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Offene Kleinkunstbühne zu Gast beim Open-Air-Kino am Schloss
KGB will Wert der Kunst wahren

Die offene Kleinkunstbühne „Kunst gegen Bares“ machte erneut Station beim Siegener Open-Air-Kino am Oberen Schloss. Die Künstlerinnen und Künstler sorgten mit Moderator Gerd Buurmann (vorne l.) für gute Unterhaltung.
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  • Die offene Kleinkunstbühne „Kunst gegen Bares“ machte erneut Station beim Siegener Open-Air-Kino am Oberen Schloss. Die Künstlerinnen und Künstler sorgten mit Moderator Gerd Buurmann (vorne l.) für gute Unterhaltung.
  • Foto: Pauline Vollpert
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

pav Siegen. „Kunst sollte immer mehr wert sein als Zigaretten oder ein Big-Mac-Menü.“ In Anbetracht der Tatsache, dass alles immer teurer wird und seinen Wert schnell verlieren kann, sollte jener der Kunst gewahrt werden. Mit solchen Gedanken eröffnete Moderator Gerd Buurmann am Donnerstag die Open-Air-Ausgabe von „Kunst gegen Bares“ (KGB) am Oberen Schloss in Siegen. Neun Künstlerinnen und Künstler aus Siegen, Frankfurt und Köln beeindruckten das Publikum mit ihren poetischen, musikalischen, stimmlichen, komödiantischen und akrobatischen Fähigkeiten.
Lennard Rosar kommt wieder zur Comedy NightMit Musik zum Autofahren, wie Buurmann es beschrieb, eröffnete Komponistin Isabelle Hauschild den Abend. Am Keyboard spielte sie mit flinken Fingern zwei ihrer selbstkreierten Stücke.

pav Siegen. „Kunst sollte immer mehr wert sein als Zigaretten oder ein Big-Mac-Menü.“ In Anbetracht der Tatsache, dass alles immer teurer wird und seinen Wert schnell verlieren kann, sollte jener der Kunst gewahrt werden. Mit solchen Gedanken eröffnete Moderator Gerd Buurmann am Donnerstag die Open-Air-Ausgabe von „Kunst gegen Bares“ (KGB) am Oberen Schloss in Siegen. Neun Künstlerinnen und Künstler aus Siegen, Frankfurt und Köln beeindruckten das Publikum mit ihren poetischen, musikalischen, stimmlichen, komödiantischen und akrobatischen Fähigkeiten.

Lennard Rosar kommt wieder zur Comedy Night

Mit Musik zum Autofahren, wie Buurmann es beschrieb, eröffnete Komponistin Isabelle Hauschild den Abend. Am Keyboard spielte sie mit flinken Fingern zwei ihrer selbstkreierten Stücke. Ein spontaner Anschlussauftritt folgte, als Buurmann wieder die Bühne betrat und zu Hauschilds musikalischer Begleitung Heinrich Heines „Deutschland. Ein Wintermärchen“ mit großer Gestik vortrug.

Schmissig-mitreißend: Comedian Lennard Brosar.

Heinrich Heine war ein vielseitiges Talent, und auch der nächste Künstler wurde als jemand vorgestellt, der vieles kann, zum Beispiel Menschen unterhalten. Comedian Lennard Rosar brachte dem Publikum nicht nur das Wort „schmissig“ bei, das so viel wie „mitreißend“ bedeutet und beispielsweise verwendet werden kann, um die Musik von Queen zu beschreiben. Auch zu fragwürdigen Werbeslogans, E-Rollern, duftendem Toilettenpapier und dem Wischen bei Tinder als Entspannungsmaßnahme machte er sich seine Gedanken. Am 14. September wird er bei der Comedy Night im Kulturcafé Casablanca in Weidenau zu sehen sein.

Julia Schmitz jonglierte traumhaft

Mit Fingerübungen für das Publikum ging es weiter. Julia Schmitz, die an diesem Abend gleich zweimal die Gelegenheit hatte, ihre Kunst zu zeigen, bewies Multitasking mit Bällen. Als besonders beeindruckend stellte sich dabei ihre Jonglage in der Dunkelheit heraus. Mit leuchtenden Bällen, die sie zu passender Musik tanzen ließ, brachte sie die Menschen zum Träumen.

