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Seit gut 25 Jahren gibt es die Art Galerie
Kunst braucht Inszenierung

Volles Haus!  Dicht gedrängt stehen die Menschen in der Art-Galerie (vor Corona). Ausstellungen sind ein offenes Angebot!
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  • Volles Haus! Dicht gedrängt stehen die Menschen in der Art-Galerie (vor Corona). Ausstellungen sind ein offenes Angebot!
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gmz - Helga Kellner hat mit der Art-Galerie von Anfang an auf die Kombination von Bild und Rahmen gesetzt.
gmz  Siegen. Gut 25 Jahre ist es her, dass sich die Pforten der Art-Galerie in Siegen öffneten. In der Fürst-Johann-Moritz-Straße bezog Helga Kellner (früher: Oberkalkofen) ein Ladengeschäft mit Werkstatt, in dem sie als staatlich geprüfte Einrahmerin Bilderrahmen und -rahmungen anbietet. Und dazu eröffnete sie eine Galerie, die Art-Galerie, damals eine von einigen Kunstgalerien im Siegener Raum, heute die einzig verbliebene.
"In den Rahmen muss was rein!"Warum die Kombination? Auf die Frage der SZ antwortet sie bestimmt: „In den Rahmen muss was rein!

gmz - Helga Kellner hat mit der Art-Galerie von Anfang an auf die Kombination von Bild und Rahmen gesetzt.
gmz  Siegen. Gut 25 Jahre ist es her, dass sich die Pforten der Art-Galerie in Siegen öffneten. In der Fürst-Johann-Moritz-Straße bezog Helga Kellner (früher: Oberkalkofen) ein Ladengeschäft mit Werkstatt, in dem sie als staatlich geprüfte Einrahmerin Bilderrahmen und -rahmungen anbietet. Und dazu eröffnete sie eine Galerie, die Art-Galerie, damals eine von einigen Kunstgalerien im Siegener Raum, heute die einzig verbliebene.

"In den Rahmen muss was rein!"

Warum die Kombination? Auf die Frage der SZ antwortet sie bestimmt: „In den Rahmen muss was rein!“ Und da sie nicht einen weiteren Poster- oder Kunstdruckshop anbieten wollte, hat sie von Anfang an auf Originale, Qualität und Beratung gesetzt. Daraus folgt: Auch Qualität gewinnt im richtigen Rahmen. Das zeigt sie in den Ausstellungen in der Galerie.
Im Laufe der Jahre hat sie sich einen festen und großen Kundenstamm erarbeitet, sie hat, neben den heimischen, Kunden aus einem Umkreis von 200 bis 250 Kilometern. Für Ausstellungen macht sie Rahmungen (früher auch für Ausstellungen von Mitbewerbern), für Museen und natürlich auch für Privatleute, für Sammler oder für „Ein-Bild-Käufer".

Kunst ist (auch) Kontaktpflege

Und woher kommt die Kunst? Von Anfang an hat sie da auch auf eine   Mischung aus Ausstellungen von regionalen Künstlern (meist eine pro Jahr) und überregionalen oder internationalen. Die Verbindung zu regionalen Kunstschaffenden war ihr von Anfang an wichtig: Sehr rasch nach der Eröffnung ihres Ladens und der Galerie, erinnert sie sich, brachten Künstler ihre Arbeiten zum Rahmen in ihre Werkstatt. Viele der Künstlerinnen und Künstler, die nicht in der Region arbeiten, hat sie auf Reisen kennengelernt. Den chinesischen Aquarellmaler, dessen schon lange geplanter Besuch wegen Corona verschoben werden musste, der aber hoffentlich in diesem Jahr noch für eine Woche nach Siegen kommt und in der Galerie Aquarelle malt, haben Helga und Thomas Kellner auf einer ihrer Chinareisen kennengelernt. Manche Künstler werden auch von anderen empfohlen, so nach dem Motto: „Ich habe einen Kollegen/eine Kollegin. Schauen Sie sich die Arbeiten mal an!?“

Kunst ist Vertrauenssache

Auch das ist ein Zeichen des Vertrauens, dass ihr Geschäft nicht nur bei Sammlern, bei Museen oder Privatpersonen geschätzt wird, sondern auch ihre Galeriearbeit. Sie tauscht sich auch mit Galerien in anderen Städten aus, wie beispielsweise der Galerie am Dom in Wetzlar oder einer Galerie in Aschaffenburg. Sie achtet auf eine große Bandbreite im Angebot: Von Fotografie über Zeichnung, Druckgrafik, Aquarelle und Gemälde ist alles dabei, von strengen Kompositionen bis hin zur Pop-Art.

