AWo-Projekt „Kultur: live“ feiert Geburtstag
Lioba Albus wünscht "Zähne zum Festbeißen"

Die Ehren- und Hauptamtlichen samt AWo-Geschäftsführer Dr. Andreas Neumann (l.) und Vorstandsvorsitzendem Karl-Ludwig Völkel (5. v. r.) freuten sich zu Recht über den Erfolg des Projekts „Kultur: live“.
  • Die Ehren- und Hauptamtlichen samt AWo-Geschäftsführer Dr. Andreas Neumann (l.) und Vorstandsvorsitzendem Karl-Ludwig Völkel (5. v. r.) freuten sich zu Recht über den Erfolg des Projekts „Kultur: live“.
  • Foto: Peter Barden
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

pebe Siegen/Olpe. Kultur – nicht etwa nettes Schmankerl für den Feierabend, kein billiges Brain-Fastfood und erst recht kein teurer Luxus. Kultur ist vielfältige, oft begeisternde, nachdenklich machende, kritische Lebensäußerung des Menschen für den Menschen. Und deshalb sollte Kultur auch für alle zugänglich sein – ein Faktor der Teilhabe jeder und jedes Einzelnen an der Gesellschaft, ganz gleich, ob reich oder arm, mit oder ohne Unterstützungsbedarf. Diese Grundhaltung liegt dem Projekt „Kultur: live“ des AWo-Kreisverbands Siegen-Wittgenstein/Olpe zugrunde – und macht es zu einem wichtigen Angebot in der sozialen Landschaft der Region. Am Samstag feierte „Kultur: live“ seinen fünften Geburtstag in der Siegener AWo-Geschäftsstelle und zog zugleich Bilanz.

AWo vermittelt Tickets für Kultur

„Sie haben Lust auf Konzerte, Kino, Theater oder Comedy? Verfügen aber nur über ein geringes Einkommen? Werden Sie unser Kulturgast“ – so stand es auf dem Banner über der Saaltür, und damit ist das Prinzip des Projektes schon vorgestellt: Wer Kulturgast werden möchte, kann sich an die Arbeiterwohlfahrt oder einen ihrer Sozialpartner wenden. Die AWo registriert die Anfragen und das jeweilige Interesse an der Art der Veranstaltung, und wenn die entsprechenden – kostenfreien – Tickets zur Verfügung stehen, werden die Interessenten telefonisch benachrichtigt.

Lebensqualität verbessern

2014 entstand im Kreisverband die Idee zu diesem Projekt nach einer Tagung zum Thema „Armut bei Kindern und Jugendlichen“ – ähnliche Initiativen gibt es bundesweit schon länger. Sei man von Armut bedroht, so der Vorstandsvorsitzende der hiesigen AWo, Karl-Ludwig Völkel, in seinem Grußwort, dann seien es oft die kulturellen Veranstaltungen, die zuerst wegfielen. „Isolation und Vereinsamung sind oftmals die direkten Folgen von Armut.“ Dem versuche „Kultur: live“ zu begegnen, die finanziell Eingeschränkten gewännen „ein Stückchen Freiheit“ zurück und könnten am gesellschaftlichen Leben teilnehmen, was die Lebensqualität „in erheblichem Maße“ verbessere.

Mues: "Tafel für Kulturteilhabe"

Die Notwendigkeit von Kultur und kultureller Teilhabe stellte auch Siegens Bürgermeister Steffen Mues heraus. Er umschrieb das AWo-Projekt als „Tafel für Kulturteilhabe“ in Anlehnung an die Lebensmittelausgaben an Bedürftige. Mues dankte den Projektbeteiligten, die damit vielen Menschen die kulturelle Teilhabe eröffneten. Und er stellte heraus, dass Kultur es ermögliche, „ein Verständnis für verschiedene und andersartige Handlungen und Denkweisen zu entwickeln“. Kulturelle Erfahrungen förderten die Fähigkeit, „Toleranz und Weltoffenheit zu entwickeln“.

Landrat Müller: "Geniale Idee"

"Eine geniale Idee“ nannte Landrat Andreas Müller „Kultur: live“: „Niemand kommt zu Schaden, leere Plätze gehen nicht verloren, Menschen können teilhaben.“ Müller verwies, wie auch seine Vorredner, auf die kontinuierliche Arbeit der neun Ehrenamtlichen, ohne die das Projekt nicht zu stemmen wäre.
Denn natürlich gehört dazu eine Menge Hintergrundarbeit, das wurde später in einer kleinen Interview-Runde mit Kulturgast Klaus Reifenrath (Dschungelbuch Siegen) und Kulturpartner Jens von Heyden (Kulturbüro des Kreises Siegen-Wittgenstein) deutlich, die Abteilungsleiter Matthias Hess moderierte. Und so ging der AWo-Dank mit einem kleinen Präsent an Diana Huckestein, Annette Bäumer, Uli Belz, Christel Kühl, Jennifer Schulte, Monika Steinicke, Robert Stephan, Bärbel Wischnewski und Julia Weidner sowie an die beteiligten Hauptamtlichen.

Schon 700 Kulturgäste begrüßt

Die Bilanz der bisherigen Arbeit, die im vorigen Jahr mit dem Lotte-Lemke-Engagementpreis des AWo-Bundesverbandes ausgezeichnet wurde, kann sich mehr als sehen lassen. Seit dem Projektstart, teilt die AWo mit, seien mehr als 5000 Tickets an insgesamt rund 700 Kulturgäste vermittelt worden, 61 Kulturpartner wie z. B. das Kulturbüro, Kreuztal-Kultur oder das Kulturforum Netphen unterstützten das Projekt und stellten Karten für die Veranstaltungen zur Verfügung. Zudem arbeite ein großes Netzwerk aus 79 Sozialpartnern den Verantwortlichen zu.

Musik von Laura und Julian Hoffmann

Den nötigen „Schuss“ Kultur schenkten den Gästen Laura und Julian Hoffmann, Nichte und Neffe von Matthias Hess. Mit Gesang und Keyboard-Begleitung sorgten sie mit Songs von Gregor Meyle, Johannes Oerding und Laith Al-Deen gekonnt für nachdenkliche und emotionale Momente.
Ganz zum Schluss, vor dem Besuch der 2. Siegener Comedy-Gala, gab es noch eine Videobotschaft von Schirmherrin Lioba Albus, die als Mia Mittelkötter ganz passend mit Schirm und kultiger Sonnenbrille grüßte: „Mit fünf Jahren steht der Zahnwechsel bevor“, befand sie, „danach kommen die Zähne zum Festbeißen.“ Das ist dem Projekt zu wünschen.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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