„Support Your Local Artists“ mit Hörgerät-chen
Künstler spielen für Künstler

Zum Start der Livestream-Reihe „Support Your Local Artists“ spielte am Samstagabend zur besten Sendezeit die Band Hörgerät im Siegener Kulturhaus Lÿz – wegen der Abstandsregeln in Corona-Zeiten in „abgespeckter“ Form ohne Keyboarder und folgerichtig unter der Bezeichnung Hörgerät-chen.
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  • Zum Start der Livestream-Reihe „Support Your Local Artists“ spielte am Samstagabend zur besten Sendezeit die Band Hörgerät im Siegener Kulturhaus Lÿz – wegen der Abstandsregeln in Corona-Zeiten in „abgespeckter“ Form ohne Keyboarder und folgerichtig unter der Bezeichnung Hörgerät-chen.
  • Foto: Der virtuelle Hut
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

fb/aww Siegen. Künstler, insbesondere Musiker, streamen einfach ihr Konzert direkt zu den Zuschauern ins Wohnzimmer. Während das vor der Corona-Pandemie für die einen undenkbar und für die anderen eine längst fällige Erweiterung des Kulturangebots war, ist es mittlerweile quasi zum Standard geworden. Am Anfang der Krise meist von großen Künstlern als Fan-Service gedacht, bot der Livestream am Samstagabend aus dem Siegener Kulturhaus Lÿz nicht nur diesen, sondern vor allem Künstler-Service.

Für die Region

Die Organisatoren des Portals Der virtuelle Hut haben zusammen mit dem Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein mit der Aktion „Support Your Local Artists – Siegerland“ ein Programm für die Zeit rund um Ostern herum erstellt (wir berichteten). Das Ziel ist es, einen auf Spenden basierten Geld-Topf für Künstler bereitzustellen, denen durch fehlende Auftritte sprichwörtlich die Bühne unter den Füßen weggezogen wurde, um sie damit unterstützen zu können.
Am Sonnabend eröffnete die Band Hörgerät aus Mudersbach die Veranstaltungsreihe und war zur besten Sendezeit (ab 20.15 Uhr) online live zu erleben. Aufgrund der Abstandsregeln auf der Bühne musste die Gruppe dabei auf ihren Keyboarder Matthias Wurm verzichten. Die Verkleinerung spiegelte sich auch im Namen wider: Die Band trat unter der Bezeichnung Hörgerät-chen auf. Nichtsdestotrotz aber mit großer Begeisterung, wie sich später zeigte.

„Damit genug Kohle reinkommt“

Zu Beginn richtete Frontmann und Sänger Andy Link ein paar Worte an die nach und nach einschaltenden Zuschauer. Sie bekämen kein Geld für diesen Auftritt, sagte er. Gleichzeitig rief er auf, für die Künstler der Region zu spenden: „Damit genug Kohle reinkommt, für die, die es brauchen.“ Stellvertretend für die Band machte er selbst gleich mit: 300 Euro von Hörgerät wanderten während der Veranstaltung in den Hut.
Für die nächsten zwei Stunden bot die Gruppe dann eine bunte Mischung aus dem deutschen Pop-Rock-Bereich. Von „Bochum“ und „Verdamp lang her“ über Max Giesinger bis AnnenMayKantereit ging es auf eine schnelle Reise durch die deutsche Musiklandschaft. Besonders gut funktionierte der Song „Bonnie & Clyde“ von Sarah Connor, bei dem Sänger Andy Link und Background-Sängerin Lena Plata ein tolles musikalisches Duett hinlegten. Den ganzen Abend über reihte sich so mehr oder weniger Song an Song, nur kurz unterbrochen durch kleine Anekdoten und die immer wieder platzierten Aufforderungen, vielleicht doch nochmal auf den Spenden-Button zu drücken oder auch zu Hause die Fenster aufzustoßen und mitzusingen.

Über 1400 Euro für lokale Künstler

Die Zuschauer beteiligten sich derweil immer wieder im Chat des Livestreams, und so gab es zwar nur wenig hörbaren Applaus der Mitarbeiter im Lÿz, doch viel virtuellen Zuspruch von zu Hause. Nach knapp anderthalb Stunden brach der Stream einige Minuten ab, ein Makel der bei der kurzfristigen Organisation der Veranstaltung wohl zu verkraften ist, doch auch die Schwächen der ungewohnten Veranstaltungsart aufzeigte.
Wie es sei, im leeren Saal zu spielen, war gegen Ende eine Zuschauerfrage. „So ganz ohne Publikum, das ist schon schwer“, gab Sänger Link zu. Des Öfteren habe er die Augen geschlossen und in den Erinnerungen an das eine oder andere vergangene Konzert geschwelgt und sich vorgestellt, „wie’s war“. Aber: Mit Publikum sei es „natürlich weitaus schöner“, sagte Link und gab seiner Hoffnung Ausdruck, „dass das alles bald – ganz schnell – vorbei ist, dass wir wieder auf die Bühne können und mit euch abfeiern dürfen. Das ist ganz, ganz wichtig für uns.“ Was die Band nach der Corona-Krise als Erstes tun wolle, war eine weitere Frage. Einfach nur „proben, proben, proben“, um sich fit zu machen für die Konzerte, sagte Link. Und eine kleine interne Feier im Proberaum mit Bierchen und Pizza oder Gegrilltem soll’s natürlich auch geben.
Die Beteiligten feierten den erfolgreichen Abend zum Abschluss zu Recht: Mehr als 1000 Euro waren bis dahin für lokale Künstler zusammengekommen. Ein Pärchen – darüber freute sich Andy Link besonders – war persönlich ins Lÿz gekommen und hatte eine Spende in dreistelliger Höhe vorbeigebracht. Und bis Sonntagnachmittag konnten sogar rund 1400 Euro gesammelt werden, wie Mitorganisator Martin Horne mitteilte. Der „virtuelle Hut“ war somit schon gut gefüllt.
Für Sonntagabend sind weitere Livestreams zunächst mit Singer-Songwriter Carsten Breuer und später mit der Band Wishless geplant. Das weitere Programm ist online unter https://der-virtuelle-hut.de/ einzusehen.

Autor:

Florian Broda

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