Freddy Quinn, die Zigarette und andere Anekdoten
Jo Kogel erinnert sich an besondere Begegnungen

Im Umgang kapriziös: Mehrfach war Ian Anderson in Siegen zu Gast und trug sich, flankiert von Bürgermeister Steffen Mues, auch ins Goldene Buch der Stadt ein.
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  • Im Umgang kapriziös: Mehrfach war Ian Anderson in Siegen zu Gast und trug sich, flankiert von Bürgermeister Steffen Mues, auch ins Goldene Buch der Stadt ein.
  • Foto: Archiv-Foto: René Traut
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

sz Siegen. Es ist ein Füllhorn an Anekdoten, die Jo Kogel (der sein Event-Geschäft zum 31. März 2020 auflöst) im Rückblick auf seine über 50-jährige Veranstaltertätigkeit ausschütten kann. Mit der Siegener Zeitung teilte er einige dieser Geschichten, die zum Erinnern, vielleicht auch zum Schmunzeln anregen mögen. Jo Kogel erinnert auf Anfrage der Siegener Zeitung an Begegnungen, Erlebnisse und auch verpasste Gelegenheiten.

"Wollen Sie mich vergiften?"

Freddy Quinn: „Vor 30 Jahren war ich noch Raucher, und ich wollte, mit einer Zigarette in der Hand, Freddy Quinn, mit dem wir abends ein Konzert in der Siegerlandhalle veranstaltet haben, begrüßen. Er sah die Zigarette, schrie mich an: ,Wollen Sie mich vergiften?!‘ – drehte sich um und verschwand in seiner Garderobe.“

Ian Anderson ließ den Bürgermeister warten

Ian Anderson: „Er galt als schwierig und schrullig. Zumeist sah man ihn mit einem verärgerten Gesicht. Und schon lange bevor das aktuell wurde, hat er niemandem die Hand gegeben, um sich nicht mit Viren und dergleichen anzustecken. Ian Anderson ließ vor seinem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt Siegen die versammelte Abordnung der Stadt Siegen, an der Spitze Bürgermeister Steffen Mues, eine geschlagene halbe Stunde warten, ehe er zur Zeremonie erschien.“

André Rieu schläft am liebsten zu Hause

André Rieu: „Ganz pflegeleicht und ein lieber, netter Mensch, der in zwei ausverkauften Konzerten mit seinem großen Orchester auf dem Schlossplatz gastierte. Kuriosum: Nach dem ersten Konzert sind Andre Rieu und das komplette Orchester per Bus nach Hause, nach Maastricht, gefahren, um am nächsten Tag wieder anzureisen. ,Wenn es irgendwie geht, möchten wir abends im eigenen Bett schlafen‘, sagte er als Erklärung.“

Udo Lindenberg in den frühen Jahren

Udo Lindenberg: „Leider hat es nie geklappt, ihn bei aufsteigender Karriere zu engagieren. Dafür war die Siegerlandhalle viel zu klein, und das Leimbachstadion wurde uns nicht vermietet. Von Hause aus ist Lindenberg Schlagzeuger, und in seinen jungen Jahren spielte er u. a. in der Band Klaus Doldinger’s Passport. Mit dieser Band sind wir durch zahlreiche Städte in Deutschland getourt. Damals hat sich niemand groß für Udo Lindenberg interessiert, im Vordergrund stand natürlich Klaus Doldinger. Lindenberg wurde später von Drummer Curd Cress ersetzt. Die Gastspiele in der Stadtbühne waren stets ausverkauft, weil Doldinger und die Musik von Passport damals sehr populär waren.“

Das Goldene Buch der Stadt Siegen

 „Nicht eintragen durften sich Depeche Mode, Herbert Grönemeyer, Marius Müller-Westernhagen und auch nicht Herman van Veen, der große Künstler und Menschenfreund, der sich seit Jahrzehnten sozial engagiert und dafür europaweit ausgezeichnet wurde. In Deutschland mit dem Bundesverdienstkreuz.“

Trinkfest: Horst Frank

Ingrid Steeger und Horst Frank: „Wir haben mit den damals sehr populären Schauspielern eine Tournee gemacht mit dem Theaterstück ,Bleib doch zum Frühstück‘. Alle Vorstellungen waren ausverkauft. So auch das Gastspiel im Theater der Stadt Gummersbach. Ich begrüßte vor der Vorstellung Ingrid Steeger und fand Horst Frank in seiner Garderobe sitzend mit einer Flasche Whiskey vor sich stehend. Er war ganz offensichtlich vollkommen betrunken, und ich bin in Panik ins Foyer gegangen, um mir Gedanken zu machen, wie man den 800 Besuchern, die im Saal saßen, den Ausfall des Stückes begreiflich machen konnte. Um 20 Uhr öffnete sich der Vorhang: Auftritt Steeger, Applaus; Auftritt Frank: Applaus. Die ersten Dialoge, und alles war einwandfrei. Horst Frank absolvierte seine Rolle mit Bravour. Nach dem Auftritt habe ich mit beiden noch lange im Restaurant gesessen. Ingrid Steeger hatte wie immer ihren Dackel dabei. Und Frank bestellte Runde um Runde: Bier – Kurzer, Bier – Kurzer … Um 1 Uhr hat sich Ingrid Steeger verabschiedet, mit Horst Frank saß ich noch bis 4 Uhr am Tisch. Anderntags ging es mir ziemlich schlecht …“

Joe Cocker scheitert an Johannismarkt

„Im Laufe seiner Geschichte hat JoKo immer wieder versucht, herausragende Top-Acts nach Siegen zu holen. Bei einigen ist es gelungen, zuletzt bei Deep Purple und Roger Hodgson’s Supertramp. Bei anderen ist es bei zum Teil jahrelangen Bemühungen geblieben. Hierzu gehörte Joe Cocker. Die Verhandlungen mit dem Management waren abgeschlossen, es wurde ein Termin im Juni in der Siegerlandhalle gefunden. Der Vertrag wurde unterschriftsreif zugesandt. Und dann fiel Verantwortlichen beim Ordnungsamt ein, dass am Konzerttag der Aufbau des Johannimarktes beginnen sollte und damit der Parkplatz nicht für Besucher zur Verfügung stehen würde. Das war es dann mit Joe Cocker.“

Im Umgang kapriziös: Mehrfach war Ian Anderson in Siegen zu Gast und trug sich, flankiert von Bürgermeister Steffen Mues, auch ins Goldene Buch der Stadt ein.
JoKo-Stammgast: der holländische Künstler Herman van Veen.
Autor:

Redaktion Kultur

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