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Sechsteilige ZDF-Primetime-Serie mit Merab Ninidze startet
Menschfreund Dr. Ballouz

Doktor Ballouz (Merab Ninidze), der Chefarzt aus der Uckermark. Den Arzt aus der neuen ZDF-Serie gibt es wirklich – aber der Hauptdarsteller betont im SZ-Interview, dass die Film-Figur trotzdem ganz eigenständig ist.
  • Doktor Ballouz (Merab Ninidze), der Chefarzt aus der Uckermark. Den Arzt aus der neuen ZDF-Serie gibt es wirklich – aber der Hauptdarsteller betont im SZ-Interview, dass die Film-Figur trotzdem ganz eigenständig ist.
  • Foto: ZDF/Stefan Erhard
  • hochgeladen von Regine Wenzel (Redakteurin)

la Berlin/Siegen. Er ist aufrichtig, empathisch, klug, kompetent und vertrauenswürdig – einer der Leisen, der nicht viel Worte macht, aber bleibt, wenn es eng wird: Die Rede ist von Dr. Amin Ballouz, Chefarzt in einer kleinen Klinik in der Uckermark. Jenem idyllischen, aber strukturschwachen Landstrich, im dem Kanzlerin Angela Merkel aufgewachsen ist. Merab Ninidze, der in Tiflis geboren wurde, spielt einen Chefarzt, wie man ihn sich wünscht, in der neuen sechsteiligen ZDF-Serie „Dr. Ballouz“. Start ist an diesem Donnerstag, 20.15 Uhr, mit einer Doppelfolge. Die beiden weiteren Doppelfolgen werden am 16. und 22. April ausgestrahlt.
Der echte Dr. Ballouz ist "jut im Piksen"Es gibt ihn wirklich, diesen Dr. med. Ballouz.

la Berlin/Siegen. Er ist aufrichtig, empathisch, klug, kompetent und vertrauenswürdig – einer der Leisen, der nicht viel Worte macht, aber bleibt, wenn es eng wird: Die Rede ist von Dr. Amin Ballouz, Chefarzt in einer kleinen Klinik in der Uckermark. Jenem idyllischen, aber strukturschwachen Landstrich, im dem Kanzlerin Angela Merkel aufgewachsen ist. Merab Ninidze, der in Tiflis geboren wurde, spielt einen Chefarzt, wie man ihn sich wünscht, in der neuen sechsteiligen ZDF-Serie „Dr. Ballouz“. Start ist an diesem Donnerstag, 20.15 Uhr, mit einer Doppelfolge. Die beiden weiteren Doppelfolgen werden am 16. und 22. April ausgestrahlt.

Der echte Dr. Ballouz ist "jut im Piksen"

Es gibt ihn wirklich, diesen Dr. med. Ballouz. Er hat seine Praxis in Schwedt/Oder und Pinnow, fährt mit einem Trabi über Land zu den Kranken und ist, wie seine Patienten sagen, „jut im Piksen“. Dr. Ballouz ist gebürtiger Libanese, floh als Junge aus der bürgerkriegsgeschüttelten Heimat, studierte in der DDR Medizin und kam über London und Paris in die Uckermark. Ein Hausarzt, wie ihn sich jeder wünscht.

"Hasenjagd" in Österreich gedreht

Dieser Migrationshintergrund ist eine der Gemeinsamkeiten zwischen der realen und der Filmfigur. Und nicht nur das. Der georgische Schauspieler Merab Ninidze spielt den Chefarzt. Er kam, wie sein „Kollege“, aus einem Kriegsgebiet und blieb in der neuen Wahlheimat. „Die Immigration nach Österreich“, sagt Merab Ninidze aus Tiflis im Zoom-Interview mit der SZ, „war eher ein Zufall. Ich hatte in Österreich den Film ,Hasenjagd’ (Regie: Andreas Gruber) 1993 gedreht, als der Krieg ausbrach und ich nicht zurück konnte. Ein Freund hat mir ein Zimmer besorgt, wo ich bleiben konnte.“

In Tiflis studiert

Ein schwieriger Anfang für Merab Ninidze, der aus einer Theaterfamilie stammt und der Schauspiel an der Akademie für Darstellende Kunst und Film in Tiflis studierte und schon in Georgien Filme drehte. „Ich sprach kein Deutsch“, sagt der 55-Jährige. Doch was viel wichtiger war, er war der Kriegshölle entkommen, konnte allerdings auch nicht wieder zurück in seine Heimat.

"Tatort", "Homeland", Usedom-Krimis

Merab Ninidze: „Ich habe die Texte mit einem Dialog-Coach geübt, und mein Glück war, dass ich immer wieder im TV und im Film besetzt wurde, gleich, ob im ,Tatort’, in ,Homeland’ oder in den Usedom-Krimis an der Seite von Katrin Sass.“ Bekannt wurde er mit dem Oscar-prämierten Film „Nirgendwo in Afrika“ von Caroline Link. Darin spielte er die Hauptrolle des Walter Redlich, eines jüdischen Auswanderers, der während des Zweiten Weltkriegs mit seiner Familie in Kenia lebte und überlebte.

Erinnerung an den herzlichen Großvater

In der neuen Serie wird die Migration nur kurz angedeutet, vielmehr wird ein Arzt porträtiert, der Trost spendet, obwohl er selbst trauert – seine Frau Mara starb bei einem Unfall. Er konnte ihr nicht mehr helfen und erlitt selbst ein Trauma. Diesen Typ Mensch, der so selbstlos wie Dr. Ballouz handelt, gibt es. Merab Ninidze: „In meiner Heimat war mein Großvater – Intendant und Schauspieldirektor – so ein Mensch. Für ihn war es nicht wichtig, Schauspieler mit großen Namen auf der Bühne zu haben, sondern ihm war das gesamte Ensemble wichtig. Und er hat jeden in seiner herzlichen Art zur Begrüßung umarmt.“

Uckermark als faszinierender Drehort

Merab Ninidze hat den echten Dr. Ballouz nicht kennengelernt. „Deshalb haben wir auch nicht versucht, ihn zu kopieren“, sagt der Schauspieler rückblickend. Und wie empfand er die Uckermark? „Ein faszinierender Drehort. Diese raue Weite und ländliche Idylle, diese wenigen Menschen, die hier leben, nicht weggezogen sind und treu zu ihrer Heimat stehen, da ist es verständlich, dass ein Arzt den Wunsch verspürt, Herzen zu öffnen und auf ganz unkonventionelle Art zu zeigen, was ihm wichtig ist: das Miteinander.“

Mit Cumberbatch im Thriller "Der Spion"

Mitte April ist der Schauspieler, der in Berlin und Wien lebt, in einer ganz anderen Rolle zu sehen: An der Seite von Benedict Cumberbatch spielt er in dem internationalen Spionage-Thriller „Der Spion“ den Geheimoffizier der Sowjetunion Oleg Penkovsy. Wenn die englisch-amerikanischen Produktion Premiere hat, muss Dr. Ballouz, an der Seite von Julia Richter als Dr. Barbara Forster und Daniel Fritz als Dr. Mark Schilling, noch in der fiktiven Uckermark-Klinik behandeln. Als Arzt, den die Patienten lieben.

Autor:

Jörg Langendorf aus Siegen

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