Zunächst jonglierte Julia Schmitz mit normalen Bällen, bevor sie am späten Abend zu ihren Lichtbällen griff.
  • Zunächst jonglierte Julia Schmitz mit normalen Bällen, bevor sie am späten Abend zu ihren Lichtbällen griff.
  • Foto: Pauline Vollpert
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

Auch Buurmann spürte den Zauber und holte Shakespeares Tragödien hinzu, die zusammen mit den leuchteten Bällen und der Musik großes Theater ergaben.

Poetry-Slammerin Tine Nell filmreif

Auf Artistik folgte Poesie. Siegens Poetry-Slam-Größe Tine Nell, die mittlerweile auch Jugendromane schreibt, hatte sich passend zum Ambiente (im Schlosspark findet immer das Open-Air-Kino statt) zwei Filmideen überlegt. Zunächst einen Teenie-Film, der um den Gedanken kreist, wie es wäre, beim Flaschendrehen einen Kuss vom heimlichen Schwarm zu bekommen. Bei ihrem zweiten Text stellte sie vor, wie ihr Leben wäre, wenn es ein Film wäre.

Poetry-Slam-Größe Tine Nell gewann "Kunst gegen Bares" am Oberen Schloss.

Auch Buurmann stellte sich im Anschluss an Nells Performance diese Frage und hoffte, dass es ein Film von Louis des Funès sei.

Viktoria Burkert macht ehrlich-lustige Lieder

Nach der Pause folgten Liedermacherin Viktoria Burkert und ihre Gitarre. Mit ihren gewitzten Texten, in denen sie ihre Gedanken mit romantischen Vorstellungen und ironischen Tendenzen kombiniert, wirft sie sowohl einen Blick auf das Leben als auch auf die Liebe. In ihre beiden Lieder, „Zeit der Wurst“ und „Liebeslied in drei Minuten“, packte sie ehrlich Gemeintes und lustig Gesungenes.

Liedermacherin Viktoria Burkert

Ebenso wie Viktoria spielt Marco Leitner, der sich selbst als jemanden mit Reimzwängen und Alphabetisch-Fetisch bezeichnet, gerne mit Worten und präsentierte im Anschluss zunächst einen gereimten Krimi, auf den ein turbulenter Tag beim Arzt folgte. Dabei stellte er konsequent einen Vokal oder Umlaut in den Fokus seiner Dichtung, um die er dann seine Geschichten spann.

Jason Lee kam spontan auf die Bühne

„Kunst gegen Bares“ ist auch bekannt für sein Konzept der offenen Bühne. Spontan und kurzfristig können sich Menschen mit ihrer Kleinkunst bewerben und einen Slot im Programm erhaschen. Comedian Jason Lee, der sich noch am selben Tag der Veranstaltung angemeldet hatte, gelang das. Statt eines Sparschweins, das jeder Künstler bekommt, erhielt er eine Popcorntüte.

Überraschungskünstler Jason Lee wunderte sich darüber, dass wir in Deutschland die Zahlen von hinten nach vorne lesen und fragte, ob die Bewohner nicht eigentlich „Deutschländer“ heißen müssten.
  • Überraschungskünstler Jason Lee wunderte sich darüber, dass wir in Deutschland die Zahlen von hinten nach vorne lesen und fragte, ob die Bewohner nicht eigentlich „Deutschländer“ heißen müssten.
  • Foto: Pauline Vollpert
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

Passend zu Popcorn kam gegen Ende der Veranstaltung wieder das Kino hinzu. Sebastian Stenczl synchronisierte mit seiner herausragenden Stimme den Hauptantagonisten „Scar“ aus „König der Löwen“. Um das Filmerlebnis perfekt zu gestalten, trat er in die Dunkelheit, während der Zeichentrickklassiker auf der großen Leinwand in ausgewählten Abschnitten lief.

Siegenerin als Siegerin: Tine Nell

Sänger Jan Kalter konnte mit seiner kraftvollen Stimme, die selbst abseits des Mikrofons den Schlosspark für sich einnahm, seiner Gitarre und seinen beiden selbstgeschriebenen Songs „Walk On Blind“ und „Falling“ für einen krönenden Abschluss-Gänsehaut-Moment sorgen. Siegerin und damit „Kapitalistensau“ des Abends wurde Tine Nell. Zum Vormerken: Wer Gerd Buurmann und Viktoria Burkert mit ihrem gemeinsamen Live-Programm „Das Leben – Ein Nudelsalat“ erleben möchte, kommt am 12. Oktober nach Limburg in die Stadthalle.

Autor:

Pauline Vollpert (Freie Mitarbeiterin) aus Siegen

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