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Siegerländer Science-Fiction-Film bei internationalen Festivals
Landeanflug auf Down Under

Nächster Halt: Australien. Eine Kopie der Siegerländer Science-Fiction-Produktion „Das letzte Land“ wird am 6. September auf einem Genre-Festival in Sydney vorgestellt. Mal sehen, wie den „Ozzies“ das namenlose Raumschiff aus dem Film gefällt.
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  • Nächster Halt: Australien. Eine Kopie der Siegerländer Science-Fiction-Produktion „Das letzte Land“ wird am 6. September auf einem Genre-Festival in Sydney vorgestellt. Mal sehen, wie den „Ozzies“ das namenlose Raumschiff aus dem Film gefällt.
  • Foto: privat
  • hochgeladen von Tim Lehmann (Redakteur)

Der Independent-Film "Das letzte Land" von Marcel Barion wurde schon in London, Mailand, Berlin, Görlitz und Saarbrücken gezeigt und heimste zwei Preise ein. Jetzt feiert er in Sydney Australien-Premiere.

tile Siegen. Zwei Männer in einem klapprigen Raumschiff auf der Flucht von einem Gefangenenplaneten. Und wo geht die Reise hin? Ausgerechnet nach Australien, der ehemaligen britischen Strafkolonie. Next Stop Down Under. Der schrottreife Gleiter befindet sich im Landeanflug auf Sydney – jedenfalls als Datenpaket auf dem Postweg. Auf dem Stempel steht auch nicht „aus einer weit entfernten Galaxis“, sondern Postamt Siegen. Dort nämlich steckte Marcel Barion einen Umschlag mit der Kopie seines Films „Das letzte Land“ in den Briefkasten.

Der Independent-Film "Das letzte Land" von Marcel Barion wurde schon in London, Mailand, Berlin, Görlitz und Saarbrücken gezeigt und heimste zwei Preise ein. Jetzt feiert er in Sydney Australien-Premiere.

tile Siegen. Zwei Männer in einem klapprigen Raumschiff auf der Flucht von einem Gefangenenplaneten. Und wo geht die Reise hin? Ausgerechnet nach Australien, der ehemaligen britischen Strafkolonie. Next Stop Down Under. Der schrottreife Gleiter befindet sich im Landeanflug auf Sydney – jedenfalls als Datenpaket auf dem Postweg. Auf dem Stempel steht auch nicht „aus einer weit entfernten Galaxis“, sondern Postamt Siegen. Dort nämlich steckte Marcel Barion einen Umschlag mit der Kopie seines Films „Das letzte Land“ in den Briefkasten. Das Weltall-Roadmovie aus dem Siegerland wird dort am Freitag, 6. September, als Wettbewerbsbeitrag beim SciFi Film Festival gezeigt.

Der Siegener Filmemacher ist mit seiner Crew und seiner Independent-Produktion in den vergangenen Monaten viel herumgekommen. Nach der Weltpremiere beim renommierten Filmfestival Max Ophüls Preis in Saarbrücken im Januar (dort wurde der Film satte achtmal gezeigt), der Teilnahme beim Berlin Independent Film Festival, wo die abendfüllende Space-Odyssee im Kammerspielformat als „Best Sci-Fi/Horror Feature“ ausgezeichnet wurde, und dem „Heimspiel“ im Februar im Dahlbrucher Viktoria-Kino mit über 750 Zuschauern (die SZ berichtete) folgten weitere Teilnahmen an (internationalen) Wettbewerben. Im Mai gehörte „Das letzte Land“ in Görlitz zu den deutschen Beiträgen des Neiße Filmfestivals, das sich über das Dreiländereck Deutschland, Polen und Tschechien erstreckt. Weiter ging es auf der „Auslandstour“ zum Sci-Fi-London.