Kunst kann eben auch Lifestyle sein: Zur Vernissage der Udo-Lindenberg-Ausstellung passt das Outfit!
  • Kunst kann eben auch Lifestyle sein: Zur Vernissage der Udo-Lindenberg-Ausstellung passt das Outfit!
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„In der Branche“, sagt sie, „muss man sich seinen Ruf auch erarbeiten“. Ausstellungen wie die mit Arbeiten von Armin Müller-Stahl, James Rizzi oder Udo Lindenberg bekommt man nicht ins Haus, ohne etabliert zu sein. „Da sind die Agenten bzw. Verlage vorsichtig“, weiß sie. Aber wenn eine Galerie dann etabliert ist, kann man solche Publikumsmagnete ausstellen.

Bislang rund 150 Ausstellungen gemacht

Apropos „Magnete“: Helga Kellner hat bei ihren rund 150 Ausstellungen im Laufe der vergangenen 25 Jahre (Eröffnung war am 2. September 1996) die Erfahrung gemacht, dass eine gut besuchte Vernissage auch meistens anschließend einen guten Besuch bedeutet. In den ersten Jahren hätten manche Interessierte noch Scheu gehabt, im Laden zu fragen, ob sie die Ausstellung im ersten Stock anschauen könnten, aber inzwischen wüssten die meisten, dass man einfach fragen muss, hat die Galeristin beobachtet.
Was die Faktoren für ein „volles Vernissage-Haus“ sind, das kann Helga Kellner allerdings schlecht vorhersagen. „Wir haben bei der Eröffnung der Ausstellung einer bestimmten Künstlerin hier mit sechs Leuten insgesamt gestanden, ein paar Jahre später waren die Räume bei der Vernissage derselben Künstlerin brechend voll.“ Bei der ersten „Tango-Metropolis“-Schau von Thomas Kellner in den Galerieräumen haben die Menschen durch das ganze Treppenhaus bis auf die Straße Schlange gestanden, ein andermal finden Eröffnungen mit nur 15 Menschen statt. Es sei noch nicht einmal gesagt, dass die heimischen Künstler, die in der Regel ihr Publikum ja auch mitbringen, mehr Besucher ziehen als auswärtige Künstlerinnen oder Künstler, hat die Galeristin im Laufe der Jahre festgestellt.

Ausstellungen sind ein Angebot

Deshalb ist es Helga Kellner wichtig, ihre Galerie und die Ausstellungen als ein „offenes Angebot“ zu sehen, das die Kunstinteressierten annehmen können oder eben manchmal auch nicht. Aber es ist da!

Helga Kellner bietet in ihrer Werkstatt auch den richtigen Rahmen fürs Bild.
  • Helga Kellner bietet in ihrer Werkstatt auch den richtigen Rahmen fürs Bild.
  • Foto: Carsten Schmale
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Zur Kunst gehört auch der Rahmen, Das war von Anfang an ihr Credo. Deshalb kann man ihr bei der Arbeit zuschauen. Ihre Werkstatt ist im Geschäft, und man kann danebenstehen, wenn das Bild, oder das Vogelnest, der Brautstrauß oder die Bestecksammlung, gerahmt und damit in Szene gesetzt wird. Es kommt eben auf den richtigen Rahmen an!
Und wie geht es weiter, in diesen Zeiten mit Corona? Seit es wieder erlaubt ist, stellt sie aus. Besonders freut sie sich auf die Ausstellung (vermutlich noch in diesem Jahr) mit Arbeiten von Jim Courtland, einem Künstler, den sie in seinem Atelier in Nizza besucht hat und dessen malerische Vielfalt bei gleichzeitig unverkennbarer Handschrift sie fasziniert.

Autor:

Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin) aus Siegen

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