SZ

"Late Night" beim Kammermusikfestival
Jung, frisch und unverbraucht

In wechselndem Zusammenspiel präsentierten zwei Violinistinnen und Cellisten (v. l.: Tobias Feldmann, Dorothea Stepp, German Prentki, und der künstlerische Leiter Andrei Ionita) beeindruckende Virtuosität.
  • In wechselndem Zusammenspiel präsentierten zwei Violinistinnen und Cellisten (v. l.: Tobias Feldmann, Dorothea Stepp, German Prentki, und der künstlerische Leiter Andrei Ionita) beeindruckende Virtuosität.
  • Foto: Olaf Schwanke
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

ne Dahlbruch. Musik ist eine internationale Sprache, und Englisch gilt als nahezu vergleichbar universell – da nimmt es nicht wunder, wenn das Organisationsteam des Kammermusikfestivals 2021 um Andrei Ionita und Jens Schreiber den vier Veranstaltungen am vergangenen Wochenende auch eine „Late-Night“-Ausgabe gönnte.
Andrei Ionita, geboren am 1994 in Bukarest, hat viele internationale Musikwettbewerbe gewonnen, darunter 2015 den berühmten, nur alle vier Jahre ausgelobten Internationalen Tschaikowskywettbewerb in Moskau in der Kategorie Cello und den Aram-Khatchaturian-Wettbewerb 2012, beim ARD-Musikwettbewerb 2013 wurde er Dritter. Insgesamt zehn Kollegen und Kolleginnen trugen das viertägige Festival.

ne Dahlbruch. Musik ist eine internationale Sprache, und Englisch gilt als nahezu vergleichbar universell – da nimmt es nicht wunder, wenn das Organisationsteam des Kammermusikfestivals 2021 um Andrei Ionita und Jens Schreiber den vier Veranstaltungen am vergangenen Wochenende auch eine „Late-Night“-Ausgabe gönnte.
Andrei Ionita, geboren am 1994 in Bukarest, hat viele internationale Musikwettbewerbe gewonnen, darunter 2015 den berühmten, nur alle vier Jahre ausgelobten Internationalen Tschaikowskywettbewerb in Moskau in der Kategorie Cello und den Aram-Khatchaturian-Wettbewerb 2012, beim ARD-Musikwettbewerb 2013 wurde er Dritter. Insgesamt zehn Kollegen und Kolleginnen trugen das viertägige Festival.

Feine Duette gefielen

Das stimmungsvoll mit Kerzen illuminierte Late-Night-Konzert in der hellen, schlichten Halle von St. Augustinus bestritten neben dem Cellisten Ionita die beiden Violine spielenden Jungstars Dorothea Stepp aus Bonn und Tobias Feldmann, 1991 in Fulda geboren und seit 2018 Professor an der Würzburger Musikhochschule.
Mit Cellist German Prentki agierte überdies ein All-Star des hiesiges Landesorchesters, der Philharmonie Südwestfalen im Verein der Jungen, von dessen unaufgeregter Grandezza nicht nur die für Nachtkonzerte erstaunlich hohe Zahl Musikinteressierter im Publikum zeugte: Gerade die feinen Duette gefielen, beispielsweise die G-Dur-Sonate für zwei Celli von Jan-Baptiste Barriére (1707-1747) in drei Sätzen – gelebte, zu Musik geronnene gegenseitige Inspiration.

Fester Applaus für jeden Programmpunkt

Den Anfang des Konzertes machte Tobias Feldmann mit einer Franz-Schubert-Bearbeitung des Erlkönigs für Violine solo, dem sich ein kurzes Medley bekannter Motive von Johann Sebastian Bach (BWV 772-786) für zwei Stimmen (Dorothe Stepp, Andrei Ionita) anschloss, das dem Publikum ausnehmend gut gefiel. Johlen, gelegentliche Bravos und festen Applaus erhielt jeder Programmpunkt, denn das Publikum verliebte sich gleich in die fantastischen Vier, die aus ihrer Leidenschaft für die Musik, für ihr zum Teil historisch-wertvolles Instrument, für ihre Lust auf Publikum keinen Hehl machten und im Wortsinne bezaubernd agierten.

Stürmisch beklatschtes Kleinod

Hoch virtuos die Programmauswahl, namentlich natürlich die Ciaccona aus der Partita Nr. 2 d-Moll für Sologeige (BWV 1004), die Tobias Feldmann feierte, und die Bourrée aus der C-Dur-Suite für Violoncello solo (BWV 1009), mit der Festivalleiter Andrei Ionita seine hohe Profession demonstrierte.
Mit einem Stück für zwei Celli des mexikanischen Komponisten und Cellospielers José Elizondo zog eine Suite im Takte des Tango Nuevo in Dahlbruchs katholische Kirche ein: Prentki, der aus einer hochmusikalischen Musikerfamilie aus Montenegro stammt, lieferte dazu die authentischen „Vibrations“ und schuf mit Ionita gemeinsam ein stürmisch beklatschtes Kleinod in die Füße und das Herz gehender Klangkunst. Feurig herzzerreißend virtuos dann das Lamentatio von Giovanni Sollima (1962 in Palermo geboren), zu dem auch gutturaler Gesang, wortlose Melismen gehören.
„Überraschende Wendungen“ hatte Andrei Ionita den Zuhörenden ja versprochen – sie wurden nicht enttäuscht; Prentki, Ionita, Feldmann und nicht zuletzt Dorothea Stepp, kurzfristig für die erkrankte Mari Lee eingesprungen, bewiesen, wie jung, frisch und unverbraucht sich Kammermusik für Streicher anhören kann – und dass solche Interpretationen dem Genre neue Freundinnen und Freunde generieren können.

Autor:

Olaf Neopan Schwanke (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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