England-Premiere im Prince Charles Cinema

Der Besuch in der britischen Hauptstadt ist dem 34-Jährigen besonders eindrücklich in Erinnerung geblieben. Zum einen, weil das Prince Charles Cinema ein Programm-Kino mit besonderer Atmosphäre sei. Zum anderen, „weil das Publikum ungewöhnlich lebendig war“, erzählt Barion. Das lag wohl auch daran, dass „The final land“, so der englische Titel, dort im Rahmen eines Genre-Festivals gezeigt wurde. Ein Zuschauer sei auf ihn zugekommen und habe ihm ein besonders schönes Feedback gegeben: Es sei „kein Film, zum Zurücklehnen, sondern ganz im Gegenteil: zum Hineinlehnen gewesen.“ Die nächsten Lorbeeren fuhr die über Crowdfunding finanzierte Produktion im Juni in Mailand ein.

Bei der ersten Ausgabe des neuen Festivals „Oltre Lo Specchio“ wurde sie zum „Most Original Film“ gekürt. Hierfür hatten die Veranstalter den Film sogar mit italienischen Untertiteln versehen lassen. Mailand sei auch eins der ersten Festivals gewesen, die bei den Siegerländern angeklopft hätten, verrät der heimische Filmemacher. Was wohl auch mit den überwiegend positiven Rezensionen (vor allem auf der größten Online-Filmplattform, der International Movie Database, kurz: imdb) zusammenhängen dürfte. „Wir haben im Moment mehr englische Rezensionen als deutsche, warum auch immer“, schmunzelt Marcel Barion.

Nun also Sydney. Australien. Am anderen Ende der Welt. Erstmals wird „Das letzte Land“ ohne die Macher vorgeführt. „Natürlich ist es auch ein bisschen schade, aber nur für ein paar Tage nach Australien zu fliegen, das wäre schon etwas unverhältnismäßig gewesen“, erklärt Barion, warum der Film macherseelenallein per Luftpost die Reise nach Down Under antreten musste.

Die „Tour de Cinema“ ist für die Siegerländer Crew indes noch lange nicht vorbei. Im September werden die Besucher des Filmfestes Bremen den orbitalen Irrflug der zweiköpfigen Besatzung und deren zwischenmenschliche Spannungen auf der Kinoleinwand verfolgen können. Hier wird der Film in der Kategorie „Innovation“ antreten. Ein weiteres Festival in Mitteldeutschland folgt im November. Im Herbst wird „Das letzte Land“ auch in einem Kino in Kopenhagen zu sehen sein, das den Film im Rahmen einer Science-Fiction-Reihe zeigen möchte.


Crowdfunding-Dankeschöns in Arbeit


Sogar den ersten Termin für 2020 haben die Filmemacher schon klargemacht. Als art- aber nicht medienverwandter Beitrag gehört der 113-Minüter im kommenden Februar zum Programm von „Aliens Welcome! Science-Fiction-Literatur aus Westfalen 1904–2018“ im münsterländischen Oelde. Darüber hinaus wartet die „Spacecrew“ auf Antworten weiterer Festivals, bei denen man den Film eingereicht hat. Wo sie diese Abenteuerreise noch hinführen wird, ist ungewiss.

Zu tun bleibt indes so einiges. Derzeit arbeitet Marcel Barion parallel am Soundtrack-Album, am Filmhörspiel sowie am Making-of – alles Arbeiten, die u. a. im Zusammenhang mit dem Crowdfunding stehen, denn die Geldgeber sollen bald ihre versprochenen Dankeschön-Geschenke erhalten: Downloadlinks, DVDs und Blu-rays (im Eigenvertrieb), sogar eine Handvoll von Modellen des namenlosen Raumschiffes haben sich einige wenige Spender „gewünscht“. Diese werden mittels 3-D-Druck im Fab Lab Siegen hergestellt und anschließend handbemalt.

Und wenn eines Tages alle Festivals besucht, alle nachfolgenden Arbeiten erledigt und der Film ganz von der Leine gelassen ist? „Irgendetwas Neues wird dann schon kommen, am besten unter neuen Rahmenbedingungen“, sagt Marcel Barion im Gespräch mit der Siegener Zeitung. Unausgearbeitete Ideen liegen jedenfalls schon in der Schublade.

Autor:

Tim Lehmann (Redakteur) aus Siegen

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