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Beethoven statt Braunkohle
Michael Bergen: Protestaktion mit "Pastorale"

Der Bratschist Michael Bergen (hier bei einem Projekt mit Kindern in Langenholdinghausen) engagiert sich in vielen Bereichen. An diesem Pfingstwochenende macht er sich stark für eine Aktion in Sachen Braunkohletagebau und die damit einhergehende zerstörende Veränderung der Umwelt.
  • Der Bratschist Michael Bergen (hier bei einem Projekt mit Kindern in Langenholdinghausen) engagiert sich in vielen Bereichen. An diesem Pfingstwochenende macht er sich stark für eine Aktion in Sachen Braunkohletagebau und die damit einhergehende zerstörende Veränderung der Umwelt.
  • Foto: Archiv
  • hochgeladen von Claudia Irle-Utsch (Redakteurin)

pebe Langenholdinghausen/Erkelenz. Vor zwei Jahren engagierte sich der Langenholdinghausener Michael Bergen erstmals „musikalisch-politisch“: damals für den Erhalt des Hambacher Forstes. Dem nahe den Braunkohleabbaugebieten in Dormagen aufgewachsenen Bergen war die Dramatik der Situation bekannt. Mit einem Streichquartett mit anderen Musikern aus dem Köln-Bonner Raum spielte er in der aufgeheizten und dramatischen Situation des Jahres 2018 im frühherbstlichen Hambacher Forst (die SZ berichtete).
In Garzweiler geht der Kohleabbau weiterDie Bedrohung des Hambacher Forstes ist seit Januar 2020 abgewendet. Aber im Bereich des Tagebaus Garzweiler gehe der Kohleabbau weiter, es sei etwa ein Dutzend Dörfer nahe der Tagebaugrenze bedroht.

pebe Langenholdinghausen/Erkelenz. Vor zwei Jahren engagierte sich der Langenholdinghausener Michael Bergen erstmals „musikalisch-politisch“: damals für den Erhalt des Hambacher Forstes. Dem nahe den Braunkohleabbaugebieten in Dormagen aufgewachsenen Bergen war die Dramatik der Situation bekannt. Mit einem Streichquartett mit anderen Musikern aus dem Köln-Bonner Raum spielte er in der aufgeheizten und dramatischen Situation des Jahres 2018 im frühherbstlichen Hambacher Forst (die SZ berichtete).

In Garzweiler geht der Kohleabbau weiter

Die Bedrohung des Hambacher Forstes ist seit Januar 2020 abgewendet. Aber im Bereich des Tagebaus Garzweiler gehe der Kohleabbau weiter, es sei etwa ein Dutzend Dörfer nahe der Tagebaugrenze bedroht. Manche Bewohner begännen abzuwandern, viele jedoch wollten ihre Heimat nicht verlassen, sagt Bergen. Deshalb will der Musiker im Beethoven-Orchester Bonn an diesem Pfingstmontag erneut mit musikalischen Mitteln protestieren und auf die Situation der Dorfbewohner sowie die Umweltproblematik des Braunkohletagebaus aufmerksam machen.

Protest mit der "Pastorale"

Seine Idee und sein Mittel: ein Konzert, in dem, passend zum Beethovenjahr 2020, die 6. Symphonie des rheinischen Komponisten, die „Pastorale“, sowie der erste Satz der 5. Symphonie, der „Schicksalsymphonie“, zu hören sein werden. „Ich habe mich gefragt, was wohl Beethoven zum Hambacher Forst gesagt hätte.“ Das Konzert werde auf einem denkmalgeschützten „Vierkanthof“ im Dorf Keyenberg bei Erkelenz stattfinden, das dem Tagebau weichen soll, erklärt Berger
Aber es ist „Corona-Zeit“. Das heißt, die Musikerinnen und Musiker – zwischen 60 und 70 aus den Städten, die den Braunkohletagebau umgeben, sollen es sein – müssen sich an die Sicherheits- und Abstandsregeln halten. Genauso wie das Publikum. Und so werde, erzählt Michael Bergen, die ungewöhnliche Situation entstehen, dass ab 13 Uhr die Musikerinnen und Musiker an den Wänden des Vierkanthofs stehen und spielen werden, zudem außerhalb auf einem Vorhof und in einer sich anschließenden Allee. Das in der Teilnehmerzahl vor Ort begrenzte Publikum werde sich während des Spiels der beiden Stücke mitten durch den Hof und über die Allee bewegen. Der Dirigent und die Spielenden außerhalb des Hofs seien mit Kopfhörern ausgestattet, damit eine Synchronisation möglich wird. „Wir sind Profimusiker, das Ganze muss mit einer Probe funktionieren“, betont Bergen.

Musikalische Aktion zum Klimaschutz

Er sieht diese Aktion im Zusammenhang mit dem „Beethoven Pastoral Art Projekt“ am 5. Juni (Weltumwelttag), wegen Corona nun eine Online-Veranstaltung aus dem Beethovenhaus in Bonn, einem Projekt der Beethoven-Jubiläums-gGmbH BTHVN 2020, an dem u. a. auch die Vereinten Nationen mit ihrem Klimaschutz-Sekretariat beteiligt sind. Weltweit sind Musiker und Musikerinnen dazu aufgerufen, die "Pastorale" mit einem Statement zum Klimaschutz zu verbinden. Im Vordergrund stehe, betont Bergen, für die Betroffenen in den Dörfern eine Öffentlichkeit herzustellen, auf das existenzielle Problem aufmerksam zu machen.

Die Schöpfung wahren!

„Die ‚Pastorale‘ ist ein Lob der Natur und der Aufruf, die Schöpfung zu wahren“, sagt Dorothee Cüppers aus dem bedrohten Dorf Berverath in einer Mitteilung der Veranstalter. „Wenn Beethoven wüsste, wie RWE die Landschaft und das globale Klima zerstört, würde er an unserer Seite kämpfen.“
Wer das Hören beim Gehen auf dem „Klangpfad“, das Musizieren im Stehen und das Engagement für den Erhalt der Dörfer und der Heimat der dort lebenden Menschen verfolgen will, kann das am Pfingstmontag auf der Homepage des Bündnisses „Alle Dörfer bleiben“ versuchen. Dort solle dann ein Streaming-Link entsprechend freigeschaltet werden.

Autor:

Peter Barden (Redakteur) aus Siegen

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