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Capella Cantabilis und Organist Dmitri Grigoriev faszinieren mit „Requiem“ von Maurice Duruflé
Leuchtkräftig und farbenreich

Die Capella Cantabilis unter der Leitung von KMD Ute Debus, Nina Junk (Sopran) und Dmitri Grigoriev (Orgel) präsentierten das „Requiem“ von Duruflé .
  • Die Capella Cantabilis unter der Leitung von KMD Ute Debus, Nina Junk (Sopran) und Dmitri Grigoriev (Orgel) präsentierten das „Requiem“ von Duruflé .
  • Foto: Isabell Lippitz
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lip Siegen. „Wie schön, wieder ein Konzert mit der Capella Cantabilis unter der Leitung von KMD Ute Debus in der Nikolaikirche hören zu können!“ So dachten die zahlreich das Mittelschiff der Nikolaikirche füllenden Zuhörer am Sonntagabend sicherlich. Trotz 2G und Masken mag bei vielen auch „Wie lange sind Konzerte noch möglich?“ mitgeschwungen haben.
Der zusammen mit seiner Frau als Organist tätige Komponist Maurice Duruflé (1902–1986) konnte nach einem Autounfall 1975 nicht mehr Orgel spielen und beschloss sein der geistlichen Vokal- und Orgelmusik gewidmetes Œuvre mit „Notre Père“. Mit diesem kurzen, choralmäßigen Chorstück begann das Konzert. Zwei weitere schlicht-schöne, von gregorianischen Melodien getragene Motetten folgten.

lip Siegen. „Wie schön, wieder ein Konzert mit der Capella Cantabilis unter der Leitung von KMD Ute Debus in der Nikolaikirche hören zu können!“ So dachten die zahlreich das Mittelschiff der Nikolaikirche füllenden Zuhörer am Sonntagabend sicherlich. Trotz 2G und Masken mag bei vielen auch „Wie lange sind Konzerte noch möglich?“ mitgeschwungen haben.
Der zusammen mit seiner Frau als Organist tätige Komponist Maurice Duruflé (1902–1986) konnte nach einem Autounfall 1975 nicht mehr Orgel spielen und beschloss sein der geistlichen Vokal- und Orgelmusik gewidmetes Œuvre mit „Notre Père“. Mit diesem kurzen, choralmäßigen Chorstück begann das Konzert. Zwei weitere schlicht-schöne, von gregorianischen Melodien getragene Motetten folgten. In spätromantische, leicht geschärfte Harmonien gehüllt, schwangen sich die Chorstimmen im rot angeleuchteten Chorraum zu blühendem Forte auf, um tief und leise zu verklingen.

Komponist begleitet sein Werk

Diese Kompositionsweise zog sich auch durch das „Requiem“. Zuvor erfreute Nina Junk mit klarer, vibratoarmer Stimme mit dem französisch gesungenen „Ave Maria“ von Dmitri Grigoriev, der seine aparte, gemäßigt moderne Komposition auf der farbenreich registrierten Orgel selbst begleitete und eine von Zungenstimmen getönte Orgel-Improvisation anschloss. Das 1948 entstandene „Requiem op. 9“ von Duruflé für Mezzosopran, Chor und Orgel ist deutlich in Aufbau und Tonsprache vom 60 Jahre älteren Fauré-Requiem beeinflusst. Berührend schön ist Duruflés impressionistische Harmonik und die erfindungsreiche Melodik, die auf gregorianischen Motiven basiert und diese zu großartigen Höhenflügen erweitert.

Chor sang auf Empore

Der 19-köpfige Chor sang das von der Orgel begleitete Werk von der Empore aus. Der Sichtkontakt mit dem Organisten war eingeschränkt, dennoch hielt Ute Debus alle Fäden in der Hand: Der Zusammenklang war perfekt. Mit einstimmigem Psalmodieren der Männerstimmen begann das „Requiem“, gefolgt von den Frauenstimmen und einem mehrstimmig aufblühenden „Lux aeterna“, das von Wellenbewegungen der Orgel eingehüllt wurde. Die „Kyrie“-Anrufung steigerte sich nach kurzem Fugenbeginn zu strahlendem Forteklang des Chores.
Ein Höhepunkt nach einstimmigem Wechsel von Frauen- und Männerstimmen war das eruptive „Libera me de ore leonis“. Wilde Rhythmen, scharfe Dissonanzen und raumfüllendes Fortissimo von Chor und Orgel bildeten einen wunderbaren Kontrast zum sanft zweistimmigen Frauengesang des folgenden „Sanctus“ mit seinen wogenden Orgel-Arpeggien und dem fröhlich und sehr hoch angestimmten „Osanna“. Nina Junk sang das schlichte „Pie Jesu“ mit tragender, am Ende tief verklingender Stimme zu Fernklängen der Orgel. „Agnus Dei“ und „Lux Aeterna“ waren intensive Bitten um die ewige Ruhe.

Eindrucksvolle musikalische Schilderung

Die Schilderungen der Schrecken des jüngsten Tages in „Libera me“, von der Orgel-Posaune angekündigt, wurden in herrlichen Fortissimo-Chorkantilenen geschildert und von schrillen Orgelregistern geschärft. Licht und zuversichtlich endete das wunderbare „Requiem“ mit dem schwebenden, ruhig schweifenden „In Paradisum“.
Für den verdienten langen Schlussapplaus kamen alle Mitwirkenden noch einmal in den Chorraum.
Isabell Lippitz

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Redaktion Kultur

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