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Jetzt ist das Publikum gefragt!
Kultur-Veranstalter starten in besondere Saison

„Lust auf Live“ wollen nicht nur die Kultumacher des Lÿz machen, sondern alle Veranstalter der Region!
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gmz -Zwischen Burbach, Kreuztal, Dahlbruch, Siegen und Netphen geht „die Kultur“ wieder los.  Die Frage ist: Trauen sich die Menschen wieder in Veranstaltungen? Die SZ fragte die Kulturmacher nach den Corona-Maßnahmen.
gmz Siegen. In Zeiten von Corona ist alles anders. Auch die Kultur. Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Das war die erste Reaktion in den ersten Wochen des Lockdowns. Das Kultur-Leben stand genauso still wie Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt.
Aber dann setzte die Kreativität der Kultur-Veranstalter ein. Streaming-Angebote tauchten auf den Bildschirmen auf, bequem zu Hause zu genießen, boten Konzerte, (szenische) Lesungen, Diskussionen und mehr. In Ausstellungen (so sie denn stattfanden) wurde die Zahl der Menschen in den Räumen begrenzt.

gmz -Zwischen Burbach, Kreuztal, Dahlbruch, Siegen und Netphen geht „die Kultur“ wieder los.  Die Frage ist: Trauen sich die Menschen wieder in Veranstaltungen? Die SZ fragte die Kulturmacher nach den Corona-Maßnahmen.
gmz Siegen. In Zeiten von Corona ist alles anders. Auch die Kultur. Veranstaltungen mussten abgesagt oder verschoben werden. Das war die erste Reaktion in den ersten Wochen des Lockdowns. Das Kultur-Leben stand genauso still wie Wirtschaft und Gesellschaft insgesamt.
Aber dann setzte die Kreativität der Kultur-Veranstalter ein. Streaming-Angebote tauchten auf den Bildschirmen auf, bequem zu Hause zu genießen, boten Konzerte, (szenische) Lesungen, Diskussionen und mehr. In Ausstellungen (so sie denn stattfanden) wurde die Zahl der Menschen in den Räumen begrenzt. Open-Air-Angebote waren im Sommer gefragt wie nie. Street Art wurde zur neuen Vernissage-Kultur. Das gute alte Autokino feierte fröhliche Urständ. „Abstand“ ist das neue Zauberwort, beim „Festival der Abstände“ im Apollo, bei den Musikdarbietungen vor den Fenstern von Seniorenheimen und anderswo (die Bürgerstiftung Wilnsdorf, so heißt es in einer Pressemitteilung, will übrigens solche Ständchen vor und für soziale Einrichtungen mit 250 Euro bedenken). – Geht also doch, Kultur in Zeiten von Corona. Auch wenn die „Konserve“ natürlich nicht dasselbe ist wie das Erlebnis „live und in Farbe“. Und trotzdem ist das Streamen ein fester Bestandteil der Angebote geworden: U. a. das Lÿz, das seine Saison am Samstag mit „Marlene Dietrich“ alias Claudia Michelsen eröffnet, bietet für einige Veranstaltern auch einen Livestream an (www.lyz.de/streaming), heißt es in einer Mitteilung.

Lockerungen unter Corona-Auflagen

Aber wie geht es jetzt weiter, wo Lockerungen ein Vor-Ort-Kulturerleben wieder möglich machen? Die Regelungen sind streng, sollen aber dafür sorgen, dass ein weitgehend normaler Kulturgenuss wieder möglich wird. Diese Auflagen verursachen für die Veranstalter zusätzliche Kosten. Nicht nur in Sachen Desinfektionsmittel und Formulare für die platzgenaue Erfassung der Besucher (im Zuge der „besonderen Rückverfolgbarkeit“, die im Falle einer Corona-Erkrankung eines Besuchers eine Information der Besucher in der Nähe seines Sitzplatzes möglich machen soll), die im Ernstfall ja auch aufwendig verwaltet werden müssen.
Mehr Personal ist vonnöten, sagt Jens von Heyden, Leiter des Kulturbüros des Kreises Siegen-Wittgenstein, im Gespräch mit der SZ-Kulturredaktion, um z. B. Flächen vor und nach der Vorstellung zu desinfizieren. Auch Platzanweiser werden benötigt, „Einbahnwege“ an Ein- und Ausgängen und auf den Gängen zu den Toiletten werden (soweit möglich) installiert und Personal an den Ein- und Ausgängen, um sicherzustellen, dass bei platzgenauem Ticketverkauf angemeldeter und erschienener Besucher ein- und dieselbe Person sind, bzw. um den neuen Gast „zu erfassen“.
Das handhabt jeder Veranstalter aber individuell: In Kreuztal zum Beispiel werden keine „personalisierten“ Tickets verkauft, sondern es liegen Formulare auf den Sitzen aus, die von den Zuschauern ausgefüllt und dann eingesammelt werden, sagt Alexander Kiß von Kreuztal-Kultur im SZ-Telefonat. Egal wie: Es sind zusammen mit den anderen Vorgaben Maßnahmen, die im Sinne der besonderen Rückverfolgbarkeit notwendig sind.

Fühlen sich die Besucher mit den Maßnahmen sicher?

