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Lars Reichow mit "Ich" im Hüttenhaus
Kräftig losprusten trotz Corona

Lars Reichow brachte seine Anliegen rhetorisch und musikalisch im Herdorfer Hüttenhaus auf den Punkt.
  • Lars Reichow brachte seine Anliegen rhetorisch und musikalisch im Herdorfer Hüttenhaus auf den Punkt.
  • Foto: Rolf Henrichs
  • hochgeladen von Peter Barden (Redakteur)

roh Herdorf. Die Karnevalshochburgen „Helau Mainz“ und „Nodajö Herdorf“ trafen sich am Freitagabend im Herdorfer Hüttenhaus in Person von Lars Reichow aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt und den Zuschauern. Der Musikkabarettist, vielen aus dem Publikum als „Nachrichtenmoderator“ aus der Fernsehsendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ bekannt, hatte eine „Depesche“ mitgebracht, die er sprachlich mit viel Verve als Bühnen- statt als Büttenrede ausrollte.
Nachdenklich und zum LachenNachdenkliches und Lächerliches wechselten sich im aktuellen Programm „Ich“ ab. Gleich brachte er die Frauen im ausverkauften Haus mit Schmeicheleien auf seine Seite.

roh Herdorf. Die Karnevalshochburgen „Helau Mainz“ und „Nodajö Herdorf“ trafen sich am Freitagabend im Herdorfer Hüttenhaus in Person von Lars Reichow aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt und den Zuschauern. Der Musikkabarettist, vielen aus dem Publikum als „Nachrichtenmoderator“ aus der Fernsehsendung „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ bekannt, hatte eine „Depesche“ mitgebracht, die er sprachlich mit viel Verve als Bühnen- statt als Büttenrede ausrollte.

Nachdenklich und zum Lachen

Nachdenkliches und Lächerliches wechselten sich im aktuellen Programm „Ich“ ab. Gleich brachte er die Frauen im ausverkauften Haus mit Schmeicheleien auf seine Seite. Eine Frau könne vier Männer im Publikum ersetzen behauptete Reichow, der als sein liebstes Publikum eine Frau mit ihrer besten Freundin bezeichnete. Männer dagegen lachten nur mit Verzögerung, wenn überhaupt, da sie bei der Vorstellung sowieso gleich einschliefen. Sie taugten höchstens bei Zubringerdiensten, beim Einparken oder wenn die Frau die Brille im Auto vergessen habe.
Mit den Männern sprach er über Fußball. Die Werbung in den Stadien aus den „Basisdemokratien“ Russland, China oder den arabischen Ländern bezeichnete er als Verrat an unserer Gesellschaft – es stehe nur das Geld im Vordergrund. Eh schösse man viele Funktionäre am besten mit der nächsten Rakete ins All.

 "Vakzin-Hitparade"

Natürlich nahm die Pandemie einen breiten Raum in Reichows Ausführungen ein. In seiner „Vakzin-Hitparade“ war der Impfstoff von Biontech der Renner, weil der nicht nur gegen Viren gut sei, sondern auch gegen Verbindlichkeiten, treibe er doch die Gewerbesteuereinnahmen seiner hochverschuldeten Heimatstadt Mainz in ungeahnte Höhen. Aber auch das Johnson-Johnson-Vakzin hat Reichow zufolge seine Wirkung: Es hilft gegen Brexit.
Den Erfolg von Olaf Scholz führt Reichow auf dessen Mimik zurück: Er habe so lange „schlumpfig gegrinst“, bis die Konkurrenz am Boden lag. Ganz allgemein wünscht sich der Mainzer von der Politik, keine faulen Kompromisse einzugehen und keine endlos kleinen Schritte, um angestrebte Ziele zu erreichen.

"British Elend"

In seiner Länder- und Sprachkunde hatte es Reichow insbesondere auf die „Brexitinsel“ abgesehen. Er sah die British Islands mittlerweile als „British Elend“, sinnierte über das Kinderpech der Queen, bezeichnete Prinz Philipp als faulen Strick, der schon mit 95 aufgehört habe zu arbeiten,  und bewunderte immer noch Queen Mum wegen ihrer Winktechnik.
Während man beim geschriebenen Wort  über manche Subtilität hinweg geht, hauchte der Mainzer Kabarettist mit geschliffener Mimik, Gestik und wohldosierter Sprache auf der Bühne den Nebensächlichkeiten Leben ein. So meinte er, der Fitnesswahn gehe völlig an ihm vorbei. Ganz zum Verdruss seiner Tochter trinke er keine Flohsamenschalen, sondern bestelle sich heimlich das Weißbier im Darknet – denn Reichow fühlt sich fit auf seine Weise: Sein Platz ist nicht auf der Turnmatte, sondern vor dem Kühlschrank! Hintersinnig waren seine Ausführungen über das Expertentum in seiner Ehe, verbunden mit klarer Arbeitsteilung: Reichow merkt es – seine Frau macht es.

Kabarett als anerkannte Rehamaßnahme

Kabarett ist nach Aussage des Mainzers eine „anerkannte Rehamaßnahme“. Dem stimmte das Publikum voll und ganz zu. Obwohl er behauptete, die Teile „zum Kaputtlachen“ aus „Pandemiegründen“ bereits aus seinem Programm rausgenommen zu haben, sah man, wie fast permanent die Zuschauer ganz im Sinne des Mainzer Karnevalisten die Armbeuge vor den Mund hielten und kräftig losprusteten.

Autor:

Rolf Henrichs (Freier Mitarbeiter) aus Siegen

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