"Hans im Glück" im Apollo-Theater Siegen
Junges Theater aus Detmold mit tierischem Stück

Ein flottes Tänzchen gefällig? Kuh (Constanze Rückert) und Metzger (Anton Becker) schwingen das Tanzbein, während Hans (Paul Gräntzel) und das liebenswerte Schwein (Thomas Ehrlichmann) belustigt zusehen.
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  • Ein flottes Tänzchen gefällig? Kuh (Constanze Rückert) und Metzger (Anton Becker) schwingen das Tanzbein, während Hans (Paul Gräntzel) und das liebenswerte Schwein (Thomas Ehrlichmann) belustigt zusehen.
  • Foto: Bärbel Althaus
  • hochgeladen von Florian Broda

ba Siegen. Glück müsste man haben. Doch was ist überhaupt Glück, und wie kann man es erlangen? Am Sonntagnachmittag konnten die Zuschauer im ausverkauften Apollo-Theater Siegen diesem Geheimnis auf die Spur kommen, denn in der Sparte „Junges Apollo“ war ein Meister dieses Zustands zu Besuch: „Hans im Glück!“ In Anlehnung an den bekannten Klassiker der Brüder Grimm präsentierte das Landestheater Detmold die Erlebnisse des Glückskindes in einer schwungvoll-witzigen Version von Jan Steinbach.

"Hans im Glück" in Siegener Innenstadt

Sieben Jahre war Hans (Paul Gräntzel) nicht daheim, sondern schuftete frohgelaunt in der Fremde. Erst die Krankheit seiner Mutter (Constanze Rückert) und ihre Sehnsucht nach seinem Lachen erwecken in ihm den Wunsch, an ihrem Geburtstag wieder bei ihr zu sein. Als er als Lohn für seine Arbeit einen riesigen Klumpen Gold erhält, kann er sich glücklich schätzen. Doch leider ist dieser viel zu schwer. Weil er es eilig hat und sich bekanntlich mit leichtem Gepäck besser reist, tauscht er den goldenen Ballast gegen ein Pferd (Anton Becker).
Von diesem Moment an ist auf der Bühne des Theaters tierisch was los. Denn der sprechende Vierbeiner ist nicht nur streitbar, sondern bringt den gutmütigen Hans dazu, ihn auf seinem Rücken reiten zu lassen. So ein Pech! Nicht für Hans, denn er sieht es wie Pippi Langstrumpf und macht sich die Welt, wie sie ihm gefällt. Schließlich muss man nur allen Situationen das Beste abgewinnen, um Glück zu verspüren. Dass das nicht ganz einfach ist, zeigt Briefmeise Dr. Meisinger, die hingebungsvoll jammert und seufzt. „Ich hab immer Pech!“ Dabei ist sie dem Glück stets auf der Spur. Dass es aber ein Fehler sein kann, zu sehr nach dem Glück zu streben, wird ihr erst später bewusst.

Die Suche nach dem Glück und sprechende Tiere

Zuvor wird zur Erheiterung der Zuschauer das aufmüpfige Pferd gegen eine vom Publikum auf „Luise“ getaufte Kuh (Constanze Rückert) getauscht, die wiederum aufgrund von Hans‘ fehlender Melkkompetenz durch ein Schwein (Thomas Ehrlichmann) ersetzt werden muss. Weil das Borstenvieh lieber schläft als läuft, wechselt es erneut den Besitzer und Hans erhält eine quasselnde Gans (Constanze Rückert) als Ersatz. Was viele als schlechten Tausch ansehen würden, macht Hans glücklich, er will positiv denken.

Bühnenbau und Darsteller lassen keine Langeweile zu

Nicht nur, dass die Tiere bei „Hans im Glück“ sprechen können, auch mit den Kostümen der tierischen Schar hat Carla Friedrich, die auch das Bühnenbild gestaltet hat, richtig Spaß gemacht. Deshalb wird es in den rund 75 Minuten der Aufführung keine Sekunde langweilig, zumal die Darsteller nicht nur in viele unterschiedliche Rollen schlüpfen, sondern auch die Szenerie in Windeseile umbauen. So wandeln sich Blumenwiesen in Gipfellandschaften, bevor Hans und seine Gans im nebligen Finstermoor auf die bösartigen Tauben (Thomas Ehrlichmann/Anton Becker) stoßen, die hinterhältig die arme Dr. Meisinger mobben. Ein Slow-Mo-Fight zum „Rocky“- Song „Eye Of The Tiger“ sorgt für Action und bringt die biestigen Vögel zur Raison. Dann wird es Zeit, sich wieder um das Glück zu kümmern, das für jeden etwas anderes bedeuten kann! Für Hans ist es das größte Glück, nach Hause zu kommen und der Mutter ihren Geburtstagswunsch zu erfüllen. Dass er aufgrund seiner Tierliebe zum Vegetarier wird, ist wohl dem Zeitgeist geschuldet. Ob ihn diese Entscheidung glücklich macht? Natürlich, sonst wäre er nicht Hans im Glück!

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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