner Seite, die es verstanden, sich mit den komplexen Ideen del Fras auseinanderzusetzen.

"Moving People" ist ein Herzensanliegen

„Moving People: It’s About Empathy“, erklärte der Bassist, der mit seiner Musik Gedanken zur Migration der Völker, zur Menschheit in ihrer Verletzlichkeit und ihrer gleichzeitig einzigartigen Lebenskraft mit großem Einfühlungsvermögen zum Ausdruck brachte. Sie standen im Zentrum des Projektes. Dabei ließ die Musik, die Vergleiche mit Charlie Haden, Ornette Coleman oder Carla Bley zulässt, viel Raum für Improvisationen, exzellente Soli und überraschende Breaks, der von den fünf Musikern ausgiebig genutzt wurde , ohne dass man sich dabei in einer akustischen Dauerschleife verstrickte.
Stücke wie „Ressac“ (Brandung), „Moving People“ oder Thelonious Monks „Let’s Call This” oder Richard Rodgers „My Funny Valentine“, in dem sich Ricardo del Fra auch als veritabler Sänger erwies, waren mitreißend, ergreifend und lyrisch zugleich. Komplex waren alle Stücke, die sich zwischen Atonalität und Melodienfindung ansiedelten und ganz nach dem Gusto der mit virtuoser Spielkunst auftrumpfenden jungen Musiker waren.
Für Riccardo del Frau ist „Moving People“ eine Herzensangelegenheit, die im Lÿz auf offene Herzen und Ohren stieß. Die inspirierten Solisten aus drei Ländern, die ein grenzenloses Musikverständnis einte, gaben der Hoffnung auf Perspektiven in Zeiten der Krise, in der mehr denn je die gemeinsamen Werte der europäischen Länder auf den Prüfstand gestellt werden, klangvollen Ausdruck. Helmut Blecher

Autor:

Redaktion Kultur

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