Die Veranstalter haben ihre Räume und die Abläufe auf die Einhaltung der Schutzmaßnahmen eingestellt. Die platzgenaue Erfassung erlaubt den Veranstaltern die (fast) komplette Belegung ihrer Häuser. Aber, und das ist die entscheidende Frage: Kommen Zuschauer? Trauen sie sich in „volle Hallen“?
Martin Horne hat beim Siegener Open-Air-Kino festgestellt, dass nach eher zögerlichem Beginn die Zuschauerzahlen fast auf normales Niveau gestiegen sind, um dann wieder einzubrechen, als nach dem Ende der Sommerferien die Zahl der Infektionen wieder stieg, wie er in seinem Rückblick auf das Festival schrieb.

Bruchwerk eröffnet am Freitag die Saison

Das Bruchwerk-Theater, das an diesem Freitag, 18. September, 19.30 Uhr, seine Saison mit „Fische“ von Nele Stuhler eröffnet, einer „Versuchsanordnung“, in der es um das Experiment von Nähe, Liebe und Zusammenleben geht (hochaktuell in Zeiten von „social distancing“), musste aufgrund der Corona-Schutzbestimmungen die erste Stuhlreihe entfernen, um die geforderten vier Meter Abstand zwischen Bühnen- und Zuschauerbereich zu gewährleisten. 70 Sitzplätze stehen so zur Verfügung, so Geschäftsführer Tim Lechthaler zur SZ. Diese Maßnahme sei für das Bruchwerk wirtschaftlich darstellbar. Für die Premiere gibt es nur noch wenige Restkarten. Wie es dann weitergeht, müsse man sehen.

In Kreuztal. größerer Raum, weniger Plätze

Ausverkauft sind auch viele Veranstaltungen, die Kreuztal-Kultur in dieser Saison anbietet. Das liegt teils daran, dass durch die Verlegung in die Otto-Flick-Halle, in der nur 250 bis 270 Zuschauerinnen und Zuschauer Platz finden, die Angebote schnell vergriffen sind.
„Viele Menschen sind ausgehungert nach Kultur“, beobachtet Alexander Kiß, die Künstler seien es sowieso. Nach dem ersten Konzert hätten sich etliche Besucher für die Gelegenheit bedankt, Kultur unter möglichst sicheren Bedingungen zu erleben. Dazu gehören für die Kreuztaler auch der Reihenabstand von 1,5 Metern nach vorne und hinten sowie die Abstandsmarker vor dem Einlass etc.
Und trotzdem stellen die Kulturmacher fest, dass manche Menschen aus Sorge vor Ansteckung ihre Karten verfallen lassen oder umtauschen (das geht problemlos vor der Veranstaltung, als Gutschein oder Geld-zurück-Option). Ihr Publikum, so Kiß, gehöre ja teils zur Risikogruppe (was die Altersstruktur angeht), darauf nehme man Rücksicht: Weil man mit plötzlichen Absagen rechnen müsse, gebe es Wartelisten (die natürlich nur aktiviert werden können, wenn Zuschauer vorher absagen). Von den 260 verkauften Plätzen bei Stoppok, dem ersten Konzert nach dem Shutdown, blieben gut 60 unbesetzt, erzählt Kiß weiter. Wie sich die Saison also wirtschaftlich darstellt für die Kulturanbieter, wird man sehen müssen. Aber: „Wir sind froh, dass es weitergeht!“

Busch-Kreis: Konzert "ganz gut" angenommen

Auch der Gebrüder-Busch-Kreis hat die Erfahrung gemacht, dass die erste Veranstaltung, die Meisterliche Kammermusik, „ganz gut“ angenommen wurde, sagt Geschäftsführerin Dörthe Müller. 103 Besucher waren da, normal sind es zwischen 120 und 220 Menschen. Auf große Theaterstücke mit viel Personal habe man diesmal wegen der Abstandsregeln auch auf der Bühne verzichtet und auch, um die Kosten im Griff zu behalten.
Die Organisatoren der Reihe „Kultur am Ort“ in Neunkirchen haben sich zusätzlich zu den üblichen Schutzmaßnahmen entschlossen, je nach Bedarf die Veranstaltung zu dritteln, um mehr Pausen zum Durchlüften der Räume zu haben, heißt es in der Mitteilung der Veranstalter. In Netphen hat das Kulturforum laut Organisatorin Elena Runft alle Veranstaltungen, die sonst traditionell im Alten Feuerwehrhaus stattfinden, in die Dreisbach-Halle in Dreis-Tiefenbach verlegt. Außerdem habe man im neuen Programm, das bald vorgestellt wird, eher auf kleinere Veranstaltungen gesetzt, die mit Anmeldung zu besuchen sind.

"Mit den Menschen reden"

Aus dem Heimhof-Theater Burbach ist zu hören, dass die Saison schleppend anläuft. Daubs Melanie und „Mal ganz ehrlich“ wird auf April 2021 verschoben. „Wir führen viele Gespräche“, sagt Cornelia Oerter vom Förderverein des Theaters auf der Wasserscheide, um den Menschen die Sorge weitgehend zu nehmen. Deshalb sei auch nur jede zweite Reihe besetzt (100 Plätze) – wenn möglich, versuche man auch 1,5 Meter Abstand zur Seite anzubieten. Auch im Heimhof gibt es eine Lüftungsanlage, die nur mit Frischluft arbeitet, wie auch im Lÿz ... – Alles ist also vorbereitet. Jetzt kommt es auf das Publikum an!

„Lust auf Live“ wollen nicht nur die Kultumacher des Lÿz machen, sondern alle Veranstalter der Region!
Versuchsanordnung zur Beziehung: Mit „Fische“ eröffnet das Bruchwerk heute die Saison.
Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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