Spielplatz der Stimmen
Ludovique und Muttis Kinder beim Siegener Sommerfestival

Muttis Kinder (Christopher Nell, Claudia Grau, Marcus Melzwig von links) tobten sich gesanglich am Freitagabend beim Siegener Sommerfestival aus und sorgten für beste Unterhaltung beim Publikum.
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  • Muttis Kinder (Christopher Nell, Claudia Grau, Marcus Melzwig von links) tobten sich gesanglich am Freitagabend beim Siegener Sommerfestival aus und sorgten für beste Unterhaltung beim Publikum.
  • Foto: Bärbel Althaus
  • hochgeladen von Dr. Gunhild Müller-Zimmermann (Redakteurin)

ba Siegen. Ob Mutti wohl am Freitagabend stolz auf ihre Kinder gewesen ist? Na gut, sie haben sich ein bisschen gestritten und Quatsch gemacht, aber sie haben sich auch wieder vertragen, sich geherzt und vor allem mit ihrem genialen A-cappella-Gesang dem Publikum beim Siegener Sommerfestival im Hof des Oberen Schlosses mächtig viel Spaß bereitet. Denn wie Kinder so sind, sprühten sie geradezu vor Einfallsreichtum, um ihren Spieltrieb ausleben zu können. In diesem Fall ihren gesanglichen Spieltrieb, denn Claudia Graue, Marcus Melzwig und Christopher Nell boten als Muttis Kinder mit Auszügen aus ihrem Programm „Unsere Greates Hitst“ ein Stimm-Spektakel der Extraklasse.

Muttis Kinder beherrschen jedes Genre perfekt

Der Titel lässt es schon erahnen, dass diese „Hitst“-Liste nicht so ganz ernst zu nehmen ist, obwohl sie für jeden Musikgeschmack einen Leckerbissen bereithält, der nach Kinder-Gusto versüßt worden ist. Denn egal ob Rocksong, Schlager oder Schmachtgesang, das Trio, das sich unlängst bei seinem Studium an der Hochschule für Musik und Theater Rostock kennengelernt hat, beherrscht jedes Genre perfekt. So wird Blacks „Wonderful Life“ ebenso zum Erlebnis wie Jürgen Marcus‘ Erkenntnis „Eine neue Liebe ist wie ein neues Leben“, wobei der lebhafte, aber durchaus verbesserungswürdige Gesang des Publikums gezeigt hat, dass Schlager nach wie vor für Stimmung sorgen kann. Auch wenn Muttis Kinder mit gequältem Gesichtsausdruck feststellten: „Ja, das war schlimm!“
Ganz und gar nicht schlimm, sondern spektakulär gut war hingegen Christopher Nells Solo-Version von „Bohemian Rhapsody“, bei der er selbst den Opernpart, bei dem sich Queen bei Livekonzerten von der Bühne zurückzog, voller Inbrunst präsentierte. „Magnifico!“

Luftinstrumente und genial gemixte Songs

Ausgezeichnet war neben kunstvollem Luftinstrumentenspiel auch die kreative Verbindung bekannter Songs. So verschmolzen afrikanische Klänge von Wes mit Chris Isaaks „Wicked Game“, und Queens „Don’t Stop Me Now“ wurde mit Klängen von Shantel und Slatko Power zum würzigen „Schaschlikbazar“ gemixt. Die Kunst des Ensembles besteht vor allem darin, Songs genau unter die Lupe zu nehmen und dann musikalisch so umzustylen, dass gegebenenfalls aus einer grünen Raupe ein schillernder Schmetterling wird.
Als schillernder Schmetterling präsentierte sich vor allem Claudia Graue, deren Mimik und Attitüde, ebenso wie ihre knallroten Lippen, für Begeisterung sorgten.
Überhaupt war dieser Konzertabend ein Abend origineller Verbindungen. Nicht nur bei den Songkreationen, sondern auch in der Kombination der Künstler.

Große Bühne für  Luc Devens alias Ludovique

Denn bevor Muttis Kinder sich gesanglich austoben durften, brachte Luc Devens alias Ludovique Glanz und Hall in den Schlosshof und vor allem auf die Bühne. Der charismatische Niederländer, der vielen Siegenern als Sänger von Rock4 bestens bekannt sein dürfte, präsentierte neben bekannten Hits Songs von seinem selbst produzierten Album „The Naked Singer“ auch brandneue Kompositionen. Bereits „zum siebten Mal oder so“, war der Songwriter und Arrangeur aus Maastricht zu Gast, zum ersten Mal allerdings auch mit „Musik, die keiner kennt“ im Repertoire. Begleitet wurde er dabei von Jan Formannoy an der Gitarre.
Mit „All My Life“ und „I Feel Fine“ eröffnete Ludovique einen Konzertabend, in dessen Verlauf er einmal mehr die außergewöhnliche Dynamik und den umfassenden Umfang seiner Stimme offenbarte. Neben Sting-Songs bot er eine beeindruckende Version von Freddie Mercurys „Love Of My Life“ und wagte es zum allerersten Mal, mit „Der Sturm kommt“ eine Eigenkomposition „als Holländer auf Deutsch zu singen“. Erfolgreich, wie der Applaus für den ungewöhnlichen Song zeigte, der unterstrich, dass Luc Devens‘ experimenteller Ausnahmegesang kein Mainstream ist.
So prägte dieses Konzert vor allem eines: gesangliche Individualität, die diesen Abend zu einem besonderen musikalischen Erlebnis werden ließ. Ach ja - Mutti kann definitiv stolz auf alle sein!

Autor:

Bärbel Althaus (Freie Mitarbeiterin) aus Wilnsdorf

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