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Hinter dem Virtuellen Hut steckt viel mehr als nur „Streaming“
"Kulturelle Notfallhilfe"

Eventmanager Martin Horne erläutert im SZ-Gespräch, welche Aufgaben der Virtuelle Hut auch finanziell übernimmt.
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  • Foto: Peter Barden
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gmz Siegen. Der Virtuelle Hut hat  5000 Euro zur Unterstützung seiner Arbeit von den Lions- und Rotary-Clubs Siegen erhalten. Die "Hut-Macher"   freuen sich sehr darüber, weil dies hilft, dass sie ihre  Arbeit fortsetzen können.
Aber wofür konkret braucht der Virtuelle Hut Gelder? Die Kulturredaktion fragte bei  Horne nach, einem der Verantwortlichen des Huts, der vor allem durch sein Konzert-Streaming bekannt geworden ist. In Kürze stehe übrigens die 100. „Sendung“ an, sagt Martin Horne nicht ohne Stolz.
„Natürlich können wir nicht das Kulturerlebnis vor Ort ersetzen“, sagt er, „aber wir verstehen uns als ,kulturelle Notfallhilfe‘, die professionelle Konzertaufnahmen macht“, wenn das Original, der Auftritt vor Publikum, Pandemieauflagen-bedingt nicht möglich ist.

gmz Siegen. Der Virtuelle Hut hat  5000 Euro zur Unterstützung seiner Arbeit von den Lions- und Rotary-Clubs Siegen erhalten. Die "Hut-Macher"   freuen sich sehr darüber, weil dies hilft, dass sie ihre  Arbeit fortsetzen können.
Aber wofür konkret braucht der Virtuelle Hut Gelder? Die Kulturredaktion fragte bei  Horne nach, einem der Verantwortlichen des Huts, der vor allem durch sein Konzert-Streaming bekannt geworden ist. In Kürze stehe übrigens die 100. „Sendung“ an, sagt Martin Horne nicht ohne Stolz.
„Natürlich können wir nicht das Kulturerlebnis vor Ort ersetzen“, sagt er, „aber wir verstehen uns als ,kulturelle Notfallhilfe‘, die professionelle Konzertaufnahmen macht“, wenn das Original, der Auftritt vor Publikum, Pandemieauflagen-bedingt nicht möglich ist. Nachhaltig sei ihre Arbeit auch, ergänzt er, denn die Videos, die für die Auftritte im Virtueller-Hut-Stream entstehen, könnten die Künstler in Nach-Corona-Zeiten als professionell gemachte Bewerbungsvideos einreichen. Als Veranstalter weiß er ja, welche Qualität bzw. fehlende Qualität solche Videos haben können, mit Aufnahmen, die so schlecht sind, dass man keinerlei Aussage über das musikalische Können einer Band treffen kann … Und vielleicht, spinnt Martin Horne den Gedanken weiter, ist das ja auch eine „zukunftsfeste“ Aufgabe für den Virtuellen Hut, solche Bewerbungsvideos für lokale Künstler (dann gegen kleines Geld) anzubieten.

Der Verein übernimmt viele Ausgaben

 Aber erst einmal muss die Corona-Zeit überstanden werden: Und da ist die Spende der Serviceclubs sehr willkommen, denn die Stream-Aufnahmen entstehen ja nicht ohne Kosten. Horne zählt einige Posten auf: „Wir zahlen den Künstlern, die davon leben, natürlich eine Gage. Für die müssen wir eine Abgabe in die Künstlersozialkasse leisten.“
Außerdem sollen sich „die Künstler und Techniker bei den Aufnahmen wohlfühlen“: Ein paar Brötchen und Getränke gehören bei den vielen Stunden, die man mit einer Aufnahme beschäftigt ist, einfach dazu. Die gibt es auch nicht umsonst. Auch die Gema muss bedient werden: Mit der Rechteverwertungsgesellschaft hat der Virtuelle Hut einen Pauschalvertrag ausgehandelt, 1800 Euro im Jahr. Aber die müssen „reinkommen“.
Und dann sind da noch die Fahrtkosten: Viel Arbeit wird von den Mitgliedern des Vereins Virtueller Hut ehrenamtlich geleistet, aber wenigstens die Fahrtkosten sollen ersetzt werden. Und wenn gelegentlich mal für eine Veranstaltung eine Co-Finanzierung steht, z. B. über einen Corona-Hilfsfonds für Kultur, gibt es auch mal eine Ehrenamtspauschale: „Das ist nicht viel“, sagt Martin Horne, „aber es wenigstens mal eine kleine Anerkennung des großen Einsatzes.“

Kosten für Technik und kostenlose Angebote für Kinder

 Geld wird auch gebraucht, wenn spezielle Technik erforderlich ist: Für manche Instrumente muss man ein besonderes Mikro nutzen, das gemietet werden muss. Für eine große Halle müssen weitere Scheinwerfer eingesetzt werden, die ausgeliehen werden. „Es geht auch mal was kaputt, was dann repariert wird“, fährt Horne in der Aufzählung fort. Außerdem: Die Gebühren für die Stream-Technik-Software müssen reinkommen. Das sind ca. 50 Euro pro Monat.
Dazu kommt, erläutert er: „Wir unterstützen zum Beispiel MOMU“ (den Mobilen Musiktreff) mit seinem kostenlosen Angebot von virtuellen Musikkursen für manche Kitas. Auch in anderen Bereichen leistet der Virtuelle Hut Unterstützung: in Form von Gagen und Auftrittsmöglichkeiten für Musiker, oder auch „mal so“, in besonders kritischen Situationen. „Wir müssen allerdings wissen, dass Hilfe benötigt wird, und brauchen dann einen Antrag.“ Über die „Finanzspritze“ könne der Vorstand dann recht schnell und unkompliziert entscheiden. Geholfen hat der Virtuelle Hut zum Beispiel auch der Jugendkunstschule in der ersten Corona-Lockdown-Phase zur Überbrückung bei den laufenden Kosten wie Miete etc. Gefördert hat der Virtuelle Hut auch ein Projekt des Jungen Theaters Siegen: Die Truppe hat ein Theaterstück in ein Hörspiel verwandelt, das dann im Virtuellen Hut gestreamt wurde. Weitere sind in Vorbereitung.
Die Spende der Serviceclubs „hilft“, so Martin Horne abschließend, „dass wir unsere Arbeit fortsetzen können“.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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