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Quattro Percussioni und Sopranistin Sophia Körber verzaubern
Magische Momente

Die Sopranistin Sophia Körber und Quattro Percussioni eröffneten die „Wunschkonzerte“ der Kantorei Siegen.
  • Die Sopranistin Sophia Körber und Quattro Percussioni eröffneten die „Wunschkonzerte“ der Kantorei Siegen.
  • Foto: Isabel Lippitz
  • hochgeladen von Alexander W. Weiß (Redakteur)

lip Siegen/Hilchenbach. Genau ein halbes Jahr lang fand in der Nikolaikirche keine Kirchenmusik statt. Welch große Freude, dass es nun wieder losgehen kann! KMD Ute Debus und ihre Kantorei Siegen hatten diesen Moment ebenso wie das zahlreiche Publikum herbeigesehnt. „Wunschkonzerte 20/21“ heißt die neue Konzertsaison laut Programmheft, von der alle hoffen, dass sie wie geplant stattfinden kann.
Mit einem Paukenschlag begann die Konzertreihe am Freitagabend, sogar mit vierfach exzellentem Schlagzeugfeuerwerk, das von der Gesangskunst der Sopranistin Sophia Körber geadelt wurde.

lip Siegen/Hilchenbach. Genau ein halbes Jahr lang fand in der Nikolaikirche keine Kirchenmusik statt. Welch große Freude, dass es nun wieder losgehen kann! KMD Ute Debus und ihre Kantorei Siegen hatten diesen Moment ebenso wie das zahlreiche Publikum herbeigesehnt. „Wunschkonzerte 20/21“ heißt die neue Konzertsaison laut Programmheft, von der alle hoffen, dass sie wie geplant stattfinden kann.
Mit einem Paukenschlag begann die Konzertreihe am Freitagabend, sogar mit vierfach exzellentem Schlagzeugfeuerwerk, das von der Gesangskunst der Sopranistin Sophia Körber geadelt wurde. Während die mehrfach preisgekrönte junge Sängerin als Solistin im Konzert- und Opernbereich mit einem von der Barockzeit bis in die Gegenwart reichenden Repertoire erfolgreich ist, betrat Quattro Percussioni mit dem Siegener Konzert erstmals die Bühne (das Konzert wurde am Samstag in der ev. Kirche in Hilchenbach wiederholt). Die drei Schlagzeuger der Philharmonie Südwestfalen Matthias Kelemen, Danilo Koch und David Friederich haben sich Yu Fujiwara mit ins Boot geholt. Er ist ebenso wie seine Kollegen ein großartiger Schlagzeuger und dazu als Arrangeur von neun der zwölf Programmstücke unverzichtbar. Für die Instrumente – auch den Transport der drei großen Marimbaphone, zwei Glockenspiele, großen und kleinen Trommeln, Becken, Tomtoms und Bongos (und der Triangel) – sorgte das Orchester.

Musikalische Welt- und Zeitreise

Auf eine Welt- und Zeitreise nahmen die Musiker das Publikum mit und besuchten so ihre eigenen Heimatländer. Ungarisch temperamentvoll, irrwischartig schnell und durch die Röhren der Marimbaphone hallig verklärt war „Éljen a Magyar“ von Johann Strauss (Sohn). Magisch verzaubert wurden die Zuhörer durch das norwegische „Solveigs Sang“ (Edvard Grieg). Die klar und schwebend den Kirchenraum füllende Stimme der Sopranistin war in ein changierend leuchtendes Klangbett gehüllt und von wunderbaren Vor- und Zwischenspielen eingerahmt. Gänsehaut! Riesenapplaus! Mit dem herrlichen alten „Greensleeves“ ging es nach England. Unbegleitet schlicht-schön sang sich Sophia Körber wiederum in die Herzen, gefolgt von perkussivem Klangrauschen und Melodievariationen der Schlagzeuger. Brasilianisch jazzig und tänzerisch führten die vier den „One Note Samba“ von Antonio Carlos Jobim aus. Wiederum hatten sie die Plätze gewechselt und zeigten ihre rhythmische, akkordische (mit zwei Schlegeln in beiden Händen) und melodische schlafwandlerische Treffsicherheit und Variabilität. Vertrackt verzahnte Rhythmen, laut, hart und wild, ließen die Musiker zu einem Klangkörper verschmelzen (Giovanni Sollima: „Millenium Bug“). Ins frühe Mittelalter entführte Sophia Körber mit dem weitschweifenden „O Ecclesia“ der Hildegard von Bingen.

Zuhörer klatschten am Ende stehend

Witzig, kenntnisreich und fantasievoll hatte Matthias Friederich, der Vater des Schlagzeugers David Friederich, den Hochzeitsmarsch von Felix Mendelssohn Bartholdy in acht Variationen – von der Renaissance bis zur Gegenwart („langweilige“ Minimal Music und „Star-Wars“-Geglitzer) – in Töne gesetzt, die die Zuhörer schmunzeln und staunen ließen. Mit dem schlichten pentatonischen Lied „Sakura“ träumte sich Yu Fujiwara komponierend in seine japanische Heimat, die im zauberischen Gesang und den tremolierend begleitenden Marimbaphonen lebendig wurde.
Scott Joplins „Palm Leaf Rag“ war mit seiner unglaublich artistischen Stepptanzeinlage (!) von David Friederich Anlass zu großem Jubel. Der erklang auch nach der opernhaft-swingenden, von Sängerin und Schlagzeugensemble grandios gestalteten Version von „Summertime“ (George Gershwin) und der Zirkusmusik von Gustav Peter. In die Welt der Operette entführte Sophia Körber mit „Heia, in den Bergen“ aus Emmerich Kálmans „Csardasfürstin“. Stehend klatschten die Zuhörer – leider war das Konzert zu Ende. Am Sonntagmorgen jedoch konnte man Sophia Körber im Kantatengottesdienst mit der Bach’schen Solokantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ hören. Quattro Percussioni kann man nach dem tollen Start weiteren großen Erfolg wünschen!

Autor:

Redaktion Kultur

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